Oberleitungs-LKW sind eine effiziente Möglichkeit der Stromnutzung im Güterfernverkehr. Von dem Konzept sind immer mehr Länder überzeugt.

Eine Studie des Öko-Instituts zeigt,  dass Oberleitungs-LKW eine effiziente Möglichkeit der Stromnutzung im Güterfernverkehr sind. Wird auf einem Streckennetz von rund 4.000 Kilometern ein leistungsfähiges Oberleitungssystem für LKW aufgebaut, so könnte allein ein Drittel des LKW-Fernverkehrs mittels Oberleitung elektrisch erfolgen.

Bauen wir ein solches Oberleitungsnetz für LKW auf, können die direkten Treibhausgasemissionen allein des Straßengüterfernverkehrs pro Jahr um bis zu 12 Millionen Tonnen CO2 sinken. Das entspricht mehr als einem Drittel der Emissionen des schweren Straßengüterverkehrs, fasst Florian Hacker, Leiter des Projekts zu Potenzialen des Oberleitungsgüterverkehrs zusammen.

Auch wenn man die Treibhausgasemissionen bei der Stromerzeugung berücksichtigt, kann ein Oberleitungs-LKW im Jahr 2025 die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu einem heutigen Diesel-LKW nahezu halbieren. Bis zum Jahr 2030 steigt der Vorteil unter den Vorgaben des Kohleausstiegs sogar auf 60 Prozent an. Im Vergleich der Antriebstechnologien weisen Oberleitungs-LKW neben batterieelektrischen LKW damit das höchste Potenzial zur Treibhausgasminderung im Güterverkehr auf.

Auch Hanno Grünjes von Siemens spricht über das Konzept in höchsten Tönen. Der Konzern wurde vor Jahren vom Land Hessen mit dem Bau der deutschlandweit ersten Oberleitungsanlage für elektrifizierten Straßengüterverkehr auf einer zehn Kilometer langen Strecke beauftragt. Siemens hatte die Innovation „eHighway” 2012 erstmals vorgestellt. Das System fungiert nun auf der Bundesautobahn A5 zwischen den Anschlussstellen Zeppelinheim/Cargo City Süd des Frankfurter Flughafens und Darmstadt/Weiterstadt.  Im Gespräch mit dem „Tagesspiegel” weist der Experte darauf hin, dass das Konzept einen klaren Vorteil  gegenüber anderen Technologien hat.

Verfügbare Wasserstoff-Tankstellen sind weltweit bisher noch sehr selten. Oberleitungs-Know-how gibt es dagegen überall, betont Grünjes.

Grünjes betont auch, dass das Interesse an O-LKW weltweit wächst. So soll sich beispielsweise der indische Autohersteller Tata an Siemens gewandt haben. Aber auch in Österreich, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Ungarn,  Niederlande und sogar Kanada wird in den Oberleitungs-LKW eine aussichtsreiche Option gesehen.

Foto: Scania

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