Jeder Dienstleister und Zulieferer von Arcelor Mittal soll bis Ende März eine Kostensenkung von 10 Prozent anbieten, berichtet die Deutsche Verkehrs-Zeitung, die Zugriff auf ein Schreiben des Stahlriesen an seine Geschäftspartner hat. Das Unternehmen erklärt, dass es nur durch Kostensenkungen in der Lage sein wird, den weiteren Betrieb seiner Werke in Europa zu gewährleisten.
Wenn die Dienstleister, einschließlich der Spediteure, bis Ende März nicht selbst ein neues, günstigeres Angebot vorlegen, wird Arcelor Mittal „keine andere Wahl haben, als eine direkte Preissenkung vorzunehmen“ – heißt es in einem Schreiben an die Spediteure, das dem deutschen Portal vorliegt. Nur so könne das Unternehmen die Folgen des krisenbedingten Nachfragerückgangs in der Automobilindustrie, im verarbeitenden Gewerbe und in der Bauwirtschaft ausgleichen.
Da die Gruppe trotz der ergriffenen Maßnahmen und ihrer strikten Kostendisziplin ihre finanziellen Ziele nicht erreicht hat, kann sie nicht länger ohne die Unterstützung ihrer Partner auskommen, um „diese Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit zu überstehen“.
Transportunternehmen über die Folgen
„Wir beobachten bereits seit geraumer Zeit, dass ein Preiswettbewerb zu Lasten der Transportunternehmen geführt wird“ – sagte Dirk Engelhardt, Sprecher der BGL-Hauptgeschäftsführung, gegenüber der DVZ.
Engelhardt geht davon aus, dass solche Forderungen der Verlader zu einem dauerhaften Abbau von Kapazitäten und Flotten führen werden. Er appelliert daher an die Unternehmen, einen partnerschaftlichen Ansatz zu verfolgen.
Dies ist nicht die erste derartige Aufforderung durch einen Hersteller
Arcelor Mittal hat vor über einem Jahr einen ähnlichen Aufruf gemacht. Vor der deutschen Mauterhöhung hatte das Unternehmen in einem Schreiben an seine Transportdienstleister in Deutschland dargelegt, wie es sich die Zusammenarbeit nach dem 1. Dezember, also nach der Mauterhöhung, vorstellt. Der Hersteller bot zwar an, die Mauterhöhung zu seinen Bedingungen zu übernehmen (Grundlage für den zusätzlichen Betrag wäre die Zahl der auf deutschen Autobahnen gefahrenen Kilometer von den Verladestellen zu den Betriebsstätten der Kunden von Arcelor Mittal). Im Gegenzug erwartete er jedoch, dass die Spediteure ihre Frachtraten senken würden.
Wir müssen eine Senkung der aktuellen Basispreise um minus 5 Prozent ab 1. Januar 2024 fordern, die bis Ende 2024 gilt“ – appellierte der Metallkonzern damals an die Transportunternehmen.