Ab Montag, dem 20. April, soll in Italien ein landesweiter Stillstand im Straßengüterverkehr beginnen und bis Samstag, den 25. April, andauern. Damit droht ein durchgehender 144-stündiger Ausfall von Lkw-Dienstleistungen im gesamten Land.
Ausgerufen wurde die Aktion von der italienischen Frachtführervereinigung Trasportounito. Hintergrund ist der anhaltende Streit über hohe Dieselpreise und die unzureichenden Möglichkeiten, diese Kosten an Kunden weiterzugeben. Mit Preisen von weiterhin über 2 Euro pro Liter sehen viele Unternehmen ihre Wirtschaftlichkeit gefährdet.
Zwar erhob Italiens Streikaufsicht Ende März formell Einspruch – unter anderem wegen einer zu kurzen Ankündigungsfrist und der Nähe zu einem bereits geplanten regionalen Protest in Sizilien –, doch der Streik ist weiterhin im offiziellen Register des Verkehrsministeriums gelistet. Eine Absage liegt bislang nicht vor.
Damit gilt: Ohne kurzfristige Änderung ist ab Montag mit erheblichen Störungen zu rechnen.
Was zu erwarten ist
Die direktesten Auswirkungen werden italienische Inlandsabholungen und -zustellungen sowie den Straßengüterverkehr in das Land hinein und aus dem Land heraus betreffen. Auch intermodale Sendungen, die an einem oder beiden Enden einer Bahnstrecke auf Lkw-Transporte angewiesen sind, sind gefährdet.
DHL veröffentlichte am 15. April eine Kundeninformation und warnte, dass die internationale Transportkapazität beeinträchtigt sein könnte und sich Verzögerungen bis in die folgende Woche hineinziehen könnten. Der Carrier teilte mit, betroffene Sendungen würden auf die nächstmöglichen Abfahrten umgebucht.
Für dieselben Termine ist kein entsprechender nationaler Bahn- oder Hafenstreik angekündigt, allerdings ist für den 23. April ein regionaler Bahn-Stillstand in Kalabrien vorgesehen – parallel zu separaten lokalen Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr an anderer Stelle. Einige Logistikdienstleister planen dennoch mit weiterreichenden Folgewirkungen, insbesondere in Häfen und auf Bahnverbindungen, die in Straßenabschnitte übergehen.
Sizilien zeigt das mögliche Ausmaß
Wie sich die Situation entwickeln könnte, zeigte zuletzt ein regionaler Streik in Sizilien. Dort kam es trotz fehlender Straßenblockaden zu massiven Störungen entlang der Lieferketten.
Mit einer Beteiligung von rund 90 Prozent verlagerte sich der Druck vor allem auf die Häfen: Be- und Entladeprozesse wurden ausgesetzt, Verbindungen zu Distributionszentren unterbrochen.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar:
- rund 3.000 Trailer und Container standen still,
- etwa 100.000 Paletten konnten nicht ausgeliefert werden,
- logistische Engpässe breiteten sich entlang der gesamten Kette aus.
Diese Entwicklung verdeutlicht, dass bereits das Fehlen von Lkw an kritischen Knotenpunkten ausreicht, um gesamte Lieferketten ins Stocken zu bringen.









