Der tödliche Unfall ereignete sich am Montagmorgen, kurz nachdem der Protest offiziell begonnen hatte. Luigi Nappo (55) koordinierte die Aktivitäten am strategisch wichtigen Knotenpunkt der Autobahnen A1 und A30 (Gebiet San Nicola La Strada in der Provinz Caserta). Zu diesem Zeitpunkt befand er sich neben einer Reihe von Lkw, die auf der rechten Fahrspur abgestellt waren, wo er die Verkehrsorganisation überwachte.
Er wurde von einem Pkw erfasst, der mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der Ausfahrt Caserta Sud unterwegs war. Der Fahrer blieb am Unfallort und wurde von den Behörden festgenommen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits ein formelles Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.
Streik in Italien wurde ausgesetzt
Die Nachricht von der Tragödie änderte den Verlauf der Ereignisse sofort. Der italienische Straßengüterverkehrsverband Trasportounito erklärte, er setze den landesweiten Streik aus.
In einer Erklärung teilte die Organisation mit, die Entscheidung sei als Zeichen der Trauer nach dem Tod des Fahrers gedacht. Der Generalsekretär des Verbands, Maurizio Longo, berichtete, dass der Protest seit Tagesanbruch schrittweise ausgesetzt worden sei.
Er betonte, dass die Tragödie auch eine größere Dimension habe: Seiner Ansicht nach hängen die Leben der Spediteure „an einem immer dünneren Faden“ – aufgrund einer Krise, die er als global und vermutlich unumkehrbar bezeichnete.
Der Streik wurde in verschiedenen Teilen des Landes in den ersten Morgenstunden schrittweise gestoppt. Die Organisation wies jedoch darauf hin, dass es sich um eine Aussetzung des Streiks und nicht um seine endgültige Absage handelt – die Mobilisierung bleibt als Druckmittel aktiv.
Gründe für den Streik
Unmittelbarer Auslöser des Protests waren die steigenden Kosten für Dieselkraftstoff. Nach Angaben der Organisatoren liegt der Dieselpreis seit Monaten bei über €2 pro Liter und kann bis zu 30% der Betriebskosten von Transportunternehmen ausmachen.
Der geplante Streik sollte sechs Tage dauern – von Mitternacht am 20. April bis 25. April – und die Logistik im ganzen Land treffen, einschließlich der Lieferungen von frischen Lebensmitteln und verderblichen Waren. Longo warf den öffentlichen Institutionen und dem zuständigen Ministerium Untätigkeit angesichts der Kostenkrise vor und verwies zugleich auf das Vorgehen der Kommission für Streiks in wesentlichen öffentlichen Diensten, die seiner Aussage nach versuche, dem Protest Hindernisse in den Weg zu legen.
Der angekündigte landesweite Protest war zudem als Reaktion auf frühere Streiks in Sizilien gedacht.
Wie geht es mit dem Streik in Italien weiter?
Trotz des Stopps der Aktion sind die Spannungen in der Branche nicht verschwunden. Für Dienstag, den 21. April, ist im Ministerium für Infrastruktur und Verkehr ein technisches Treffen angesetzt, an dem auch der Verband Unatras teilnehmen wird.
Unterdessen sollen sich am Mittwoch, den 22. April, um 17:00 Vertreter sizilianischer Spediteure (die ihren Streik nach einer Einladung nach Rom ausgesetzt hatten) mit Infrastrukturminister Matteo Salvini und dem stellvertretenden Minister Edoardo Rixi treffen. Dieses Treffen gilt als entscheidend, wenn Italien eine Rückkehr der Proteste auf den Straßen vermeiden will.
Zu den Forderungen der Branche gehören unter anderem Steuererleichterungen, Unterstützung der finanziellen Liquidität der Unternehmen sowie systemische Mechanismen zur Kontrolle der Energiekosten.









