Mit korrekter LKW-Ladungssicherung Gefahren und Bußgelder vermeiden

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Das die Ladung in Fahrzeugen auch zu einer Gefahr werden kann, ist vielen Fahrern erst bewusst, wenn es zu spät ist. Oft wird das Thema Ladungssicherung daher vernachlässigt, weshalb auch entsprechende Bußgelder auf die falsche oder fehlende Ladungssicherung angesetzt sind. Wir klären nachfolgend, wie die Vorschriften aussehen, welche Bußgelder Fahrer erwarten können und wie sich die Sicherung in der Praxis einfach umsetzen lässt.

Mit korrekter LKW-Ladungssicherung Gefahren und Bußgelder vermeiden
Quelle: Adobestock / BlackMediaHouse

Wie sehen die Vorschriften bei einer Ladungssicherung aus?

Wann immer Ladung in einem Fahrzeug transportiert wird, muss diese auch gesichert sein. Dabei ist es nicht relevant, ob es sich um einen LKW oder „nur“ um einen klassischen Privatkraftwagen handelt. Auch Ladung in Anhängern muss gesichert sein.

Doch was heißt gesichert konkret? Die Vorschrift besagt, dass durch die Ladung Folgendes nicht passieren darf:

  • die Ladung darf nicht verrutschen
  • sie darf im Fahrzeug nicht umherrollen
  • die Ladung darf auch nicht umfallen
  • sie darf nicht herunterfallen
  • Ladung darf die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigen
  • und Ladung darf auch keinen unnötigen Lärm erzeugen, der durch richtige Sicherung vermeidbar wäre (klappern etc.)

Darüber hinaus gilt die Vorschrift, dass gewisse Ladungen sogar am Fahrzeug gekennzeichnet sein muss, wenn sie beispielsweise über das Fahrzeug hinaus ragt. Geregelt sind diese Vorgaben in der Straßenverkehrsordnung in § 22 Abs. 1 StVO und § 23 Abs. 1 StVO.

Welche Bußgelder drohen bei falscher Ladungssicherung?

Die Liste der Bußgelder, die mit der Ladung in einem Fahrzeug zu tun haben, ist lang. Dabei wird teilweise unterschieden, wie gefährlich eine Situation war und ob beispielsweise ein Unfall zustande gekommen ist oder nicht.

Die Bußgelder reichen nach aktuellem Stand von zehn Euro bis hin zu 240 Euro. Auch Punkte in Flensburg können unter Umständen bei höheren Verstößen anfallen. Nachfolgend haben wir einige Beispiele für Verstöße und ihre Bußgelder, wobei die Liste insgesamt noch länger ist:

  • Kleinere Bußgelder: Der geringste Betrag in Höhe von zehn Euro fällt an, wenn die Ladung nicht so gesichert war, dass Lärm hätte vermieden werden können. Ragt die Ladung über das Fahrzeug hinaus, war höher oder breiter als es erlaubt gewesen wäre, sind es 20 Euro. Etwas teurer wird es mit 25 und 35 Euro Strafe, wenn die Ladung nicht verkehrssicher oder ohne Sicherungsmittel transportiert wurde.
  • Bußgelder mit Punkten: Teurer wird es, wenn zu den Ladungsproblemen eine Gefährdung dazu kommt. Hier sind 60 Euro Strafe und ein Punkt zu erwarten. Kommt es sogar zum Unfall, sind es 75 Euro und ein Punkt. Noch teurer wird es, wenn die Verkehrssicherheit erheblich gelitten hat. Auch hier wird wieder jeweils unterschieden zwischen der Tatsache an sich, einer Gefährdung oder einem Unfallgeschehen.
  • Höhenkontrolle unter vier Metern: Wenn durch Ladungsfehler eine Höhenkontrolle ausgelöst wird, hätte so etwas vermieden werden können. Daher fällt das Bußgeld mit 160 Euro auch hoch aus, da hier der jeweilige Fahrstreifen gesperrt werden muss.
  • Höhenkontrolle über vier Metern: Wenn die Höhenkontrolle bei unter vier Metern so ein hohes Bußgeld nach sich ziehen kann, so ist es bei über vier Metern noch teurer. Hier dürfen Fahrer 240 Euro Bußgeld erwarten, wenn die Fahrstreifen-Sperre dieser Art durch Ladungsfehler zustande gekommen ist.

Ladungssicherung in der Praxis – die besten Tipps

Wer wissen möchte, mit welchen Tipps sich die Ladungssicherung im Alltag am besten umsetzen lässt, findet hier nützliche Hinweise.

  • Hilfsmittel: Um die Ladung im Fahrzeug zu sichern, gibt es viele Hilfsmittel. Nützlich sind natürlich Gurte, aber auch Netze oder sogar Anti-Rutschmatten können hier zum Einsatz kommen.
  • Art der Ladungssicherung: Es gibt zwei Arten von Ladungssicherung. Fahrer können die Gegenstände lückenlos lagern, das ist dann die kraftschlüssige Sicherung. Bei der formschlüssigen Ladungssicherung wiederum braucht es kein Niederzurren, jedoch muss die Fracht formstabil sein.
  • Gewichte beachten: Schwere Gegenstände gehören bei der Ladungssicherung nach unten. Das Gewicht sollte außerdem immer gleichmäßig verteilt werden, damit das Fahrzeug keine Schlagseite bekommt. Das gilt auch für Ladung in Anhängern.
  • Rücksitzlehne: Um mehr Platz zu haben, neigen viele Fahrer dazu, die Rücksitzlehne runterzuklappen. Diese sollte aber idealerweise immer oben bleiben, da sie bei einer Vollbremsung Ladung aus dem Kofferraum abfangen und damit sichern kann.
  • Regelmäßige Kontrollen: Auch unterwegs ist es ratsam, von Zeit zu Zeit anzuhalten und die Sicherung zu prüfen. Sind Gegenstände verrutscht? Müssen Zurrgurte nachgespannt werden?

Das Thema Ladungssicherheit mag oft unterschätzt werden, ist aber einerseits wichtig für die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer im Straßenverkehr. Als weiterer Grund, sich mit dem Thema zu beschäftigen, sind auch die potenziellen Bußgelder, die auf Fahrer zukommen können, die ihre Ladung falsch oder nicht gesichert haben.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bussgeldkataloge.de/ladungssicherung/.

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