So nehmen Sie Mitarbeitern die Angst vor Digitalisierung

In vielen Unternehmen steht der Ausbau des Digitalisierungsgrads spätestens seit der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf der Prioritätenliste ganz oben. Digitalisierung weckt bei vielen Unternehmen die Hoffnung, von technischen Fortschritten und mehr Möglichkeiten zu profitieren, lässt bei den Mitarbeitern aber auch Ängste und Befürchtungen entstehen. Angst vor neuen technischen Herausforderungen, vor Rationalisierungen und vor dem Aufwand, der mit Transformationsprozessen einhergeht. Hier kommt es darauf an, Digitalisierungsprozesse so zu gestalten, dass die Überzeugung von deren Vorteilen gegenüber den Ängsten überwiegt.

So nehmen Sie Mitarbeitern die Angst vor Digitalisierung
Andreas Rinnhofer, Geschäftsführer der INN-ovativ KG, betreibt die E-Learning-Plattform Spedifort

Wenn in Ihrem Unternehmen der Ausbau des Digitalisierungsgrads geplant ist, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten, Wege und Unterstützungen zur Verfügung, um in der Belegschaft Ängste vor Digitalisierung zu minimieren:

  • Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter von Anfang an in den Prozess der Digitalisierung mit ein.

Die Entscheidung für eine Transformation des Betriebs hin zu mehr Digitalisierung fällt in der Regel im obersten Führungskreis des Unternehmens. Sie wird meist mit dem Ziel getroffen, neue Strategien und Methoden zu etablieren. Wenn dann allerdings erste Maßnahmen für den Prozess nur nach unten delegiert und mögliche Trainings angeordnet werden, fühlen sich die betroffenen Mitarbeiter von den Aufgaben zunächst regelrecht erschlagen und nicht in eine gesamtbetriebliche Entwicklung eingebunden. Sinkende Motivation, das Gefühl von geringer Wertschätzung und Skepsis gegenüber Digitalisierung sind dann als Folgen zu beobachten.

Die Mitarbeiter sollten daher von Anfang an über die Beweggründe, die zur Ausweitung der Digitalisierung im Unternehmen geführt haben, informiert werden. Eine solche Transparenz unterstützt das Verständnis und die Akzeptanz der Belegschaft für aktuelle Entwicklungen im Unternehmen und fördert die Umsetzung. Da die Mitarbeiter eines jeden Unternehmens bildlich gesprochen als dessen Motor fungieren, kann sich der gewünschte Erfolg eines Digitalisierungsprozesses nur dann einstellen, wenn die Mitarbeiter von dessen Vorteilen überzeugt werden können und dadurch hinter der Veränderung stehen und diese mittragen.

  • Seien Sie ein Vorbild während des Digitalisierungsprozesses.

Bei einer geplanten Ausweitung der Digitalisierung im Unternehmen spielen die Führungskräfte vor allem als Vorreiter und Vorbilder eine wesentliche Rolle. Nur wenn diese in den Transformationsprozess eingebunden sind und während Workshops und neuen Personalentwicklungsmaßnahmen motivierend zur Seite stehen, können Mitarbeiter diesem Beispiel folgen und eine positive Einstellung gegenüber verstärkter Digitalisierung entwickeln.

  • Bestimmen Sie einen Leader für das Digitalisierungsprojekt.

Als Leader sollten Sie eine Persönlichkeit einsetzen, die die Mitarbeiter von der Notwendigkeit der Veränderung überzeugen, bestenfalls sogar für die Veränderung begeistern kann, und sie in mitreißender Art durch die Umsetzung begleitet. Der Leader sollte die Fähigkeit besitzen, das Engagement der Mitarbeiter anzuregen und sie zu motivieren, beispielsweise durch:

  • die attraktive Vermittlung der Vision des neuen, digitalisierten Unternehmens
  • die Veranschaulichung des Digitalisierungsprozesses über die ganze Transformationsphase hinweg
  • Maßnahmen, die der Angst vor Kündigungen entgegenwirken
  • das Konzipieren einfacher Erfolgserlebnisse in der Anfangszeit
  • die Herstellung eines optimalen Anspruchsniveaus, indem die Vermittlung tiefgreifender Veränderungen und Neuerungen in zumutbare “Häppchen” portioniert wird
  • Fördern Sie kollaboratives Lernen.

Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Chance, gemeinsam und auch voneinander zu lernen. Die Kombination aus kollaborativem Lernen und kurzen Trainingseinheiten kann deutlich effektiver sein als monotone Schulungen. Und das alles ohne Druck! Ermöglichen Sie den Betroffenen das Gefühl, mit den neuen, teils ungewissen und schwierigen Aufgaben nicht allein zu sein, und vermitteln Sie der Belegschaft, dass alle Mitarbeiter mit ähnlichen Herausforderungen und Schwierigkeiten konfrontiert sind und in gleicher Weise auf die Unterstützung und das Verständnis der Unternehmensleitung zählen können. Silodenken in einzelnen Abteilungen ist im Digitalisierungsprozess nicht förderlich. Damit bewältigen Sie und Ihre Mitarbeiter nicht nur Digitalisierungsprozesse ganz ohne Druck, sondern Sie stärken nebenbei auch den Teamgeist im Unternehmen.

Unterstützen Sie also Ihre Mitarbeiter, wo es nötig ist, setzen Sie Vorbildpersonen ein, die hilfreiche Impulse liefern, und erarbeiten Sie ein flexibles Schulungsmodell, mit dem sich Ihre Mitarbeiter die nötigen Kompetenzen aneignen, sodass sie den Prozess der Digitalisierung ohne Angst, hochmotiviert und mit vollem Engagement in Angriff nehmen können.

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