Welches Potenzial hat die Künstliche Intelligenz für den europäischen Mittelstand? Welche Anwendungen gibt es bereits im verarbeitenden Gewerbe? Wie sehen zukünftige Szenarien aus, mit denen der Mittelstand zum Erfolg geführt werden kann? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine Studie von Wissenschaftlern der Universität des Saarlandes. Gefördert wurde die Studie von der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung.

Künstliche Intelligenz (KI) prägt schon heute unseren Alltag – sei es in Form von Sprachassistenten, Navigationssystemen, Smart Home oder Bildanalyseverfahren zur Diagnose von Krankheiten. Das Potenzial von KI ist enorm: In der Zukunft wird sie beispielsweise nötig sein, um autonomes Fahren zu ermöglichen, Energie- und Mobilitätssysteme zu vernetzen und Städte in Smart Cities zu verwandeln. Auch mittelständische Unternehmen können profitieren.

Die Studie der Universität des Saarlandes zeigt, dass Künstliche Intelligenz nicht nur für Großunternehmen, sondern auch im Mittelstand ein entscheidender Hebel für mehr Effizienz und neue Geschäftsmodelle sein kann, erläutert Per Breuer, Vorstandsmitglied der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung. Das Ergebnis der Studie ist speziell für Europa relevant, denn der industrielle Mittelstand bildet in vielen europäischen Ländern das Rückgrat der Wirtschaft. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch, dass der Mittelstand noch einen großen Aufholbedarf hat, was den Einsatz Künstlicher Intelligenz anbelangt.

Bislang nutzt nur ein kleiner Teil der befragten Unternehmen KI – dies gilt über alle Wertschöpfungsstufen.

Für die meisten Mittelständler ist KI ein Mittel zur Kostensenkung, sagt Prof. Dr. Ashok Kaul, Autor der Studie. Nur jedes zehnte Unternehmen hat entsprechende Anwendungen in seine Produkte und Lösungen integriert und damit die Weichen für die Transformation des Geschäftsmodells gestellt. Die von uns befragten Experten sehen hingegen das große Potenzial, das die Technologie auch mittelständischen Unternehmen eröffnet.

Die Ergebnisse der Expertenbefragung wurden in der Studie genutzt, um Anwendungsszenarien in mittelständischen Unternehmen bis 2030 zu entwickeln. Die Spanne der Szenarien reicht von der „KI-Eiszeit” bis zum „KI-Paradies”.

Um das ‚KI-Paradies’ zu erreichen, müssen Politik und Unternehmen die technisch-ökonomische Entwicklung von KI fördern und gleichzeitig Akzeptanz für die Anwendung von KI schaffen, betont Dr. Manuel Schieler, Co-Autor der Studie. Für mittelständische Unternehmen ist es besonders wichtig, dass bezahlbare Standardlösungen verfügbar werden und sie ihre Mitarbeiter rasch in KI-Technologien schulen können.

Foto:Pixabay

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