Bildnachweis: Alan Sansbury, Liverpool, England, via Wikimedia Commons (CC BY 2.0).

Eddie Stobart und Great Bear mit 38,1 Millionen Pfund Verlust

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Die beiden zur Culina Group gehörenden Unternehmen verzeichneten 2025 zusammen einen Vorsteuerverlust von 38,1 Millionen Pfund. Der Umsatz von Great Bear stieg zwar, doch auch Eddie Stobart geriet deutlich stärker unter Druck. Gleichzeitig beginnt Culina, zehn Marken unter einem Namen zusammenzuführen. Der im britischen Straßengüterverkehr bekannte Markenname Stobart soll schrittweise von Fahrzeugen und Logistikstandorten verschwinden.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Zahlen

  • Der Vorsteuerverlust von Eddie Stobart stieg von 0,9 Millionen Pfund 2024 auf 24,9 Millionen Pfund 2025.
  • Der Umsatz von Eddie Stobart sank um 13,4 Millionen Pfund auf 543,4 Millionen Pfund. Aus einem Betriebsgewinn von 12,8 Millionen Pfund wurde ein Betriebsverlust von 12,6 Millionen Pfund.
  • Great Bear Distribution wies trotz eines Umsatzanstiegs auf mehr als 525 Millionen Pfund einen Vorsteuerverlust von 13,2 Millionen Pfund aus.
  • Die Culina Group kündigte im Oktober an, zehn Marken künftig unter dem einheitlichen Namen Culina zu führen.

Eddie Stobart Limited reichte den Jahresabschluss für das Geschäftsjahr bis zum 31. Dezember 2025 am 7. Oktober 2026 beim britischen Companies House ein. Die Zahlen zeigen, wie stark sich die finanzielle Lage des Unternehmens innerhalb eines Jahres verschlechtert hat.

Der Umsatz von Eddie Stobart belief sich 2025 auf 543,4 Millionen Pfund, nach 556,8 Millionen Pfund im Vorjahr. Noch deutlicher fiel die Entwicklung beim operativen Ergebnis aus: Nach einem Gewinn von 12,8 Millionen Pfund 2024 verbuchte das Unternehmen 2025 einen Betriebsverlust von 12,6 Millionen Pfund. Der Vorsteuerverlust stieg von 0,9 Millionen auf 24,9 Millionen Pfund. Der Nettoverlust lag bei 16,9 Millionen Pfund, verglichen mit 1,1 Millionen Pfund im Vorjahr. Das Nettovermögen schrumpfte von 36,8 Millionen auf 19,9 Millionen Pfund. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Beschäftigtenzahl von 3.642 auf 3.498.

Die Geschäftsführung führt den Umsatzrückgang vor allem auf geringere Transportmengen bei bestehenden Kunden zurück. Beim Betriebsergebnis schlugen zudem deutlich höhere konzerninterne Kosten sowie gestiegene Mietaufwendungen für die Fahrzeugflotte zu Buche.

Auch die Liquiditätslage verschlechterte sich. Ende 2024 verfügte Eddie Stobart noch über liquide Mittel in Höhe von 8 Millionen Pfund. Ein Jahr später wies das Unternehmen hingegen einen Überziehungskredit von 4,1 Millionen Pfund aus.

Die durchschnittliche Zahlungsfrist für Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten verlängerte sich von 24,4 auf 35,1 Tage.

2025 übernahm Eddie Stobart außerdem Vermögenswerte im Wert von 109,4 Millionen Pfund von der Konzerngesellschaft Culina Asset Management. Dazu gehörten Fahrzeuge und Ausrüstung, Nutzungsrechte, Forderungen aus Finanzierungsleasing sowie die damit verbundenen Leasingverbindlichkeiten.

Great Bear schreibt trotz höherem Umsatz Verlust

Auch Great Bear Distribution, ein auf Kontraktlogistik und Lagerhaltung spezialisierter Logistikdienstleister, blickt auf ein schwieriges Geschäftsjahr zurück. Das Unternehmen reichte seinen Jahresabschluss am 8. Oktober 2026 ein. Der Umsatz stieg von 513,4 Millionen auf mehr als 525 Millionen Pfund. Beim Ergebnis vor Steuern kehrte sich die Entwicklung jedoch um: Aus einem Gewinn von 15,3 Millionen Pfund 2024 wurde 2025 ein Verlust von 13,2 Millionen Pfund. Der Betriebsgewinn sank von 41 Millionen auf 12,3 Millionen Pfund.

Als wesentliche Belastungen nennen die Unterlagen höhere Personal-, Immobilien- und Energiekosten, den Wegfall einzelner Verträge sowie nicht ausgelastete Lagerflächen. Zusätzlich entstanden Kosten durch die Neuordnung des Lagernetzwerks, darunter die Schließung mehrerer wenig genutzter Standorte. Auch die Kunden beglichen ihre Rechnungen später: Die durchschnittliche Frist für den Zahlungseingang aus Forderungen verlängerte sich von 52 auf 74 Tage. Dazu trugen unter anderem mehrere Großverträge mit längeren Zahlungszielen bei.

Die Verbindlichkeit von Great Bear gegenüber dem zentralen Cash-Management des Konzerns stieg von 1,8 Millionen auf 50,9 Millionen Pfund.

Zusammen erzielten Eddie Stobart und Great Bear 2025 mehr als 1 Milliarde Pfund Umsatz. Dennoch belief sich ihr gemeinsamer Vorsteuerverlust auf 38,1 Millionen Pfund. 2024 hatten beide Unternehmen zusammen noch einen Gewinn von 14,4 Millionen Pfund ausgewiesen. Die Zahlen beziehen sich ausschließlich auf diese beiden Gesellschaften und stellen nicht das konsolidierte Ergebnis der Culina Group dar.

Culina bündelt zehn Marken unter einem Namen

Die Veröffentlichung der schwachen Ergebnisse fällt mit weitreichenden organisatorischen Veränderungen bei der Culina Group zusammen. Am 13. Oktober 2026 teilte der Konzern mit, zehn Marken künftig unter dem Namen Culina zusammenzuführen. Betroffen sind Eddie Stobart, Stobart Europe, Great Bear, Fowler Welch, Warrens, CML, IPS, iForce, IRF und Culina Logistics.

Damit soll der im britischen Straßengüterverkehr bekannte Markenname Stobart schrittweise von Lkw, Aufliegern und Logistikstandorten verschwinden. Die Umstellung betrifft eine Organisation mit rund 15.000 Beschäftigten. Sie soll schrittweise erfolgen; einen Termin für den vollständigen Abschluss nannte Culina nicht. Einige Marken bleiben unter ihrer bisherigen Bezeichnung bestehen: Stobart EU Automotive, The Pallet Network und Eventor sind von der Umbenennung nicht betroffen.

Nach Angaben der Culina Group soll der einheitliche Markenauftritt die Größe des Geschäfts und das breite Dienstleistungsangebot besser widerspiegeln. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Entscheidung unmittelbar durch die Verluste von Eddie Stobart und Great Bear ausgelöst wurde. Der Konzern stellt die Maßnahme vielmehr als nächsten Schritt bei der Integration seiner Unternehmen dar.

Culina bleibt Teil der Unternehmensgruppe Theo Müller

Eddie Stobart und Great Bear gehören zur Culina Group, die wiederum Teil der Unternehmensgruppe Theo Müller ist. Die international tätige Gruppe ist in der Lebensmittel- und Dienstleistungsbranche aktiv. Die Liquidität der beiden Unternehmen wird zentral innerhalb des Konzerns gesteuert. Beide Abschlüsse wurden am 28. September 2026 vom selben Direktor, Thierry Held, unterzeichnet.

Trotz der ausgewiesenen Verluste bewerten die Unternehmensleitungen die Finanzierung als ausreichend und die Gesellschaften als finanziell stabil. Die Planungen der Culina Group reichen bis Dezember 2027. Nach Angaben des Konzerns stehen sowohl externe Finanzierungen als auch Mittel innerhalb der Müller-Gruppe zur Verfügung.

Eddie Stobart will sich unter anderem auf den Abbau zentraler Kosten und Gemeinkosten sowie auf eine effizientere Nutzung des Transportnetzwerks konzentrieren. Außerdem soll die Betreuung bestehender Kunden intensiviert werden, während das Straßen- und Bahngeschäft weiterentwickelt wird.

Steigende Kosten belasten die britische Logistik

In beiden Abschlüssen werden ähnliche Risiken genannt: Inflation, hohe Betriebskosten, Zinsen sowie Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fahrern und Lagerpersonal.

Die Ergebnisse von Eddie Stobart und Great Bear zeigen, wie schnell steigende Kosten und eine schwächere Auslastung von Fahrzeugen und Lagerflächen die Profitabilität großer Logistikdienstleister unter Druck setzen können. Bei Eddie Stobart waren vor allem rückläufige Transportmengen und höhere Flottenkosten ausschlaggebend. Great Bear litt dagegen unter verlorenen Verträgen und ungenutzten Lagerkapazitäten. Beide Unternehmen müssen diese Herausforderungen bewältigen, während die Culina Group ihre Marken umfassend integriert.

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