Die Corona-Pandemie kann die Welt für immer ändern. Die aktuelle Krise wird die bereits begonnenen Änderungen beschleunigen sowie neue Trends und Prioritäten enthüllen. Dies wird dazu führen, dass sich Verbraucher, Unternehmen und Supply Chain Manager in “der neuen” Normalität werden zurechtfinden müssen. Die neulich veröffentlichte DHL-Studie stellt aktuelle Herausforderungen für Lieferketten dar und liefert aufschlussreiche Hinweise, wie diese zu meistern sind.

Was bedeutet die neue Normalität ? Wie gestalten sich die einzelnen Phasen, die zu dieser neuen Normalität führen? Wie ist so ein Übergang zu meistern? Wie wird sich die Phase des Post-Coronavirus auf Lieferketten auswirken? Welche Rolle spielen dabei Supply Chain Manager? Welche Maßnahmen sind zu ergreifen, um die Resilienz der zukünftigen Lieferketten zu gewährleisten? Die Autoren der DHL-Studie: Professor Richard Wilding, Dr Klaus Dohrmann, Dr Malcolm Wheatley versuchten, auf alle diese Fragen ausführlich einzugehen.

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Quelle: Screen: dhl.com

Übergangsphase vor der neuen Normalität

Aus dem DHL-Bericht geht hervor, dass sich Lieferketten derzeit in einer Übergangsphase (zu Englisch: pre-new normal stage) befinden, die als Vorbereitung für “die neue Normalität” betrachtet werden sollte. Bevor sich die Lieferketten von der Krise erholen können, müssen sie entsprechend an die aktuellen Bedingungen und Auswirkungen der Pandemie angepasst werden. Dies bedeutet weitgehende Änderungen an Beschaffungs-, Transport und Lagernetzwerken, die unerlässlich sind, um in der neuen Welt nach dem Coronavirus überleben zu können. Es wird nämlich unmöglich sein, die Lieferketten auf einmal auf ein Niveau vor der Pandemie zu bringen.

Laut dem Bericht von DHL kann diese Übergangsphase in Monaten gemessen werden, weil Änderungen auf technologischer oder geschäftlicher Ebene ziemlich flexibel sind.

Transparenz und Investitionen in digitale Transformation als Schlüssel zum Erfolg

Es wird von der entscheidenden Bedeutung sein, Transparenz in der gesamten Lieferkette so schnell wie möglich zu erreichen, so Klaus Dohrmann, Vice President Sector Development Engineering, Manufacturing & Energy bei DHL Customer Solutions and Innovation.

Neben der Gewährleistung der Transparenz werden in der Studie auch Investitionen in die digitale Transformation und die Identifizierung alternativer Liefer- und Vertriebskanäle als Schlüssel zum Erfolg in der Übergangsphase genannt. Dies wird jedoch länger dauern. Diversifizierung erfordert häufig die Entwicklung völlig neuer Supply-Chain-Netzwerke und Infrastrukturen”, heißt es in dem Bericht.

Erhöhung der Resilienz und Effizienz von Lieferketten

„Die Kenntnis der Lieferketten, aller Lieferanten bis zur dritten Stufe und sogar möglicher Alternativen für sie ist die Voraussetzung für langfristige Entscheidungen [in Richtung] der neuen Normalität. Dies bedeutet auch neue Transport- und Lagernetzwerke sowie Erhöhung der Resilienz und Effizienz von Lieferketten „, sagte Dohrmann.

In Bezug auf Lagernetzwerke empfiehlt der Bericht den Supply Chain Managern, genau zu prüfen, wo und in welchen Mengen das Inventar gelagert wird, sowie wo Pufferbestände am meisten benötigt werden. Die Nähe der Lagerhäuser zu Lieferanten und Kunden, das Wissen über ihr typisches Nachfragenniveau und ihre Reaktionsfähigkeit während einer Störung sind auch besonders relevant.

Aus der Studie ergibt sich auch, dass die Sicherstellung eines Lagerbestands für die Bedürfnisse der vorher genannten Übergangsphase unheimlich wichtig sei, weil die Verbraucher für mehr Volumen sorgen, aber seltener einkaufen gehen. “Aufgrund sozialer Distanzierung bevorzugen sie Online-Einkäufe”, so der Bericht unter Berufung auf die anhaltenden Auswirkungen des Peitscheneffekts.

Entsprechende Umstellung von normalen Kaufmustern für stationäre Geschäfte ist eine weitere Herausforderung, die zu meistern ist.

„Dabei sind Kanalkonflikte sowie eine grundlegende Analyse von Kundenerwartungen und Kosten für den Service zu berücksichtigen”, betonte Dorhmann.

Die kurzfristige Umstellung auf E-Commerce-Modelle während der Krise ermöglichte nämlich keine ordnungsgemäße Vorbereitung und Implementierung der richtigen Kosten-, Fulfillment– oder Vertriebsmodelle. Die Wahl der richtigen oder sogar ganz neuer Partner in den kommenden Monaten könne dazu beitragen, ein erfolgreiches E-Commerce-Ökosystem aufzubauen, fügt er hinzu.

Darüber hinaus wird die Abkehr von der Just-in-Time-Bestandsplanung nicht nur für die Herstellung, sondern auch für Lebensmittel, Konsumgüter und andere Branchen von entscheidender Bedeutung sein.

Die finale Schlussfolgerung der Studie lautet: „Resilienz ist kostenneutral. Dabei können zwar zusätzliche Kosten entstehen, aber es lohnt sich oft, für den daraus resultierenden zusätzlichen Schutz und die Sicherheit zu zahlen.”

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Quelle: Screen/ dhl.com

Foto: Screen / dhl.com 

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