Personenkraftwagen mit Radargeräten, die privaten Unternehmen gehören, überwachen französische Straßen. Sie sind bereits in mehreren Regionen unterwegs und werden bald in weiteren Teilen des Landes erscheinen.

Private, nicht gekennzeichnete Fahrzeuge, die mit Radargeräten ausgestattet sind, tauchten bereits 2018 auf französischen Straßen auf. Damals wurden sie jedoch nur in der Normandie eingesetzt, und Anfang dieses Jahres patrouillierten sie auch in der Bretagne. Die Lösung wird immer beliebter, weil sie im Juni auch in der Zentralregion – dem Loiretal (Centre-Val-de-Loire) und in der Pays-de-la-Loire in Westfrankreich zum Einsatz kam. Bis Ende dieses Jahres sollen Verkehrssünder in vier weiteren Regionen auf diese Art und Weise unter die Lupe genommen werden: Hauts-de-France, Grand-Est, Burgund-Franche-Comté und New Aquitaine. Mehreren Berichten der französischen Presse zufolge sind dort bis zu 140 neue Personenkraftwagen mit Radar zu erwarten.

Woher kommt diese ungewöhnliche Idee? Warum werden Straßen von Privatunternehmen überwacht? Die Einführung von privaten, mobilen Radargeräten wurde seit 2015 geplant und hatte zum Ziel, solche Dienste wie Polizei und Gendarmerie zu unterstützen. Überdies handelt es sich auch darum, Fahrer zu überraschen, weil sie normalerweise nur auf Streifenwagen achten.

Die Route eines solchen Fahrzeugs wird von den Diensten vorab vorgegeben. Mobile Radargeräte können die Straßen an allen Wochentagen überwachen und rund um die Uhr zum Einsatz kommen. Im Durchschnitt wird jeder Wagen fünf bis sechs Stunden am Tag benutzt.

Wie kann ein nicht gekennzeichnetes Auto mit Radar erkannt werden? Sogar nicht gekennzeichnete Personenkraftwagen mit Radargeräten zeichnen sich durch einige Unterscheidungsmerkmale aus, wodurch sie sich erkennen lassen. Sie werden vom französischen Fahrerportal autoplus.fr aufgelistet:

  • Das undurchsichtige Rechteck in der Kennzeichenabdeckung an der vorderen Stoßstange ist ein Infrarot-Kennzeichenleser.
  • Ein großes schwarzes Gerät auf dem Armaturenbrett, d. h. eine Aufzeichnungskamera, die Verkehrssünder registriert.
  • Potentiell sichtbare Kameras befinden sich auch an den Windschutzscheibensäulen und auf der Laderaumabdeckung.
  • Zu den nicht gekennzeichneten Autos gehören oft die gleichen Modelle: Renault Mégane, Dacia Sandero, Citroën Berlingo, Peugeot 208, 308 oder 508. In der letzten Zeit gibt es jedoch auch weitere Automarken wie Ford Focus, Seat Leon, VW Passat und Golf 7.

Foto: Wikimedia/Tabl-trai CCA SA 3.0

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