Am 31. Januar hat Großbritannien die EU verlassen; das heißt, dass für die Verhandlungen über die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen nur noch Zeit bis Ende des Jahres bleibt. Was diese Zäsur bedeutet und wie dringlich eine grundsätzliche Einigung ist, erläutert Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs ist für die deutschen Unternehmen ein historischer Einschnitt. Auf einen Schlag büßt der so wichtige EU-Binnenmarkt knapp ein Fünftel seiner Wirtschaftskraft ein,betont Schweitzer.

Um es noch plakativer zu beschreiben: „Das Ausscheiden Großbritanniens ist vom Volumen so bedeutend, als würden die 19 kleinsten EU-Mitglieder zusammen die EU verlassen – von Österreich über Irland und Portugal bis Malta”, erklärt der DIHK-Präsident.

Übergangsphase für intensive Verhandlungen nutzen

Um negative Folgen für Unternehmen auf beiden Seiten zu vermeiden, rät der Expert die Übergangsphase für intensive Verhandlungen zu den künftigen wirtschaftlichen Beziehungen zu nutzen, um die über Jahrzehnte gewachsenen engen wirtschaftlichen Verflechtungen aufrechtzuerhalten. Damit das gelingt, ist bis Ende des Jahres eine grundsätzliche Einigung notwendig – um Zölle zu vermeiden sowie Lieferketten, Datenverkehr, reibungslosen Warenverkehr und Dienstleistungen weiter zu ermöglichen. Zudem gelte es, möglichst viele EU-Standards im Handel mit dem Vereinigten Königreich beizubehalten. Die Übergangsphase bis Ende des Jahres mindert den Druck für die deutschen Unternehmen zwar etwas, die wirtschaftlichen Verwerfungen sind jedoch bereits heute sichtbar, mahnt der DIHK-Präsident. Lediglich innerhalb der letzten drei Jahre ist UK von Platz fünf auf Platz sieben der wichtigsten Handelspartner Deutschlands gerutscht.

Insbesondere bei den Exporten ist in dem Zeitraum ein deutlicher Rückgang von minus 6 Prozent zu verzeichnen, während die Ausfuhren in die anderen Länder Europas um fast 7 Prozent gestiegen sind, sagt Schweitzer.

Wie sich die deutschen Exporte in das Vereinigte Königreich 2019 gegenüber 2018 entwickelt haben, wie sie sich im weltweiten Vergleich verhalten und wie der Zehn-Jahres-Vergleich aussieht, kann man den nachfolgenden Grafiken der DIHK entnehmen:

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Foto: Pixabay

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