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Farizon schweigt zu 50 für Duvenbeck geplanten E-Lkw

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Farizon hat eine für den europäischen Markt ausgelegte Version der Homtruck-Elektrozugmaschine vorgestellt. Die angekündigte Reichweite von 500 Kilometern klingt konkurrenzfähig, doch ein Termin für den Marktstart fehlt weiterhin. Offen ist außerdem, ob die 50 für Duvenbeck vorgesehenen Fahrzeuge tatsächlich ausgeliefert wurden.

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Farizon, eine Marke des Geely-Konzerns, hat eine Homtruck-Zugmaschine nach europäischen Vorgaben gebaut. Mit einer 600-Kilowattstunden-Batterie soll sie bis zu 500 Kilometer weit kommen. Damit bewegt sich das Modell auf dem Papier in einem ähnlichen Segment wie der Mercedes-Benz eActros 600. Wann und in welchem europäischen Markt der Verkauf beginnt, teilte Farizon jedoch ebenso wenig mit wie den aktuellen Stand der für Duvenbeck vorgesehenen Fahrzeuge.

Vorgestellt wurde der Elektro-Lkw als das 600.000ste Nutzfahrzeug mit alternativer Antriebstechnik. Die Präsentation fand anlässlich des zehnjährigen Bestehens des chinesischen Herstellers im Werk Ma’anshan statt.

Nach Angaben von Farizon wurde das Fahrzeug so konfiguriert, dass es die Vorschriften der Europäischen Union und die Anforderungen europäischer Flotten erfüllt.

Die Zugmaschine verfügt über eine 600-Kilowattstunden-Batterie und soll damit eine Reichweite von 500 Kilometern erreichen. Hinzu kommen zwei Anschlüsse für das Schnellladen. Farizon nennt außerdem eine B10-Auslegungslebensdauer von 1,5 Millionen Kilometern. Dieser Wert beschreibt ein Entwicklungsziel: Nach dieser Laufleistung sollen noch 90 Prozent der Fahrzeuge beziehungsweise der festgelegten Komponenten funktionsfähig sein.

Für eine belastbare Bewertung fehlen allerdings mehrere für europäische Transportunternehmen wichtige Angaben. Unklar sind unter anderem die nutzbare Batteriekapazität, die Ladeleistung, die Zellchemie, das Leergewicht und die Nutzlast. Auch die Bedingungen, unter denen Farizon die Reichweite von 500 Kilometern ermittelt hat, wurden nicht genannt.

Auf dem Papier auf Augenhöhe mit dem eActros 600

Die veröffentlichten Eckdaten machen den Homtruck zu einem möglichen Wettbewerber etablierter europäischer Elektrozugmaschinen – insbesondere des Mercedes-Benz eActros 600.

Der eActros 600 nutzt drei Batteriepakete mit einer installierten Gesamtkapazität von 621 Kilowattstunden und kommt laut Hersteller ebenfalls bis zu 500 Kilometer weit. Mercedes-Benz weist jedoch darauf hin, dass dieser Wert mit einem 40-Tonnen-Zug unter festgelegten Bedingungen für den Fernverkehr ermittelt wurde.

Das Mercedes-Modell ist für ein zulässiges Gesamtgewicht des Zuges von bis zu 44 Tonnen ausgelegt. Mit einem Standardauflieger beträgt die Nutzlast etwa 22 Tonnen. Die Serienfertigung startete Ende 2024, inzwischen sind die Fahrzeuge bereits in europäischen Flotten im Einsatz. Daimler Truck zufolge ist der Lkw für bis zu 1,2 Millionen Kilometer innerhalb von zehn Jahren ausgelegt. Danach sollen die LFP-Batterien noch mehr als 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität behalten.

Volvo Trucks bietet mit dem aktuellen FH Electric bis zu 470 Kilometer Reichweite und eine installierte Batteriekapazität von bis zu 540 Kilowattstunden. Der FH Aero Electric mit größerer Reichweite kann laut Volvo Trucks bis zu 780 Kilowattstunden speichern und bis zu 700 Kilometer zurücklegen.

Der Vergleich zeigt vor allem, in welchem Marktsegment Farizon antreten will. Ob der Homtruck im Alltag tatsächlich konkurrenzfähig ist, lässt sich daraus noch nicht ableiten. Angaben zu Nutzlast, Energieverbrauch, Ladezeit und Kaufpreis stehen weiterhin aus.

Marktstart in Europa bleibt offen

Farizon bezeichnet den europäischen Homtruck bislang lediglich als „bald verfügbar“. Einen konkreten Startmarkt oder Termin gibt es bislang ebenso wenig wie Angaben zu Preisen, zur abgeschlossenen Homologation oder zum Vertriebs- und Servicenetz in Europa.

Das fällt besonders ins Gewicht, weil Farizon und das deutsche Logistikunternehmen Duvenbeck auf der Messe IAA Transportation im September 2024 eine Partnerschaft für Europa angekündigt hatten.

Damals erklärte Duvenbeck, dass die Auslieferung der ersten 50 Homtrucks für 2025 vorgesehen war. Außerdem sollte das Unternehmen als bevorzugter europäischer Logistikpartner von Farizon fungieren und den Ausbau des Geschäfts auf dem Kontinent unterstützen.

Von keinem der beiden Unternehmen liegt eine öffentliche Bestätigung dazu vor, ob diese 50 Fahrzeuge ausgeliefert wurden oder wann sie in Betrieb gehen sollen.

Geely gibt Farizon starken Rückhalt

Hinter Farizon steht kein unabhängiges Start-up. Das Unternehmen gehört zu Zhejiang Geely Holding, dem Automobilkonzern hinter Volvo Cars sowie Marken wie Polestar, Lotus und Smart.

Unternehmen aus dem Geely-Umfeld halten zudem bedeutende Beteiligungen an etablierten europäischen Herstellern. Geely Holding ist ein großer Anteilseigner des Nutzfahrzeugherstellers AB Volvo. Geely-Gründer Li Shufu besitzt außerdem 9,69 Prozent an der Mercedes-Benz Group.

Diese Konzernstruktur kann Farizon Zugang zu umfangreichen finanziellen, technischen und industriellen Ressourcen verschaffen. Europäische Flottenbetreiber werden den Homtruck dennoch nicht allein anhand der Batteriegröße und Reichweite beurteilen.

Ein attraktiver Kaufpreis und niedrige Gesamtkosten könnten chinesischen Elektro-Lkw den Zugang zum Markt erleichtern. Ebenso entscheidend dürften jedoch Verfügbarkeit, Nutzlast, Wiederverkaufswert, Finanzierung, Ersatzteilversorgung und ein verlässliches Servicenetz sein.

Solange Farizon diese Details nicht veröffentlicht und nicht offenlegt, was aus dem für Duvenbeck geplanten Einsatz geworden ist, bleibt der europäische Homtruck vorerst ein potenzieller Wettbewerber auf dem Papier. Ob er sich im europäischen Alltag bewährt, muss sich noch zeigen.

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