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Keine Stellplätze: Niederlande setzen Poller gegen Lkw ein

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In den Niederlanden beginnen Lkw-Fahrer teils schon bis zu 90 Minuten vor dem vorgeschriebenen Halt mit der Suche nach einem legalen Stellplatz. Sind die Parkplätze entlang der Autobahnen belegt, weichen manche auf den Standstreifen aus - mit erheblichen Risiken für die Verkehrssicherheit. Rijkswaterstaat versucht, solche Stopps nun mit fest verankerten Pollern zu verhindern. Transportverbände warnen jedoch: Absperrungen schaffen keine zusätzlichen Stellplätze.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • Entlang der A16 wurden feste Poller installiert, damit Lkw nicht mehr unerlaubt auf dem Standstreifen halten. An der A73 kommen hohe mobile Leitkegel zum Einsatz.
  • Ein unerlaubter Halt auf dem Standstreifen kann mit 320 Euro Bußgeld zuzüglich 9 Euro Verwaltungskosten geahndet werden.
  • Eine von Evofenedex zitierte Studie aus dem Jahr 2022 beziffert den Mangel in den Niederlanden auf rund 4.000 Lkw-Stellplätze.
  • Besonders angespannt ist die Lage in Noord-Brabant und Limburg.

Vor allem in Noord-Brabant und Limburg ist die Parkplatzsuche für Lkw-Fahrer schwierig. Auf vielen Rastanlagen entlang der Autobahnen sind freie Stellplätze knapp. Gleichzeitig gelten in zahlreichen Gemeinden Einschränkungen für längeres Parken auf öffentlichen Straßen oder in Gewerbegebieten.

Das Problem verschärft sich, wenn sich die zulässige Lenkzeit dem Ende nähert. Nach den EU-Sozialvorschriften beträgt die regelmäßige tägliche Ruhezeit grundsätzlich mindestens elf Stunden; unter bestimmten Voraussetzungen kann sie auf neun Stunden verkürzt werden. Ist kein legaler Stellplatz verfügbar, geraten Fahrer damit in einen Konflikt zwischen Ruhezeitvorschriften und Parkverboten.

Feste Poller sollen Stopps auf dem Standstreifen verhindern

Rijkswaterstaat geht insbesondere gegen gefährliche Stopps auf Standstreifen hinter Tankstellen und Rastanlagen vor. An mehreren Stellen entlang der A16 wurden rot-weiße Poller fest im Boden verankert. Anders als mobile Leitkegel lassen sie sich nicht einfach zur Seite schieben oder überfahren.

Die Maßnahmen betreffen unter anderem die Tankstelle Den Hoek bei Zevenbergsche Hoek, Streepland bei Lage Zwaluwe sowie die Rastanlage Hazeldonk in Richtung Belgien und auf der gegenüberliegenden Fahrbahnseite.

Auch an der Rastanlage Romeinse Put an der A73 bei Venray wurden Maßnahmen ergriffen. Dort stellte Rijkswaterstaat im Sommer hohe mobile Leitkegel auf. Die Behörde schließt nicht aus, diese später ebenfalls durch fest installierte Poller zu ersetzen.

Ziel ist es, zu verhindern, dass Fahrer den Standstreifen als zusätzlichen Parkplatz nutzen. Dort abgestellte schwere Fahrzeuge stellen nach Einschätzung der Straßenbehörde ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

329 Euro für unerlaubtes Halten

Wer mit einem Lkw unerlaubt auf dem Standstreifen einer niederländischen Autobahn hält, muss mit einem Bußgeld von 320 Euro rechnen. Hinzu kommen 9 Euro Verwaltungskosten. Sanktionen können sowohl von Polizeibeamten als auch von dazu befugten Kontrolleuren verhängt werden.

RTL Z weist darauf hin, dass diese Sanktion niedriger ausfallen kann als die Folgen bestimmter Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten. Nähert sich die zulässige Lenkzeit ihrem Ende und ist kein regulärer Stellplatz mehr frei, nehmen manche Fahrer deshalb offenbar bewusst das Risiko eines Bußgeldes in Kauf.

Wie häufig Lkw-Fahrer tatsächlich wegen unerlaubten Haltens auf dem Standstreifen belangt werden, lässt sich aus den offiziellen Statistiken allerdings nicht ablesen. Weder Polizei noch das für den Einzug von Geldbußen zuständige CJIB weisen diese Fälle gesondert nach Fahrzeugart aus.

Für alle Fahrzeugklassen zusammen wurden zwischen Jahresbeginn 2026 und dem 11. September 983 Bußgelder wegen dieses Verstoßes verhängt. Im gesamten Jahr 2025 waren es 1.180 Fälle. Die verhängten Geldbußen summierten sich auf knapp 365.000 Euro.

Rijkswaterstaat verweist auf gesicherte Lkw-Parkplätze

Rijkswaterstaat räumt ein, dass entlang der niederländischen Autobahnen zusätzliche Parkmöglichkeiten benötigt werden. Gleichzeitig verweist die Behörde darauf, dass die Rastanlagen an Autobahnen vor allem für kürzere Aufenthalte vorgesehen sind.

Für längere Ruhezeiten nennt Rijkswaterstaat private und gesicherte Lkw-Parkplätze in Autobahnnähe als Alternative. Dort stehen häufig sanitäre Einrichtungen, Gastronomie und Internetzugang zur Verfügung. Videoüberwachung und andere Sicherheitsmaßnahmen können zudem das Risiko von Ladungsdiebstählen verringern.

Allerdings sind solche Anlagen kostenpflichtig und ebenfalls nicht überall ausreichend verfügbar. Auf einem gesicherten Lkw-Parkplatz in Hazeldonk kostet ein 24-stündiger Aufenthalt beispielsweise 20 Euro an Werktagen und 23 Euro am Wochenende.

Rund 4.000 Lkw-Stellplätze fehlen

Ricky Voorn vom Unternehmerverband Evofenedex hält den Infrastrukturmangel für erheblich. Eine Studie aus dem Jahr 2022 kam zu dem Ergebnis, dass in den Niederlanden rund 4.000 Lkw-Stellplätze fehlen. Besonders groß war das Defizit demnach in Limburg und Noord-Brabant, gefolgt von Gelderland.

Die Situation unterscheidet sich allerdings regional und je nach Verkehrskorridor. Selbst wenn die rechnerische Kapazität in einer Provinz ausreicht, können Stellplätze entlang stark frequentierter Güterverkehrsrouten am Abend vollständig belegt sein.

Hinzu kommt die Kostenfrage. Evofenedex zufolge sind Auftraggeber nicht immer bereit, Gebühren für kostenpflichtige Parkplätze zu übernehmen. Gerade bei niedrigen Margen können diese zusätzlichen Kosten für Transportunternehmen ins Gewicht fallen.

Evofenedex arbeitet gemeinsam mit Transport en Logistiek Nederland (TLN) und Vertretern aus sechs Provinzen an möglichen Lösungen. Diskutiert werden unter anderem größere Lkw-Parkanlagen sowie die Nutzung geeigneter Flächen in Gewerbegebieten.

Voorn geht davon aus, dass auch neue Anlagen zumindest teilweise kostenpflichtig sein werden. Betrieb, Reinigung und angemessene Einrichtungen für Fahrer verursachten schließlich laufende Kosten.

Parkplatzmangel ist auch in Deutschland ein Problem

Auch in Deutschland fehlt es seit Jahren an Lkw-Stellplätzen entlang der Autobahnen.

Im April 2026 berichteten wir über drei Schwertransport-Gespanne, die auf dem Standstreifen der A14 nahe Halle hielten, nachdem die Fahrer keinen geeigneten Stellplatz gefunden hatten, bevor sie ihre vorgeschriebene Pause einlegen mussten.

Bei Großraum- und Schwertransporten kann ein ungeplanter Halt auf oder neben der Autobahn zusätzliche Risiken mit sich bringen, weil die Fahrzeuge besonders viel Platz beanspruchen und den übrigen Verkehr stärker beeinträchtigen.

Nach Angaben deutscher Branchenverbände fehlen bundesweit rund 40.000 Lkw-Stellplätze. Viele Fahrer beginnen deshalb bereits am Nachmittag mit der Suche nach einem geeigneten Ruheplatz.

Transportbranche fordert zusätzliche Stellplätze

Transport en Logistiek Nederland legte gemeinsam mit Gewerkschaften bereits 2025 einen Plan zur Verbesserung der Lkw-Parkinfrastruktur vor. Die Organisation fordert, dass Fahrer dort, wo sie ihre vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten müssen, auch eine realistische Möglichkeit zum Abstellen ihrer Fahrzeuge haben.

Poller können gefährliche Stopps auf dem Standstreifen verhindern, lösen aber den Stellplatzmangel nicht.

Damit stehen sich zwei Probleme gegenüber: Rijkswaterstaat will aus Sicherheitsgründen verhindern, dass Lastwagen auf Standstreifen abgestellt werden. Transportverbände verweisen dagegen darauf, dass Fahrer eine legale Alternative benötigen, wenn ihre zulässige Lenkzeit endet und die regulären Parkplätze belegt sind.

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