Fertigungs- und Produktionssysteme lassen sich als Zusammenspiel verschiedener Akteure beschreiben. Dazu gehören unter anderem Maschinen, Lager und Transportsysteme. Ist alles perfekt aufeinander abgestimmt, laufen alle Prozesse reibungslos. Das macht die Konnektivität zu einem erfolgsentscheidenden Faktor. Denn sie ermöglich ja erst den Informationsaustausch in diesen cyber-physikalischen Einheiten. Industrie Wearables erleichtern dabei den Weg hin zu einer smarten Fertigung.

Eine eher traditionelle – aber weit verbreitete – Sichtweise betrachtet diese Systeme als Kombination aus industriellen Geräten, Software und Informationstechnologie. Der menschliche Mitarbeiter steuert das Systemdesign und die äußere Kontrolle dazu bei.

Diese Sichtweise mag auf den ersten Blick nur natürlich erscheinen. Allerdings gibt es gute Gründe, den menschlichen „Mitarbeiter“ als einen integralen Bestandteil dieser Systeme zu betrachten. Zum Beispiel, weil dies ein besseres Verständnis der heutigen Industrie fördert. Darüber hinaus betont dieser Ansatz auch besonders die Interaktion zwischen Mensch und Maschine.

Interaktion zwischen Mensch und Maschine

Dass sich der Mensch grundlegend von allen anderen Komponenten dieser Systeme unterscheidet, liegt auf der Hand. Dementsprechend muss der Schutz seines Lebens, seiner Würde und seiner Rechte immer oberste Priorität genießen. Der Mensch kann und wird unabhängige Entscheidungen treffen, sich anpassen und relativ schnell neue Dinge lernen. Maschinen hingegen führen in der Regel jeweils nur einen ganz bestimmten Schritt auf einmal aus! Will man etwas Neues hinzuzufügen, bedeutet das meist erhebliche Aufwand und immense Kosten.

Wissen, Erfahrung, Intelligenz und Beweglichkeit machen Menschen einzigartig und – in vielerlei Hinsicht – unentbehrlich. Dies gilt umso mehr für Produktionsmethoden, die eher auf Flexibilität als auf Effizienz setzen. Menschliche Arbeitskräfte können Systeminformationen mit Hintergrundwissen kombinieren. Das erlaubt es ihnen, professionelle, angemessene und spontane Entscheidungen zu treffen und diese auch sofort umzusetzen. Eben diese Kombination aus analytischen und praktischen Fertigkeiten macht den herausragenden Wert der menschlichen Arbeit im Produktionsprozess aus.

Produktionsprozesse sind in der Regel komplex. Sie unterliegen zahlreichen erwünschten und unerwünschten Variablen. Deshalb muss man jederzeit mit ungeplanten kleineren und größeren Ereignissen rechnen. Gerade das verlangt aber nach der Spontaneität und Flexibilität, die den Mensch auszeichnet. Dagegen müssen Maschinen und Roboter in diesem Zusammenhang passen. Sie können derlei Problem nicht effektiv angehen.

Es kann kaum ein Zweifel bestehen, dass eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ein Schlüsselziel darstellt. Vordenker müssen sich also damit befassen. Industrie Wearables können entscheidend dazu beitragen, substanzielle Fortschritte in dieser Hinsicht zu erzielen.

Während Wearable-Technologie im B2B-Bereich einen relativ neuen Trend bildet, ist sie im Konsumentenumfeld bereits recht gut etabliert. Dementsprechend stark wächst der Verkauf von Wearables. Nach Angaben des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens IDC wurden allein im Jahr 2018 weltweit rund 172 Millionen Wearables verkauft. Fitness-Armbänder und Smart-Watches konnten dabei den Löwenanteil auf sich vereinen. Im Jahr zuvor lag der weltweite Absatz bei 135 Millionen Einheiten.

Industrie Wearables: ein digitaler Assistent am Arbeitsplatz

Industrie Wearables lassen sich durchaus treffend als digitale Assistenzsysteme beschreiben, die direkt am Körper getragen werden. Beispiele hierfür sind elektronische Geräte, die über das Unternehmensnetzwerk Daten austauschen können. Unter anderem kommen Smart Glasses in so genannten Pick-by-Vision-Systemen zum Einsatz. Am Kopf angebrachte Displays finden sich in intelligenten Produktionslinien, bei der Wartung oder an Remote-Support-Standorten. Sie bieten den Mitarbeitern eine spürbare Unterstützung. Aber auch Westen, Schuhe und Handschuh-Scanner kann man als Beispiele anführen.

Wearable Technologie geht dabei über einfache E/A-Anforderungen wie das Drücken von Knöpfen und das Lesen von Miniaturdisplays hinaus. Vielmehr zielt sie auf sinnvolle Interaktion ab. Letztendlich bedeutet dies einen Versuch, den Grad der Integration zu erhöhen sie auf das so genannte Internet der Dinge auszudehnen. Dies wird nicht nur für mehr Effizienz, Ergonomie und Qualität sorgen, sondern auch die Sicherheit der Arbeitnehmer verbessern.

Foto: PROGLOVE

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