Auch wenn die Transaktion bereits im Dezember 2025 kommuniziert wurde, rücken nun vor allem die strategischen Effekte der Übernahme in den Fokus. GEODIS hat eine Vereinbarung zur Übernahme des französischen Transport- und Logistikunternehmens Malherbe geschlossen. Ziel ist es, das nationale Straßentransportnetz im Bereich Komplett- (FTL) und Teilladungen weiter zu verdichten und die Servicequalität für Kunden zu erhöhen.
Laut GEODIS ergänzt Malherbe das bestehende Netzwerk sowohl geografisch als auch operativ. Durch die Integration sollen insbesondere Verkehre in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft sowie im Einzelhandel gestärkt werden.
Einer der Top-3-Anbieter im französischen FTL- und LTL-Markt
Nach Angaben des Unternehmens wird GEODIS durch die Akquisition zu einem der drei führenden Anbieter im französischen Markt für Komplett- und Teilladungen. Der gemeinsame Umsatz beläuft sich demnach auf rund zwei Milliarden Euro. Gleichzeitig soll die Übernahme das Wachstum der europäischen Straßentransportaktivitäten innerhalb des GEODIS-Netzwerks beschleunigen.
Malherbe bringt dabei eine gewachsene Struktur ein: Das 1956 gegründete Unternehmen betreibt ein landesweites Netz von 40 Niederlassungen, verfügt über eine eigene Flotte von rund 1.500 Lkw und beschäftigt mehr als 3.300 Mitarbeitende in ganz Frankreich.
Dekarbonisierung als gemeinsamer strategischer Hebel
Ein zentraler Aspekt der Transaktion ist die Nachhaltigkeitsstrategie. Malherbe hat nach eigenen Angaben seit 2024 ein umfassendes Programm zur Diversifizierung der Energiequellen, zur schrittweisen Elektrifizierung der Flotte sowie zum Aufbau eigener Ladeinfrastruktur umgesetzt. Diese Ausrichtung passe, so heißt es von GEODIS, zu den eigenen Ambitionen, den CO2-Fußabdruck im Straßentransport konsequent zu senken.
Wie weit Malherbe bei der praktischen Umsetzung bereits ist, zeigt ein aktuelles Industrieprojekt: Im Auftrag von Renault Trucks betreibt der Transporteur einen zentralen Logistikkorridor zwischen den Standorten Blainville-sur-Orne, Lyon und Bourg-en-Bresse nahezu vollständig elektrisch. Dabei kommen 22 vollelektrische Sattelzugmaschinen vom Typ Renault Trucks E-Tech T zum Einsatz. Die Fahrzeuge sind in zwei festen Umläufen organisiert und bedienen just-in-time-Verkehre für Kabinen, Motoren und Achsen. Der Logistikkorridor gilt als Referenz für die Dekarbonisierung komplexer industrieller Transportketten und unterstreicht den strategischen Mehrwert, den Malherbe in das Netzwerk von GEODIS einbringt.
GEODIS sieht sich durch die Übernahme damit zusätzlich als Treiber der Dekarbonisierung im französischen Straßengüterverkehr positioniert.
Management: „Starke französische Alternative“
Marie-Christine Lombard, Chief Executive Officer von GEODIS, bezeichnet die Übernahme als strategisch wegweisend. Die Integration von Malherbe sei „ein wesentlicher strategischer Hebel beim Aufbau eines widerstandsfähigeren und nachhaltigeren landesweiten Netzwerks“. Gemeinsam könne man „eine starke französische Alternative auf dem Markt anbieten, die operative Exzellenz, Umweltleistung und strategische Autonomie in der Logistik vereint“, so Lombard.
Abschluss nach Freigabe der Behörden
Der Vollzug der Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen regulatorischen Genehmigungen. GEODIS ist eine Tochtergesellschaft der SNCF und baut mit dem Schritt gezielt seine Rolle im heimischen Straßentransportmarkt aus – in einem Umfeld, das von Konsolidierung, Kostendruck und steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen geprägt ist.









