Die L.I.T. Gruppe aus Brake und die Duvenbeck Gruppe mit Hauptsitz in Bocholt haben am 30. Oktober 2026 den geplanten Eigentümerwechsel bekannt gegeben. Wie aus der gemeinsamen Pressemitteilung hervorgeht, hat L.I.T. eine Vereinbarung über den Erwerb sämtlicher Anteile an Duvenbeck unterzeichnet.
Der Abschluss der Transaktion wird noch im laufenden Jahr erwartet. Voraussetzung ist unter anderem die Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden.
Mit der Übernahme würde L.I.T. sein Geschäft in der Automobillogistik deutlich erweitern und zusätzliche Standorte in Süd- und Osteuropa gewinnen.

v.l.n.r.: Joachim Lubsczyk CRO / Interim-CFO Duvenbeck, Richard Hell Interim-CEO Duvenbeck, Simeon Breuer Vorstandsmitglied L.I.T. AG, Julian Lachnitt Vorstandsmitglied L.I.T. AG (Foto: L.I.T.)
Zusammenschluss von zwei großen europäischen Logistikunternehmen
L.I.T. beschäftigt derzeit rund 5.400 Menschen an mehr als 130 Standorten in 22 Ländern. Das Unternehmen erzielte 2025 einen Umsatz von etwa 1,1 Milliarden Euro und ist unter anderem in der Transport- und Kontraktlogistik, der Logistikberatung und im Bereich Fourth Party Logistics (4PL) tätig.
Duvenbeck bringt rund 5.000 Beschäftigte und mehr als 50 Standorte in Europa ein. Rechnerisch würden damit künftig rund 10.400 Mitarbeitende zu der erweiterten Unternehmensgruppe gehören.
Der 1932 gegründete Logistikdienstleister ist insbesondere auf die Automobilindustrie spezialisiert. Neben Straßentransporten mit eigener Flotte bietet Duvenbeck produktionsnahe Logistik und Kontraktlogistik für Fahrzeughersteller und Zulieferer an.
Die Geschäftsbereiche umfassen dabei sowohl klassische Transportdienstleistungen als auch die Organisation von Lager- und Produktionslogistik.
L.I.T. ist bereits selbst in der Automobillogistik tätig. Durch den Zusammenschluss sollen sich die bestehenden Kompetenzen beider Unternehmen ergänzen.
Von der Krise zum geplanten Eigentümerwechsel
Die Übernahmeankündigung folgt auf eine Phase wirtschaftlicher Schwierigkeiten bei Duvenbeck.
Bereits im April 2026 hatte trans.iNFO über die angespannte Situation und einen möglichen Verkauf des Automobillogistikers berichtet.
Auf unsere damalige Anfrage hatte der Finanzinvestor Waterland, der 2022 die Mehrheit an Duvenbeck übernommen hatte, bestätigt, dass sich das wirtschaftliche Umfeld für wichtige Kunden des Unternehmens grundlegend verändert habe.
Waterland verwies insbesondere auf rückläufige und stärker schwankende Produktionsvolumina, Margendruck und strukturelle Veränderungen in der Automobilindustrie. Diese Entwicklungen machten eine Transformation des Unternehmens erforderlich.
Damals erklärte der Investor, gemeinsam mit den wichtigsten Beteiligten verschiedene Optionen für die Zukunft von Duvenbeck zu prüfen.
Mit dem nun unterzeichneten Kaufvertrag wird aus dem seinerzeit diskutierten möglichen Verkauf eine konkrete Transaktion. Vollzogen ist die Übernahme allerdings noch nicht.
L.I.T. will Automobillogistik in Europa ausbauen
Strategisch steht bei der geplanten Übernahme vor allem die Erweiterung des europäischen Netzwerks im Vordergrund.
L.I.T. verfügt bereits über eine starke Präsenz in Nord- und Westeuropa. Duvenbeck soll diese Struktur insbesondere in Süd- und Osteuropa ergänzen.
Hinzu kommen die Kompetenzen des Unternehmens in der Automobillogistik. Duvenbeck ist sowohl im Straßentransport als auch in der produktionsnahen Logistik und Kontraktlogistik tätig.
Die Unternehmen wollen ihre Erfahrungen und Dienstleistungen zusammenführen und schrittweise gemeinsame Synergien entwickeln.
Simeon Breuer, Vorstandsmitglied der L.I.T. Gruppe, erklärt:
Duvenbeck steht für langjähriges Verständnis der Automobillogistik – genau diese Positionierung macht das Unternehmen für uns so attraktiv. Wir sind, ebenfalls wie unsere Großkunden in der Automobillogistik, davon überzeugt, dass sich Duvenbeck und L.I.T. hervorragend ergänzen.
Auch die Geschäftsführung von Duvenbeck sieht in dem Zusammenschluss eine Möglichkeit, das bestehende Geschäft weiterzuentwickeln.
Richard Hell, Interim CEO der Duvenbeck Gruppe, erklärt:
Mit der L.I.T. Gruppe gewinnen wir einen künftigen Eigentümer, der die Industrie kennt und unsere Ambitionen teilt. Gemeinsam wollen wir Duvenbecks Stärken in Road und PCL, speziell in der Automobillogistik, konsequent ausbauen.
Restrukturierung soll nach der Übernahme fortgesetzt werden
Die geplante Übernahme bedeutet allerdings nicht, dass der Restrukturierungsprozess bei Duvenbeck abgeschlossen ist.
In der gemeinsamen Pressemitteilung macht L.I.T. ausdrücklich deutlich, dass die bereits laufende strategische Weiterentwicklung und Restrukturierung fortgeführt werden sollen.
Breuer erklärt dazu:
Klar ist aber auch: Die Duvenbeck Gruppe befindet sich in einem laufenden strategischen Weiterentwicklungs- und Restrukturierungsprozess, der gemeinsam mit L.I.T. konsequent fortgeführt wird. Auf dieser Grundlage wollen wir schrittweise die Voraussetzungen für den Aufbau gemeinsamer Synergien schaffen.
Welche konkreten Maßnahmen im Zuge dieser Restrukturierung vorgesehen sind und welche Folgen sich daraus für einzelne Standorte oder Beschäftigte ergeben könnten, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Auch zum Kaufpreis und zu den weiteren finanziellen Bedingungen der Transaktion machten die Unternehmen keine Angaben.
Der geplante Eigentümerwechsel steht damit für eine strategische Erweiterung von L.I.T., zugleich aber auch für die Fortsetzung der wirtschaftlichen Neuausrichtung von Duvenbeck.
Ob und in welchem Umfang die angestrebten Synergien realisiert werden können, wird sich erst nach dem Abschluss der Übernahme zeigen.









