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300 neue Trailer-Stellplätze: Warum der Hafen Triest für Speditionen wichtiger wird

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Der Hafen Triest erweitert seine Kapazitäten für den Ro-Ro-Verkehr. Auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerks hat HHLA PLT Italy 37.000 Quadratmeter für rund 300 Sattelauflieger in Betrieb genommen. Die zusätzlichen Stellflächen sollen die Abwicklung zwischen Schiff und Straße erleichtern. Gleichzeitig baut der Hafen seine Anbindungen an das europäische Hinterland aus - mit Folgen für Transportketten zwischen dem Mittelmeerraum und Mittel- und Osteuropa.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Im italienischen Hafen Triest stehen seit Ende Oktober zusätzliche Stellflächen für rund 300 Sattelauflieger zur Verfügung. Wie die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) am 28. Oktober mitteilte, befindet sich die neue Anlage unmittelbar neben dem bestehenden Terminal ihrer italienischen Tochtergesellschaft HHLA PLT Italy.

Die Fläche ist für Trailer vorgesehen, die über den Hafen ankommen oder ihn verlassen. Der zusätzliche Platz soll die Organisation der Straßentransporte erleichtern und größere Flexibilität bei der Abwicklung des wachsenden Ro-Ro-Verkehrs ermöglichen.

Warum zusätzliche Trailer-Stellplätze wichtig sind

Für Speditionen und Transportunternehmen ist die Erweiterung vor allem aus operativer Sicht relevant.

Beim Ro-Ro-Verkehr werden Sattelauflieger über Rampen auf Schiffe verladen oder von ihnen entladen. Gerade bei unbegleiteten Transporten können Trailer unabhängig von der Zugmaschine verschifft werden. Dafür werden Stellflächen benötigt, auf denen die Einheiten vor der Verschiffung oder bis zur Abholung bereitstehen.

Zusätzliche Kapazitäten können helfen, ankommende und abfahrende Trailer besser zu organisieren und zeitliche Unterschiede zwischen Schiffsankünften und landseitigen Transporten auszugleichen.

Die neuen Flächen dienen somit nicht als herkömmliche LKW-Parkplätze für Fahrer, sondern als Teil der operativen Hafenlogistik.

Ob sich dadurch die tatsächlichen Wartezeiten verkürzen oder höhere Umschlagmengen erreichen lassen, geht aus der HHLA-Mitteilung allerdings nicht hervor.

Wachsende Ro-Ro-Verkehre erhöhen den Flächenbedarf

Die Erweiterung erfolgt vor dem Hintergrund steigender Ro-Ro-Verkehre am Standort. Das italienische Fachportal AdriaPorts hatte bereits im September über die zusätzlichen Flächen berichtet und dabei auch auf den Einsatz neuer Fähren der Reederei Grimaldi hingewiesen.

Der Ausbau ist für den Hafen von strategischer Bedeutung. Triest liegt am nördlichen Ende der Adria und ist ein wichtiger Umschlagpunkt für Warenströme zwischen dem Mittelmeerraum und den mitteleuropäischen Märkten.

Für international tätige Speditionen ist dabei nicht nur die Kapazität der Schiffsverbindungen entscheidend. Ebenso wichtig ist, wie schnell und zuverlässig die Ladung nach der Ankunft auf Straße oder Schiene weitertransportiert werden kann.

Schiene und Straße: Triest stärkt die Hinterlandanbindung

HHLA PLT Italy betreibt in Triest einen Mehrzweckterminal für Container, Ro-Ro-Ladung und Stückgut. Der Standort verfügt über einen eigenen Bahnanschluss mit vier Gleisen von jeweils rund 300 Metern Länge und ist in das europäische intermodale Netzwerk der HHLA-Tochter METRANS eingebunden.

Die Schienenverbindungen führen über Tarvisio an der italienisch-österreichischen Grenze und Villa Opicina an der Grenze zu Slowenien in Richtung Mittel- und Osteuropa.

Im Juni 2026 wurde zudem eine Bahnshuttle-Verbindung zwischen dem HHLA-Terminal und dem Logistikzentrum Cervignano del Friuli aufgenommen. Laut AdriaPorts waren in der Anfangsphase vier Zugbewegungen pro Woche vorgesehen – jeweils zwei Ankünfte und Abfahrten.

Die Verbindung soll insbesondere Ro-Ro-Verkehre unterstützen und Transportketten in Richtung mitteleuropäischer Märkte besser mit der Schiene verknüpfen.

Damit steht die Erweiterung der Trailer-Stellflächen nicht isoliert, sondern ist Teil eines größeren Ausbaus der Umschlag- und Hinterlandinfrastruktur.

Vom Stahlwerk zum Logistikterminal

Für die zusätzlichen Stellplätze nutzt HHLA PLT Italy rund 37.000 Quadratmeter des ehemaligen Stahlwerksgeländes Servola. Nach der Stilllegung des Stahlwerks im Jahr 2020 und den anschließenden Rückbauarbeiten wird das Areal schrittweise in den Hafenbetrieb integriert.

Die jetzt in Betrieb genommene Fläche ist der erste operativ genutzte Abschnitt des ehemaligen Industriegeländes.

Langfristig ist eine deutlich umfassendere Entwicklung vorgesehen. Dazu gehören der Ausbau des Molo VIII mit zusätzlichen Liegeplätzen für Container- und Ro-Ro-Schiffe sowie weitere Bahn- und Straßenanbindungen. Auch der geplante neue Bahnhof Servola ist Teil des Infrastrukturkonzepts.

Die neuen Trailer-Stellplätze sind damit ein erster praktischer Schritt innerhalb eines größeren Umbaus des Hafenstandorts.

Mehr Fläche allein reicht nicht: Auch die digitale Steuerung wird wichtiger

Mit zusätzlichen Umschlag- und Stellflächen steigen zugleich die Anforderungen an die Koordination der Transportströme. Entscheidend ist nicht allein, wie viele Trailer ein Terminal aufnehmen kann, sondern auch, wie effizient ihre Bewegungen zwischen Schiff, Stellfläche, Straße und Schiene organisiert werden.

Welche Rolle digitale Technologien dabei spielen können, zeigt ein anderes Beispiel aus Italien.

In einem bereits auf trans.iNFO veröffentlichten Gastbeitrag erläutert Dr. Barry Norton von Milestone Systems, wie der Hafen von Livorno Videotechnologie zur Analyse von Verkehrs- und Bewegungsmustern einsetzt. Kameradaten werden dort nicht nur zur Überwachung genutzt, sondern zunehmend auch zur operativen Steuerung von Hafenprozessen.

Solche Systeme können helfen, Engpässe frühzeitig zu erkennen und Umschlagabläufe transparenter zu gestalten. Ob vergleichbare Lösungen auch bei der neuen Trailer-Fläche in Triest eingesetzt werden, hat HHLA nicht mitgeteilt.

Der Ausbau in Triest verdeutlicht damit eine grundsätzliche Herausforderung der Hafenlogistik: Mit dem Wachstum des Güterverkehrs müssen sowohl die physischen Kapazitäten als auch die Steuerung der Abläufe Schritt halten.

Mehr zum Thema: Häfen als Datenzentren: Wie Videotechnologie operative Prozesse verändert – Gastbeitrag von Dr. Barry Norton mit Praxisbeispielen aus dem italienischen Hafen Livorno.

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