Nothegger

Tiroler Logistikunternehmen insolvent – rund 300 Beschäftigte betroffen

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Eine der größeren privaten Speditionen Tirols ist insolvent. Über das Vermögen der Nothegger Transport Logistik GmbH wurde ein Konkursverfahren eröffnet – rund 300 Beschäftigte sind betroffen. Wie es dazu kommen konnte, wird nun im Insolvenzverfahren geklärt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Nothegger Transport Logistik GmbH mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee in Tirol zählt zu den größeren privaten Logistikunternehmen in Westösterreich. Das 1992 gegründete Familienunternehmen betreibt mehrere Standorte in Österreich und ist auch international aktiv – unter anderem in Italien, der Schweiz und der Slowakei.

Zum Netzwerk gehören Niederlassungen etwa in Wien, Wels, Radfeld, Fürnitz und Hohenems sowie Auslandsstandorte in Bozen, Bari, Luzern und Trenčín. Nach Unternehmensangaben verfügt die Gruppe über einen umfangreichen Fuhrpark und mehr als 700 Fahrzeuge.

Konkursverfahren auf Antrag der Sozialversicherung

Am 9. März 2026 eröffnete das Landesgericht Innsbruck das Konkursverfahren über die Nothegger Transport Logistik GmbH. Den Insolvenzantrag stellte die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) als Gläubigerin.

Grund sind aufgelaufene Beitragsrückstände bei der Sozialversicherung. Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten laut Gläubigerschutzverbänden auf mehr als 15 Millionen Euro.

Den größten Anteil daran haben Schulden gegenüber Banken sowie offene Abgaben an Sozialversicherung und Finanzverwaltung. Demnach bestehen Verbindlichkeiten von rund

  • 9,25 Millionen Euro gegenüber Banken,
  • etwa 3,2 Millionen Euro gegenüber der ÖGK,
  • sowie rund 1,8 Millionen Euro gegenüber dem Finanzamt.

Betroffen sind laut Insolvenzunterlagen rund 300 Beschäftigte.

Pandemie-Stundungen belasten Liquidität

Nach Einschätzung des Kreditschutzverbands KSV1870 habe das Unternehmen während der Corona-Pandemie umfangreiche Stundungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen genutzt. Diese gestundeten Beträge müssten nun zurückgezahlt werden und hätten die Liquidität des Unternehmens erheblich belastet.

Im Zuge des Insolvenzeröffnungsverfahrens seien zwar wiederholt Teilzahlungen geleistet worden. Die Zahlungsunfähigkeit habe jedoch nicht mehr abgewendet werden können.

Geplanter Investor und Immobilienverkauf

Nach Angaben der Geschäftsführung sei zuletzt versucht worden, die finanzielle Situation zu stabilisieren. Geplant gewesen sei unter anderem der Einstieg eines Investors. Außerdem sollte eine Betriebsliegenschaft kurzfristig verkauft werden, um die offenen Rückstände zu decken.

Dieses Geschäft konnte jedoch offenbar nicht rechtzeitig abgeschlossen werden. Das Gericht kam daher zu dem Schluss, dass die Voraussetzungen für ein Konkursverfahren vorliegen.

Probleme im kombinierten Verkehr

Unternehmensgründer Karl Nothegger erklärte gegenüber Medien, das Insolvenzverfahren sei überraschend gekommen. Man wolle grundsätzlich versuchen, den Betrieb fortzuführen.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten führt das Unternehmen unter anderem auf Probleme im kombinierten Verkehr zurück. Dieser Bereich mache rund 40 Prozent des Umsatzes aus.

Aufgrund von Qualitätsproblemen bei verschiedenen Bahnunternehmen seien zusätzliche Kosten entstanden, etwa durch stehende LKW in der Vor- und Nachlaufkette, so Nothegger.

Fortführung wird geprüft

Im Insolvenzverfahren wird nun geprüft, ob eine Fortführung des Unternehmens möglich ist. Die Insolvenzverwaltung soll entscheiden, ob der Geschäftsbetrieb ohne Nachteile für die Gläubiger weitergeführt werden kann.

Die Gläubigerversammlung sowie die Prüfung der Forderungen wurden für den 11. Mai 2026 am Landesgericht Innsbruck angesetzt. Forderungen können bis 27. April 2026 angemeldet werden.

Nach Unternehmensangaben betrifft das Verfahren ausschließlich die Nothegger Transport Logistik GmbH. Andere Gesellschaften der Gruppe, darunter Nothegger Systemlogistik, seien nicht Teil des Insolvenzverfahrens.

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