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Ein breites Bündnis, bestehend aus der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD), dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem ökologischen Verkehrsclub VCD, Greenpeace sowie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) fordert nun die Einführung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen.

Nach Einschätzung der DUH können mit einem Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen sowie 80 km/h auf Landstraßen beim Erreichen der Klimaschutzziele für 2020 und 2030 helfen und erwiesenermaßen Menschenleben retten

Es gibt keinen triftigen Grund, der gegen ein generelles Tempolimit spricht. Die Bundesregierung ist laut Grundgesetz zum Schutz des Lebens und des Klimas als natürliche Lebensgrundlage verpflichtet. Nicht zu handeln und das offensichtliche Potential eines generellen Tempolimits ungenutzt zu lassen, ist fahrlässig und widerspricht dem gesunden Menschenverstand, so die Bündnispartner.

Die Initiatoren berufen sich auf eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen aus 2017, die zeigt: 70,4 Prozent der Autobahnen in Deutschland sind ohne jegliches Tempolimit und geben der gefährlichen Raserei einen Freifahrtschein. Ein Tempolimit rettet Leben, verbessert den Verkehrsfluss, sorgt für eine stressfreiere Fahrt und schützt die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten. Deutschland verliert bei der Verkehrssicherheit den Anschluss an die europäische Spitzengruppe. Rund 300 Menschen sterben jedes Jahr bei Unfällen auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Mit einem Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen könnten wir viele Menschen retten und Schwerverletzte verhindern. Eine Höchstgeschwindigkeit ist einfach einzuführen und wirkt sofort.

Aus Sicht des Bündnisses ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung ein zwingender Bestandteil der dringend benötigten Verkehrswende. Für Elektromobilität und Digitalisierung ist ein Tempolimit unverzichtbar. Das Bündnis fordert die Mitglieder des Klimakabinetts auf, ein generelles Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen in den Maßnahmenkatalog aufzunehmen.

Ohne strukturelle Veränderungen im Verkehrsbereich werden weder die Klimaziele erreicht noch wird die notwendige Verkehrswende eingeleitet. Anstatt kostengünstige und einfach umzusetzende Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, setzt der Verkehrsminister lieber auf teure Industrieversprechen, umweltschädliche Agrotreibstoffe und ineffiziente synthetische Kraftstoffe. Das ist eine in unseren Augen nicht mehr zeitgemäße Haltung. Ein Tempolimit gehört zu dem Umbruch unseres Mobilitätsverständnisses zwingend dazu. Einfacher geht Klimaschutz nicht, erklärte Arne Fellermann,  BUND-Verkehrsexperte.

Foto: Trans.INFO

 

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