18,6 Millionen Quadratmeter – das war Ende 2019 die Summe der Fläche der Logistikimmobilien in Polen. Im Vergleich zu 2018 wurde ein Wachstum von 18 Prozent verzeichnet. Das sind die Ergebnisse des Berichts von Cushman & Wakefield für Polen.

Im vergangenen Jahr hat die Fläche aller Logistikimmobilien in Polen einen Rekordwert von 2,72 Mio.Quadratmeter erreicht, was zu einer deutlichen Erhöhung der Verfügbarkeit führte. Die höchste Leerstandsquote wurde in der Region Zentralpolen (408.000 Quadratmeter), in Oberschlesien (249.000 Quadratmeter, in der Nähe von Warschau (Quadratmeter) und in Posen  (202.000 Quadratmeter) erreicht.

Rekordergebnisse auf der Angebotsseite resultieren sowohl aus der hohen Nachfrage nach modernen Lagerflächen (hauptsächlich im Jahr 2018) als auch aus der Verfügbarkeit von Kapital und dem Vertrauen von Investoren, die aktiv nach attraktiven Industrieimmobilien in unserem Land suchen, sagt Joanna Sinkiewicz, Direktorin der Industrie- und Logistikabteilung bei Cushman & Wakefield Polen.

Betrachtet man die Nachfrage, so erreichte sie das dritte Jahr in Folge ein Niveau von ca. 4 Mio. Quadratmeter. Stattdessen änderte sich jedoch die Struktur, Neuverhandlungen machten einen größeren Anteil aller Transaktionen aus (Steigerung des Volumens von 25 auf 32 Prozent).

Lagermarkt – Mieten bleiben stabil

Faktoren wie hohes Angebot und gute Marktbedingungen auf der Nachfrageseite stabilisierten das Mietniveau. Und so haben sich die Mieten in einzelnen Regionen nicht wesentlich verändert.

In Warschau wurden leichte Steigerungen von rund 0,10 Euro pro Quadratmeter im Monat verzeichnet, es handelte sich aber um ausgewählte, beste Standorte an der Grenze zwischen Stadtgebiet und Umgebung. In diesen Gebieten wird das Angebot an größeren Flächen allmählich kleiner, was aus einem erhöhten Interesse der Bauunternehmer an kleineren Grundstücken mit einer Fläche von sogar ca. 2-3 ha resultierte. Gleichzeitig führt dies zu höheren Grundstückspreisen und finanziellen Bedingungen für Mieter – sagt  Sinkiewicz.

Die Expertin geht davon aus, dass die Basismieten für BIG-BOX-Anlagen im Jahr 2020 sich auf 2,50 bis 3,80 Euro pro Quadratmeter im Monat belaufen werden. Die effektiven Tarife, die derzeit zwischen 2 und 3,20 Euro pro Quadratmeter im Monat liegen, sollten je nach Standort sinken.

E-Commerce-Markt  ist treibende Kraft

Die Prognosen für das kommende Jahr sind ebenfalls optimistisch. Berechnungen von Cushman & Wakefield zufolge befinden sich fast 1,9 Millionen Quadratmeter Logistikflächenim Bau.  Fast 80 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumen verteilt sich auf vier Regionen: Oberschlesien (493.000 Quadratmeter), Warschau (470.000 Quadratmeter), Breslau (278.000 Quadratmeter) und Tri-City (263.000 Quadratmeter).

Die Weiterentwicklung der Straßeninfrastruktur und die begrenzte Verfügbarkeit von Personal in großen Ballungsräumen bestimmen die dynamische Entwicklung des Lagerangebots auf kleineren regionalen Märkten wie Dreistadt, Lublin und Rzeszów. Darüber hinaus beziehen sich Entwicklungsinvestitionen zunehmend auf neue Standorte in Schwellenmärkten. Nach Zielona Góra, Opole, Bialystok und Kielce, wo in den letzten Jahren bereits die ersten Anlagen der A-Klasse gebaut wurden, ist es Zeit für neue Anlagen wie Olsztyn, Legnica, Gorzów Wielkopolski oder Radom, kommentiert Adrian Semaan,  Berater in der Abteilung für Industrie und Logistik in Cushman & Wakefield Polen.

Laut den Autoren des Berichts wird die Nachfrage nach modernen Lagerflächen in diesem Jahr weiterhin hauptsächlich von der dynamischen Entwicklung des E-Commerce-Marktes bestimmt sein.

Foto:Bartosz Wawryszuk

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