Iveco wird doch nicht nach China verkauft

Iveco wird doch nicht nach China verkauft

Der CNH-Konzern hat nach langem Hin und Her das Kaufangebot des chinesischen Staatskonzern FAW Jiefang abgeschlagen. Der Fall hat in Italien für viele Kontroversen gesorgt.

Im September 2019 hat der deutsche Vorstandsvorsitzende Hubertus Mühlhäuser eine neue Unternehmensstruktur im italo-amerikanischen CNH-Konzern angekündigt, im Rahmen die Ausgliederung des LKW-und Busgeschäftes erfolgen sollte.  Kaum ist ein Jahr vergangen,  hat der Mutterkonzern von dem chinesischen Staatskonzern FAW Jiefang ein lukratives Kaufangebot für den italienischen Autobauer Iveco bekommen. Laut Medienberichten sollte sich dieses auf 3,5 Milliarden belaufen.

Das Angebot hat in Italien viele Kontroversen ausgelöst. Vor allem die italienische Regierung kritisierte die Pläne zum Verkauf von Iveco nach China vehement und drohte sogar mit einem Veto. Aber auch die italienischen Metallgewerkschaften zeigten sich um die Werke und die Jobs besorgt.

 Iveco ist ein strategisches Unternehmen für Italien und ein Marktführer im Bereich Lieferwagen, betonte Gianluca Ficco, Sprecher des Gewerkschaftsverbands UIL.

Nach langen Hin und Her hat CNH das chinesische Kaufangebot abgeschlagen.  Bloomberg zufolge wurden die Verhandlungen beendet, da FAW Jiefang ein unzulängliches Angebot vorgelegt hatte.  Die Gespräche wurden im Januar 2021 wieder aufgenommen, nachdem die früheren Verhandlungen im September 2020 abgebrochen wurden.

Gut jedes zweite chinesische Unternehmen plant Transaktionen in Europa

Trotz Corona-Pandemie wollen chinesische Unternehmen weiter in Europa investieren. Laut einer EY-Umfrage sagen mehr als die Hälfte der Unternehmen aus China, die bereits in Europa investiert oder die strategische Absicht dazu haben, dass sie in den nächsten fünf Jahren weiter Investitionen auf dem Kontinent planen. Weitere 36 Prozent sind derzeit noch unsicher. Keine entsprechenden Pläne haben lediglich elf Prozent der Unternehmen.

Von Investitionen in Europa versprechen sich die Unternehmen viele Vorteile: 53 Prozent wollen sich auf diese Weise technologisches Know-how sichern und ihre Forschungs- und Entwicklungskapazitäten verbessern. Für 42 Prozent ist die Erweiterung des eigenen Produktportfolios ein Hauptargument. 30 Prozent erhoffen sich einen besseren Zugang zum europäischen Markt – und dessen zahlungskräftigen Konsumenten.

Insbesondere Deutschland ist ein begehrtes Ziel für chinesische Käufer: 75 Prozent der Befragten tätigten ihre Investitionen in Westeuropa in den vergangenen zehn Jahren hierzulande. Auf das Vereinigte Königreich (36 Prozent) und auf Frankreich (23 Prozent) entfallen nicht einmal halb so viele Aktivitäten.

Für künftige Investitionen haben die Befragten zwar kein konkretes Land genannt – 66 Prozent nehmen aber Westeuropa ins Visier. Osteuropa ist für 32 Prozent die interessanteste Zielregion und Südeuropa für 18 Prozent.

Foto: CNH Industrial

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