Ein LKW, der Dampf statt Kohlendioxid, Stickoxiden und Feinstaub generiert? Dies ist keine abgehobene Zukunftsvision,  sondern ein Trend,  der auf uns innerhalb der nächsten Jahre zukommen wird. Derzeit gibt es noch wenige Wasserstoff-Tankstellen, doch binnen nächster Jahre soll eine geeignete Infrastruktur entwickelt werden. Warum wird Wasserstoff höchstwahrscheinlich Diesel ersetzen wird, dafür gibt es einige Gründe.

In viele europäischen Städten wird die Luft immer schlechter. In immer mehr Ballungsräumen werden Dieselfahrzeuge verboten. Dies wiederum zwingt Transportunternehmen dazu, nach alternativen Lösungen für innerstädtische Lieferungen zu suchen. Aus diesem Grund wächst die Beliebtheit von Lastkraftwagen, die mit mit Öko-Treibstoff angetrieben werden von Jahr zu Jahr.

Neben Flüssigerdgas (LNG), komprimiertem Erdgas (CNG) und Elektrofahrzeugen können Unternehmen auch mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge wählen. Die Hauptvorteile von Elektroautos mit Wasserstoff-Brennstoffzellen sind hauptsächlich niedrigere Kraftstoffkosten und Null-Emissionen. Die Fahrzeuge sind auch sehr leise. Darüber hinaus ermöglicht das Brennstoffzellensystem eine stärkere Gewichtsreduzierung und eine Erhöhung des Laderaums im Vergleich zu Batterien, die in elektrischen Lastkraftwagen verwendet werden.

Laut Yorick Ligen von der Technischen Universität Lausanne (EPFL) wird diese Lösung den LKW-Transport revolutionieren. Diese Innovationen werden in den nächsten 5 Jahren auf dem Markt normal verfügbar sein. Brennstoffzellen-LKW werden derzeit nur von wenigen Herstellern angeboten, darunter Hyundai, Nikola Motor Company.

Wasserstoffantrieb – wie funktioniert das?

Brennstoffzellen produzieren Strom, der den Elektromotor fliegend versorgt. Eine Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt Energie. Wasserstoff strömt aus dem Tank und Sauerstoff wird in die Brennstoffzellen eingeleitet. Die so erzeugte elektrische Energie wird in die Batterien eingespeist und treibt den Elektromotor an. Überschüssige Energie wird in der Lithium-Ionen-Batterie bei geringerem Leistungsbedarf gespeichert (z. B. bei ruhigem Fahren mit mäßiger Geschwindigkeit). Das einzige Nebenprodukt der Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff ist reines Wasser.

1.000 wasserstoffbetriebene LKW von Hyundai

Im Oktober gab Hyundai bekannt, dass die Firma mit dem Schweizer Unternehmen H2 Energy einen Vertrag über die Lieferung von 1.000 Brennstoffzellen-LKW unterzeichnet hatte. Die Realisierung des Vertrags  hat in diesem Jahr begonnen und dauert bis 2023. Das Modell ist mit einem neu entwickelten Brennstoffzellensystem mit einer Leistung von 190 kW (2 x 95 kW) ausgestattet und hat eine Reichweite von etwa 400 km. Das zulässige Gesamtgewicht des Lastkraftwagens beträgt 18 Tonnen (34 Tonnen einschließlich Sattelschlepper).

Das Schweizer Unternehmen H2 Energy ist auf die Erzeugung und Lieferung von Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen spezialisiert. Die bestellten Fahrzeuge wird die Firma ihren Kunden (z. B. Tankstellenbetreibern und Unternehmen aus dem Einzelhandel) zur Verfügung zu stellen.

Wasserstoff-LKW von Toyota

Toyota stellte im Oktober 2017 seinen ersten wasserstoffbetriebenen Lastkraftwagen mit dem Namen Alpha vor. Das Fahrzeug verwendet einen Elektromotor und Brennstoffzellensysteme von Toyota Mirai. Weniger als ein Jahr später, im Juli 2018, präsentierte Toyota einen weiteren LKW –  Beta. Dank eines stärkeren Motors und größerer Wasserstofftanks konnten die Japaner die Reichweite von 320 im Fall von Alpha auf 500 km im Fall von Beta erhöhen. Die Fahrzeuge wurden in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen LKW-Hersteller Kenworth entwickelt. Die Hersteller haben auch schon einen weiteren Truck angekündigt, der auf dem Kenworth T680s-Modell basiert.

Nikola beeindruckt mit Reichweite

Nikola Motor Company hat bereits zwei Brennstoffzellen-LKW-Modelle, Nikola One und Two, vorgestellt. Aufgrund des großen Interesses an den Fahrzeugen in den USA plant das Unternehmen auf dem europäischen Märkten zu expandieren. Zu diesem Zweck hat es einen weiteren Wasserstoff-Elektro-LKW entwickelt – Tre, der mit den europäische Normen und Vorschriften konform ist.

Die maximale Leistung, die Tre erreicht, beträgt 1.000 PS. Je nach Modell kann das Fahrzeug eine Distanz von 500 bis 1.200 km zurücklegen. Das vollständige Aufladen des leeren Tanks dauert nur 20 Minuten. Die Weltpremiere von Nikola Tre ist für den 16. April in Phoenix geplant. Die Massenproduktion wird  2022/23 beginnen.

 

Wasserstoff-Tankstellen in Europa

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Quelle: https://h2.live

Foto: nikolamotor.com

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