Bildnachweis: Toll Collect

Lkw-Maut in Deutschland: Ältere Toll-Collect-OBUs müssen wegen 2G-Abschaltung getauscht werden

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Mit dem schrittweisen Aus für den 2G-Mobilfunk in Deutschland müssen Speditionen und Transportunternehmen bei der Lkw-Maut genauer hinschauen: Bestimmte ältere On-Board-Units (OBUs) im System von Toll Collect funktionieren künftig nicht mehr wie gewohnt und müssen ersetzt werden.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Nach Angaben von Toll Collect betrifft das alle OBUs, die Mautdaten noch über das 2G-Netz übertragen. Damit die automatische Mauterfassung auch nach der Abschaltung weiterläuft, ist ein Wechsel auf Geräte erforderlich, die über LTE kommunizieren. Der Austausch ist zwar kostenlos, allerdings müssen betroffene Unternehmen rechtzeitig einen Werkstatttermin bei einem Servicepartner organisieren – andernfalls droht eine Sperrung der OBU.

Im Fokus stehen vor allem ältere Geräte, die im DIN-Schacht verbaut sind. Diese OBUs erfassen die gefahrene Strecke per Satellitenpositionierung und senden die relevanten Daten anschließend über das Mobilfunknetz an Toll Collect. Viele dieser Einheiten nutzen dafür noch 2G. Da das 2G-Netz in Deutschland voraussichtlich in etwas mehr als zwei Jahren weitgehend abgeschaltet wird, muss der Tausch erfolgen, bevor die Datenübertragung nicht mehr möglich ist.

Ob ein konkretes Gerät betroffen ist, lässt sich laut Toll Collect nicht zuverlässig „auf Sicht“ am Gerät erkennen. Verbindliche Informationen gibt es im Kundenportal von Toll Collect. In der Übersicht der registrierten Fahrzeuge ist hinterlegt, ob eine OBU ausgetauscht werden muss – und bis wann.

Nicht betroffen sind OBUs an der Windschutzscheibe, da diese bereits über LTE senden.

Kostenloser Tausch – Terminplanung bleibt trotzdem Aufgabe der Betreiber

Toll Collect betont, dass sowohl das neue LTE-fähige Gerät als auch der Einbau kostenfrei sind. Trotzdem sollten Unternehmen den Werkstattbesuch in der Einsatzplanung berücksichtigen – inklusive Anfahrt zum Servicepartner sowie möglicher Wartezeiten und Standzeiten im Betrieb.

Dass der Austausch schon jetzt startet, begründet Toll Collect mit der hohen Zahl betroffener Geräte und begrenzten Kapazitäten bei den Servicepartnern. Empfohlen wird, den OBU-Wechsel – wenn möglich – mit einem ohnehin geplanten Werkstatttermin zu verbinden.

Der eigentliche Austausch geht laut Toll Collect in der Regel zügig. Wichtig ist jedoch: Nach dem Einbau müssen das technisch zulässige Gesamtgewicht sowie die Achszahl auf der OBU korrekt eingestellt werden, bevor das Fahrzeug wieder eingesetzt wird.

Frist verpasst: OBU wird gesperrt

Die Umtauschfrist ist fahrzeugbezogen und wird im Kundenportal angezeigt. Wird die OBU nicht innerhalb des angegebenen Austauschzeitraums ersetzt, wird sie laut Toll Collect gesperrt – eine automatische Mauterhebung ist dann nicht mehr möglich.

Das Programm betrifft ausschließlich Toll-Collect-OBUs, die weiterhin auf 2G angewiesen sind. Wer stattdessen eine mehrländertaugliche EETS-Mautbox nutzt, sollte bei Unsicherheit direkt beim eigenen Anbieter prüfen, ob Handlungsbedarf besteht.

Wer Fahrzeuge frühzeitig umrüstet oder technische Pflichten falsch einschätzt, sollte zudem mögliche Folgen bei Kontrollen im Blick behalten.

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