Das Bundeskabinett hat letzte Woche die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen. Diese soll Deutschland  im internationalen Wettbewerb zu der Vorreiterrolle verhelfen und  Wasserstofftechnologien zu einem zentralen Geschäftsfeld der deutschen Exportwirtschaft entwickeln.

Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) schafft die Bundesregierung einen Handlungsrahmen für die künftige Erzeugung, den Transport, die Nutzung und Weiterverwendung von Wasserstoff und damit für entsprechende Innovationen und Investitionen. Sie definiert die Schritte, die notwendig sind, um zur Erreichung der Klimaziele beizutragen, neue Wertschöpfungsketten für die deutsche Wirtschaft zu schaffen und die internationale energiepolitische Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.Zur konsequenten Umsetzung und Weiterentwicklung der Strategie wird eine flexible und ergebnisorientierte Governance-Struktur geschaffen. Im Mittelpunkt steht dabei die Einrichtung eines Nationalen Wasserstoffrates, dessen Mitglieder bereits vom Bundeskabinett ernannt wurden.

Mit Wasserstoffstrategie stellen wir die Weichen dafür, dass Deutschland bei Wasserstofftechnologien die Nummer 1 in der Welt wird. Die Zeit für Wasserstoff und die dafür nötigen Technologien ist reif. Wir müssen daher jetzt die Potenziale für Wertschöpfung, Beschäftigung und den Klimaschutz erschließen und nutzen. Denn Wasserstoff wird ein Schlüsselrohstoff für eine erfolgreiche Energiewende sein. Er wird als Energieträger der Zukunft sowohl in Deutschland als auch weltweit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Dabei wird Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen, wie wir es vor 20 Jahren bereits mit der Förderung der Erneuerbaren Energien getan haben, kommentierte Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier.

38 Maßnahmen sollen Deutschland zur Nummer eins machen

Insgesamt umfasst die Strategie 38 Maßnahmen. Einen besonderen Stellenwert hat die Transport-und Logistikbranche, für die die NWS umfassende Fördermöglichkeiten vorsieht. So soll im Rahmen der Innovationskommission zum „Innovationsprogramm Logistik 2030“ der Austausch zu den Perspektiven von Wasserstofftechnologien in der Logistik vorangetrieben werden, so dass Fahrzeughersteller, Infrastruktur- und Energie sowie Kraftstoffanbieter und Logistikunternehmen  ihr Angebot aufeinander abstimmen und bei der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs mitwirken können.

Fortgesetzt sollen auch die Fördermaßnahmen im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) werden fortgesetzt. Die aus dem Energie- und Klimafonds (EKF) zusätzlich bis 2023 zur Verfügung stehenden Mittel sollen auch der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zugunsten kommen: 2,1 Milliarden Euro Zuschüsse zum Kauf elektrisch betriebener Fahrzeuge,0,9 Milliarden Euro als Zuschüsse zum Kauf für Nutzfahrzeuge mit alternativen, klimaschonenden Antrieben, 0,6 Milliarden Euro zur Förderung des Ankaufs von Bussen mit alternativen Antrieben.

Doch die finanziellen Zuschüsse zum Kauf sind nicht alles.  3,4 Milliarden Euro sind für den Ausbau einer bedarfsgerechten Errichtung von Tank- und Ladeinfrastruktur vorgesehen. Gemäß Klimaschutzprogramm 2030 will die Bundesregierung auch Konzepte im Bereich der Nutzfahrzeuge auch für den Aufbau von Wasserstofftankstellen entwickeln. Diese sollen anschließend zügig ausgebaut werden, um den Einsatz von grünem Wasserstoffs im Schwerlastverkehr zu fördern. Darüber hinaus will sich die Bundesregierung für den Ausbau der europäischen Infrastruktur einsetzen, um grenzüberschreitende Verkehre mit Brennstoffzellenantrieb voranzubringen. Sowie eine CO2-Differenzierung der LKW-Maut zugunsten klimaschonender Antriebe im Rahmen der Eurovignetten-Richtlinie fördern.

Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

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