Amazon liefert zunehmend bestellte Produkte an Verbraucher selbst aus und macht der Deutschen Post mächtig Druck.

Da Amazon immer mehr Sendungen selbst liefert, sah sich die Deutsche Post gezwungen ihr Logistikzentrum in Graben bei Augsburg zu schließen. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit der sinkenden Anzahl von Bestellungen.

Die Entscheidung wurde „teilweise aufgrund der gestiegenen Anzahl von Amazon-eigenen Lieferungen in Deutschland” getroffen, sagte ein Sprecher der Deutschen Post DHL Group. Seit einiger Zeit konnte die Rentabilität von Sortiervorgängen nicht mehr garantiert werden.

Verdi kritisiert die Entscheidung

Verdi hat die Schließung des Sortierzentrums als schwerwiegenden Fehler bezeichnet.

Es ist mehr als genug Arbeit in der Branche da, kommentiert der Postdienst-Experte von Verdi in Bayern, David Merck. Die großen Wettbewerber der Paketbranche erhöhen deswegen ihre Kapazitäten, nur die Deutsche Post AG schließt in Zeiten des Wachstums einen Paketsortierstandort.

Amazon expandiert auch in Deutschland

Der amerikanische Konzern hat seine Expansion auf dem Logistikmarkt in den USA im Jahr 2018 begonnen. Das Unternehmen bestellte 20.000 Vans und launchte das Programm „Amazon Logistics”, um Partner zu finden, die in Städten liefern würden. Amazon steckte 1 Million US-Dollar in einen speziellen Startup-Fond, um seinen Partnern bei der Entwicklung der Geschäftstätigkeit auf die Sprünge zu helfen.

Auch in Europa möchte Amazon teilweise unabhängig von den führenden Kurierunternehmen werden. Ähnlich wie in den USA baut das Unternehmen sein Geschäftsmodell auf einer Kooperation mit Subunternehmen auf. Im vergangenen September gab das Unternehmen die Übernahme von Letzte Meile-Lieferungen in Hann, Münden und Bad Hersfeld in Nordhessen bekannt. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen beschlossen, ein neues Distributionszentrum in Knüllwald direkt an der Autobahn A7 zu eröffnen.

Letzten Mai begann Amazon in der Nähe der Stadt Hebron im amerikanischen Cincinnati mit dem Bau eines neuen Hubs und Flughafens. Das Ergebnis der Investition im Wert von 1,5 Milliarden Dollar ist das Amazon Prime Air Center auf einer Fläche von fast 1000 Hektar. Dank dessen kann Jeff Bezos seine eigenen Frachtfluggesellschaften betreiben. Dies reduziert auch die Versandkosten in den USA und verkürzt die Prime-Lieferzeiten von zwei auf einen Tag. Darüber hinaus ist Amazon so weniger von großen Logistikunternehmen wie FedEx und UPS abhängig.

Foto: Amazon

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