Dieses überlange Gerichtsverfahren ist endlich zu Ende gegangen. Die von New Prime Inc., einem amerikanischen Frachtführer, beschäftigten Berufskraftfahrer kämpften unter anderem darum, dass ihnen nicht nur Kilometergeld ausgezahlt wird. Letztendlich wurde der Vergleich geschlossen, aufgrund dessen der Riese zu einem hohen Schadenersatz zugunsten seiner Mitarbeiter verpflichtet wurde.

Der Fall reicht bis in das Jahr 2015, als einer der Fahrer des Transportunternehmens aus Missouri eine Klage gegen den Arbeitgeber einreichte. Aufgrund der Tatsache, dass er nur Geld pro gefahrene Meile bekommen hatte, wies er damals auf eine unfaire Vergütung hin. Zwischen den einzelnen Fahrten gehörte auch das Laden und Entladen von Waren zu seinen Pflichten. Bald darauf folgten ihm auch andere Fahrer und brachten den Fall vor Gericht in Form einer Sammelklage.

Von so einem problematischen Vergütungssystem wurde in den USA mehrmals berichtet. Aus der von businessinsider.com zitierten Studie ergibt sich, dass im Jahr 2016 sogar 63 Prozent der amerikanischen Lkw-Fahrer zugaben, jeden Tag bis zu drei Stunden ohne finanziellen Ausgleich am Ladedock verbracht zu haben.

Trotzdem ist das Kilometergeld immer noch im häufigen Einsatz unter amerikanischen Transportunternehmen. Die Medien in den USA weisen jedoch darauf hin, dass die Klage gegen New Prime Inc. einen Präzedenzfall darstellen kann, auf den sich Mitarbeiter weiterer Frachtführer möglicherweise berufen werden

„Eine Chance, ein gute Vergütung zu erhalten”

Aufgrund der geschlossenen Vereinbarung muss New Prime Inc. einen Schadenersatz in Höhe von 28 Millionen Dollar an fast 26.000 Fahrer zahlen.

„Der Abrechnungszeitraum läuft vom 2. Oktober 2012 bis zum 8. Mai 2020”, betont freightwaves.com. Das Portal fügt hinzu, dass ein Drittel des gewonnenen Betrags für die Anwaltskosten bestimmt werden muss.

Während der Analyse dieser Geschichte ist das Gericht zu folgender Schlussfolgerung gekommen: „alle Pflichten, die von einem Mitarbeiter während der Reise erfüllt werden, müssen als geleistete Arbeitsstunden angerechnet werden”. Demnach müssen diese auch entsprechend bezahlt werden.

Diese Geschichte kann zu weiteren Klagen führen, welche auf folgende grundsätzliche Frage zurückzuführen sind: Werden Lkw-Fahrer jedes Mal für alle erfüllten Aufgaben, und nicht nur für die Arbeit am Steuer, bezahlt?

Das Unternehmen New Prime Inc. versuchte von Anfang an, das Gericht zu überzeugen dass sein Geschäftsmodell (basierend auf dem Einsatz eines „unabhängigen Auftragnehmers”) nicht rechtswidrig ist.

Dem Bericht von dem Portal bussinesinsider.com zufolge, das sich auf eine Aussage von Steve Crawford, dem Rechtsberater von Prime, beruft, glaubte der Riese sogar, dass die Fahrer immer eine Chance hatten, „ein sehr gutes Gehalt zu erhalten, abhängig von ihrer eigenen Effizienz und Produktivität.

Foto: Daimler Trucks

 

Kommentare

comments0 Kommentare
thumbnail
Um Benachrichtigungen über Kommentare freizuschalten - gehen Sie zu Ihrem Profil