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Fahrer, die regelmäßig Güter nach Großbritannien transportieren, wissen, dass in Nordfrankreich die Gefahr besteht, dass Flüchtlinge in LKW-Anhänger einbrechen, um als blinde Passagiere nach Großbritannien zu gelangen. Unglücklicherweise müssen in solchen Fällen Kraftfahrer die strafrechtlichen Konsequenzen dafür tragen.  Und so wurde vor kurzem eine 54-jährige britische Truckerin mit dem Vorwurf der Schlepperei konfrontiert.

Sherralin Ballard fährt seit 33 Jahren LKW. Seit 15 Jahren ist sie im fernverkehr tätig.  Sie muss regelmäßig die französisch-britische Grenze überqueren. Als die Behörden in ihrem Wohnwagen 12 irakische Flüchtlinge entdeckten, ist sie total perplex. Sie reagiert noch verblüffter, als die Polizei sie mit dem Vorwurf der Schlepperei konfrontiert, heißt es Sky News zufolge.

2,5 Stunden entfernt von Caen brechen die Flüchtlinge in den LKW-Anhänger ein

Sherralin kam aus Spanien zurück. Sie hielt in der Raststätte etwa 2,5 Stunden vom französischen Hafen Ouistreham entfernt an, um ihre Ruhepause einzulegen. Ihr LKW war gut gesichert. Am nächsten Tag kam sie zurück und kontrollierte den LKW. Plötzlich kam der Wächter auf sie zu und teilte ihr mit,  dass zwei illegale Einwanderer in ihrem Anhänger aufgefunden wurden. Nach einer gründlichen Durchsuchung des LKW stellte sich heraus, dass sich 11 Männer und eine Frau in den Frachtkisten befinden.

Als die Britin einen der Flüchtlinge fragte, was ihnen das Recht gebe, in ihren LKW einzubrechen , antwortete er, sie wollen nur nach Großbritannien fahren und sie würde ihren Job sowieso nicht verlieren, da der Schaden über die Versicherung abgewickelt wird. Der andere Mann fügte hinzu, dass sie nach Großbritannien wollen, weil Engländer ihr Land bombardieren.

Sherralin wurde zur Polizeiwache gebracht, wo sie 15 Stunden lang in einer Zelle eingesperrt verbracht hat. Polizeibeamte haben ihr Telefon und alle ihre Dokumente konfisziert. Es gab keinerlei Zeugen, dass ihre Unschuldigkeit bezeugen könnten. Letztendlich wurde die Truckerin doch aus der Haft entlassen und durfte nach England zurückkehren. Aber nicht jede Geschichte hat ein gutes Ende.

Strafen für Schlepperei

Flüchtlinge sind meistens in Gruppen unterwegs – folglich fallen die Strafen für Schlepperei höher aus. Pro Flüchtling kann eine Strafe von bis zu 2 000 Pfund verhängt werden. Bußgelder werden normalerweise sowohl dem Fahrer als auch dem Besitzer des Fahrzeugs auferlegt. Auch die Aussagen des Fahrers haben Einfluss auf die Höhe der Strafe. Wenn das Strafgeld nicht bezahlt wird, hat die Border Force (British Border Guard) das Recht, das Fahrzeug zu konfiszieren.

Foto:Twitter/620viking

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