Am Mittwoch ( 28. Oktober ) einigten sich während einer Videokonferenz Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten auf die Einführung von verschärften Corona-Maßnahmen.

Die neuen Regeln gelten ab dem 2. November und treffen besonders die Hotel-und Gastronomiebranche sowie Freizeiteinrichtungen hart. Der Teil-Lockdown soll eine weitere unkontrollierte Ausbreitung des Virus vermeiden.

Wir müssen alles tun, um Grenzschließungen auch weiterhin zu vermeiden. Der Europäische Binnenmarkt setze voraus, dass Lieferketten auch in Pandemiezeiten funktionierten.Diesbezüglich haben wir aus dem ersten Shutdown gelernt, kommentierte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier  die neuen Regeln der „Wirtschaftswoche“ gegenüber.

Unterdessen wächst unter Unternehmen die Sorge vor einem zweiten Lockdown. Kloepfel Consulting, eine auf Lieferketten spezialisierte Unternehmensberatung, hat vom 22. bis zum 28. Oktober im Rahmen einer Online-Blitzumfrage 246 deutsche Fach- und Führungskräfte nach ihren Befürchtungen vor einem zweiten Lockdown befragt. Die Umfrageteilnehmer kamen aus produzierenden mittelständischen Unternehmen bis zu 500 Millionen Euro Jahresumsatz.

Die Ergebnisse der Umfrage haben ergeben, dass jeder vierte Befragte zum Umfragezeitpunkt nicht mit einem vollständigen Lockdown rechnete. 38 Prozent waren hingegen der Meinung,  dass es dazu innerhalb der nächsten vier Wochen und jeder Zehnte, dass es dazu innerhalb der nächsten acht Wochen kommen könnte.  18 Prozent gaben an,  dass ein Lockdown eingeführt wird, konnten aber nicht sagen wann. 9 Prozent der Umfrageteilnehmer konnten die Fragen nicht beantworten.31 Prozent der Befragten bereitet ein möglicher Lockdown auch Kopfzerbrechen. Die  Umfrageteilnehmer haben vor allem Sorgen um ihren Arbeitsplatz, aber auch um eine Produktionsausfälle und Umsatzrückgänge. Sollte es zu einem Lockdown wie im Frühjahr kommen,  gaben nur 12 Prozent der Befragten an, dass es bei ihnen nicht zu Produktionsausfällen kommt. 14 Prozent antworteten, dass ihre Produktion um bis zu 10 Prozent schrumpfen könnte. 39 Prozent gaben an,  dass sie um ein Viertel weniger und 13 Prozent, dass sie um die Hälfte weniger produzieren könnte. Einen Rückgang der Produktion um 75 Prozent gaben 3 Prozent an. 8 Prozent könnten im Fall eines Lockdown überhaupt nicht mehr produzieren.

Mit Blick auf mögliche Umsatzausfälle gehen 7 Prozent der Teilnehmer nicht von Umsatzausfällen durch einen Lockdown aus. 17 Prozent der Befragten gehen im Fall eines Lockdowns mit Umsatzausfällen bis zu 10 Prozent , 31 Prozent mit Umsatzeinbußen bis zu 25 Prozent und  14 Prozent von Umsatzausfällen um 50% aus. 10 Prozent gaben an, dass ihre Umsätze sogar um bis zu 75 Prozent und 13 Prozent, dass der Umsatz komplett einbrechen könnte. Nur 7 Prozent antworteten, dass sie von Umsatzausfällen nicht betroffen wäre.

Die Sorgen vor einem zweiten Lockdown wie Anfang des Jahres sind groß. Wir merken in unserem täglichen Beratungsgeschäft aber auch, dass sich viele Unternehmen der Corona-Lage angepasst haben. Sie haben ihre Lager aufgefüllt, kommunizieren viel sowohl mit ihren Kunden als auch Lieferanten und sie haben ihre Lieferketten robuster aufgestellt, sagt Marc Kloepfel, CEO Kloepfel Consulting.

Foto: Pixabay

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