parcelLab wurde 2014 von Tobias Buxhoidt, Anton Eder und Julian Krenge gegründet. Das Start-up beschäftigt inzwischen über 80  Mitarbeiter, betreibt vier Standorte in München, Paris, London und New York und zählt über 500 namhafte Unternehmen in 45 Ländern und 32 Sprachen zu seinen Kunden, darunter IKEA, Lidl und MediaMarktSaturn.

Die Gründung eines Unternehmens ist ein großer Schritt, den wir ohne Vorerfahrungen gemacht haben. Dazu kam, dass wir in einem sehr dynamischen, stark wachsenden Umfeld gegründet haben.Davon abgesehen ist Bürokratie in Deutschland ein echter Zeitfresser”, sagt Anton Eder, COO und Mitgründer von parcelLab, rückblickend.

Womit genau beschäftigt sich Ihr Startup?

parcelLab ist eine Operations Experience (OX) Plattform, mit der Unternehmen das Kundenerlebnis während der Auftragsabwicklung optimieren. Großunternehmen aller Branchen können über die einzigartige Cloud-Plattform (SaaS) in Echtzeit alle relevanten Prozessschritte im Fulfillment selbst kontrollieren, eventuelle Probleme frühzeitig erkennen und so proaktiv reagieren.

Über vollständig konfigurierbare und automatisierte Workflows können Unternehmen an allen relevanten Stellen im Prozess direkt und hoch personalisiert mit dem Kunden kommunizieren und müssen diesen wertvollen Kontaktpunkt nicht mehr an Dritte wie DHL & Co. übergeben. So sichern die Unternehmen ein konsistentes Markenerlebnis, einen proaktiven Kundenservice und maximierte Cross-Selling-Potenziale.

Zu den parcelLab Kunden zählen über 500 namhafte Unternehmen in 45 Ländern und 32 Sprachen, darunter IKEA, Lidl und MediaMarktSaturn.

Was ist einzigartig an Ihrem Produkt/Ihrer Idee?

Wie oben beschrieben ermöglichen wir Händlern, während des Versandprozesses direkt und individuell mit den Kunden zu kommunizieren.

Logistikdaten sind komplex: parcelLab interpretiert und harmonisiert diese Daten und nutzt sie für eine gezielte, individuell relevante Kommunikation zwischen Shopbetreibern und Kunden. Damit haben wir die üblichen Kommunikationsketten aufgebrochen, die normalerweise nur zwischen den Logistikern und den Kunden stattfinden.

Der direkte Draht zwischen Kunde und Händler ist jedoch für beide Seiten vorteilhaft. Händler profitieren von diesem wichtigen Touchpoint, da sie Kunden mit individuellem Content zurück in den Shop lotsen können und durch eine gute Versandinformation auch ihr Call-Center entlasten. Kunden wiederum schätzen individuell relevante, verständliche Informationen zu dem bestellten Artikel beziehungsweise dessen Versandstatus. Shopbetreiber verbuchen durch eine gelungene Kommunikation große Erfolge, was uns natürlich freut und eine stetig steigende Nachfrage beschert.

Wann und wie sind Sie auf Ihre Gründungsidee gekommen?

Die Idee zu parcelLab entstand durch Gespräche mit Händlern, die sich über mangelnde Transparenz und das Ende der Customer Experience im Bereich Versand beklagt haben. Auf der anderen Seite haben wir uns gefragt, warum Versandstatus-Mails eigentlich so gähnend langweilig und teilweise völlig unverständlich sind.

Heute helfen wir Brands und Händlern, die ihren Kunden ein herausragendes Einkaufserlebnis bieten wollen – vom Checkout über den Versand bis hin zur Retoure.

Woher kam das Kapital für Ihr Unternehmen?

Das erste Jahr haben wir drei Gründer unseren Lebensunterhalt allein durch unser Erspartes bestritten. Dann kam die erste Finanzspritze von vier Business Angels und später von Venture Kapital Gebern.

Was waren die größten Hindernisse bei der Gründung Ihres Startups?

Die Gründung eines Unternehmens ist ein großer Schritt, den wir ohne Vorerfahrungen gemacht haben. Dazu kam, dass wir in einem sehr dynamischen, stark wachsenden Umfeld gegründet haben.

Davon abgesehen ist Bürokratie in Deutschland ein echter Zeitfresser. Wir hatten jedoch Glück, wertvollen Support von Fachleuten zu bekommen. Mit kompetenter Unterstützung geht vieles leichter.

Was war der Wendepunkt, als die ersten Kunden auftauchten und Sie zu glauben begonnen haben, dass dies funktionieren würde?

Wir haben immer an die Idee geglaubt. Die ersten Kunden waren die Bestätigung, dass unser Service funktioniert. Einen entscheidenden Aufschwung gab es jedoch, als wir uns auf einen Enterprise-Service fokussiert haben. Dadurch konnten wir die größten Händler in vielen Märkten gewinnen.

Was hätten Sie rückblickend in der Startphase anders gemacht?

Insgesamt sind wir mit der Entwicklung sehr zufrieden: Wir sind inzwischen an 4 Standorten weltweit präsent und bauen das Business von München, Paris, London und New York stetig aus. Daher kann ich zum Glück sagen, dass wir sicherlich nicht alles, aber doch vieles richtig gemacht haben. Wir haben in den Jahren unter anderem gelernt, wie wichtig es ist, frühzeitig erfahrene Führungskräfte einzustellen.

Welche Tipps würden Sie anderen Startup-Gründern geben, die gerade erst anfangen?

Widmet Euch voll und ganz dem Projekt! „Mal so nebenbei“ wird es nicht funktionieren. Jeder Gründer muss zu 100% committed sein, sonst bringt man ein Start-up nicht zum Fliegen.

Seid offen für neue Ideen und habt ein Ohr am Markt! Wir haben die erste Version unseres Produkts mit Hilfe von Händlern entwickelt, viele Fragen gestellt und aktiv Feedback eingeholt.

Was ist die größte unmittelbare Herausforderung für Ihr Unternehmen und wo sehen Sie sich selbst in 5 Jahren?

parcelLab und auch wir Gründer befinden uns gerade im Wandel: Aus dem Start-up wird gerade ein gestandenes Unternehmen. Das bedeutet für uns, dass wir loslassen müssen und fortan viel strategischer und weniger operativ an parcelLab arbeiten müssen.

Das heißt unter anderem, Prozesse zu schaffen, die ein weiterhin schnelles Wachstum gewährleisten. In fünf Jahren sind wir dann längst kein Start-up mehr, sondern ein noch internationaleres Unternehmen mit einer Plattform, die Händlern und Kunden vielfältige Services rund um die Operations Experience, also alles für die interne Auftragsabwicklung, bietet.

Was würden Sie tun, wenn Sie kein Startup-Unternehmen gründen würden?

Etwas anderes kann ich mir gar nicht vorstellen – ich wollte immer schon ein Startup gründen.

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