Alkolock, die Wegfahrsperre wird zur Pflichtausrüstung

In Spanien wird derzeit über den Einbau von Atemalkoholmessgeräten als Pflicht-Wegfahrsperre in LKW diskutiert. Doch dies ist nur eine der vielen Änderungen, die die Novelle der Straßenverkehrsordnung vorsieht.

Alkolock, die Wegfahrsperre wird zur Pflichtausrüstung
Foto: spoba / Pixabay

Eine Änderung des spanischen Gesetzes umfasst den Verkehr, Fahrzeuge und die Straßensicherheit. Das bedeutet zahlreiche Änderungen für den Transportsektor, die bereits 2022 in Kraft treten sollen.

Eine davon ist die Möglichkeit für Unternehmen, Alkohol- und Drogenkontrollen bei ihren Fahrern durchzuführen. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines Systems vorgesehen, das den Arbeitgebern Informationen darüber liefert, ob ihre Fahrer noch legal fahren können oder ob sie ihren Führerschein aufgrund von Strafpunkten oder aus anderen Gründen verloren haben.

Die Novelle der StVO enthält eine weitere Änderung, die den obligatorischen Einbau von Alkolocks in Fahrzeugen für den gewerblichen Güter- und Personentransport der Klassen N1 (LKW unter 3,5 t), N2 (LKW zwischen 3,5 und 12 t), N3 (LKW über 12 t), M1, M2 und M3 umfasst.

Wie funktionieren Alkolocks?

Alkolock ist anders gesagt eine Alkohol-Zündschlosssperre. Dies ist eine Vorrichtung, die den Fahrer dazu zwingt, vor dem Starten des Fahrzeugs einen Alkoholtest zu machen. Bei positivem Ergebnis verriegelt sich der Anlasser und das Fahrzeug kann nicht gestartet werden.

Ab Mai 2022 müssen alle Neuwagen in der Europäischen Union mit fortschrittlichen Sicherheitssystemen ausgestattet werden unter anderem auch mit einer Alkohol-Wegfahrsperre. Für bestehende Fahrzeugmodelle gilt diese Pflicht erst ab 2024. Zudem müssen in der EU alle Neuwagen auch mit einem Notbrems- und Spurhalteassistenten ausgestattet sein.

Aktuell sind die Angebote der Hersteller unterschiedlich. Ab Werk bietet Volvo-Trucks, Renault, Iveco, Mercedes und Scania Alkolocks an. Ein nachträglicher Einbau des Systems ist grundsätzlich bei nahezu allen Fahrzeugen möglich, doch die Kosten sind enorm. Diese kann sogar bis zu 3.000 Euro kosten und zusätzlich müsse man sie mindestens jährlich kalibrieren. Zudem seien auch Manipulationen leicht möglich, wenn ein Kollege des alkoholisierten Fahrers vor Fahrtantritt pustet, damit der Motor startet.

Was gilt in Deutschland?

In Deutschland ist eine Anwendung bzw. der Einbau dieser gesetzlich nicht vorgeschrieben. Auch in der StVO finden sich keine Bestimmungen diesbezüglich, obwohl das Thema immer wieder diskutiert wird. Unternehmen, die die Alkolocks nutzen, montieren diese auf freiwilliger Basis.

Zusammenarbeit: Agnieszka Kulikowska-Wielgus

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