Die Aufgabe von Telematiklösungen besteht im Allgemeinen darin, Informationen von Fahrzeugen zu registrieren und an das System zu übertragen, das ihre Verwendung überwacht. Diese Informationen bilden eine Wissensdatenbank darüber, wo und wie das Fahrzeug betrieben wird, und damit auch, wo sich der Fahrer befindet. Das ist nicht alles: sie geben Ihnen auch konkrete Vorteile, die Ihnen einen Wettbewerbsvorteil auf dem Markt verschaffen.

Der Leitgedanke der Verkehrstelematik besteht darin, die Arbeitskette von Personen, Geräten und Systemen zu verbessern, die an der Beförderung von Ladung beteiligt sind.Es muss so schnell wie möglich und kostengünstig sein.

Technologisch fortgeschrittene Telematiksysteme sind nicht billig, aber in sie zu investieren, ist bestimmt keine Geldverschwendung. Die Investitionsrendite ist greifbar und beinahe unmittelbar – dies hörten wir von Spezialisten von Emapa.

Es wird geschätzt, dass trotz zahlreicher Vorteile nur jedes vierte Transportunternehmen in IT-Lösungen investiert.In der Kommunikation zwischen LKW-Fahrern und den Systemen, die ihre Arbeitüberwachen, werden die universellsten Lösungen eingesetzt, die auf Smartphones mit mobilem Zugang zum Netzwerk basieren. Die Sprachkommunikation verliert langsam an Bedeutung, sie verbleibt ein Kanal zur Verifizierung oder in Notfällen.

Hans de Mondt, Produktmanager bei Astrata Europe, betont, dass die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beispielsweise dadurch zustande kommt, dass die Telematik-Lösungen die Kosten für die Kommunikation per Mobiltelefone deutlich senken können.

Im Gegensatz zur klassischen Telefonkommunikation sind die Kommunikationsmöglichkeiten des Telematiksystems wesentlich umfangreicher und technologisch viel fortgeschrittener: von einfachen Textnachrichten, über komplexere Workflow-Prozesse und deren Updates, bis hin zur Übertragung von „Bildern zwischen dem Fahrer und dem Büropersonal – zählt Hans de Mondt auf.

Neben der Kostenreduzierung besteht der wesentliche Vorteil der Kommunikation über Telematiksysteme in der Möglichkeit, den Verlauf der Kommunikation und der gesendeten Nachrichten jederzeit vollständig zu überwachen, da alle Formulare und Dateien direkt mit dem System im Büro integriert werden” – fügt de Mondt hinzu.

Einblick in die Wartungskosten der Flotte.

Małgorzata Słodownik, Sales Manager bei Neptis, überzeugt, wie wichtig es ist, Einsicht in signifikante Daten zu haben, um eine deutliche Reduzierung der Wartungskosten der Flotte zu erzielen. Fuhrparkmanager haben dank ihnen Informationen zum Beispiel über den Kraftstoffverbrauch oder die Geschwindigkeit, mit der sich die Fahrzeuge bewegen.Sie haben auch Einblick in die Position von Fahrzeugen in Echtzeit. Dies hilft, die Effizienz der Fahrerarbeit zu überprüfen und zu verbessern. Der Arbeitgeber sieht, wann der Fahrer Pausen gemacht hat, ob er die für ihn bestimmte Zone verlassen hat oder ob er den Dienstwagen außerhalb der Arbeitszeit genutzt hat. Er hat sogar Einsicht in die Geschwindigkeit, mit der der Mitarbeiter gefahren ist. Dies ermöglicht es nicht nur, die an den Fahrer übertragenen Aufgaben zu koordinieren, sondern diese auch zu optimieren, um die Kraftstoff- und die Amortisationskosten des Fahrzeugs zu reduzieren – sagt Małgorzata Słodownik.

Der Nachteil der Verwendung von Mobiltelefonen in der Kommunikation mit den Fahrern ist die fehlende Möglichkeit, den Informationsfluss zu verwalten. Im Fall von Fehlern oder Irrtümern ist es praktisch unmöglich festzustellen, welche Seite fahrlässig gehandelt hat. Die Vorteile der automatischen Kommunikation sind die vollständige Aufzeichnung ihres Verlaufs, z. B. der Auftragssendung vom System oder dessen Änderung, die Notwendigkeit, den Nachrichtenempfang zu akzeptieren, die Ausführungsbestätigung usw.

Durch die Automatisierung kommuniziert die Lokalisierungsplattform direkt mit dem Fahrzeug und nicht mit seinem Fahrer. Die Entwicklung der M2M-Technologie (Machine-to-Machine) führt dazu, dass sie bald zum Alltag wird.

Die Technologien, die zur Kommunikation zwischen den Fahrern und ihrer Zentrale dienen, lassen sich in zwei Gruppen einteilen: jene für kleinere Unternehmen und jene, die von großen Unternehmen in der Branche verwendet werden.

Die ersten Subjekte, wenn sie überhaupt irgendwelche Systeme verwenden, wählen gewöhnlich einfache und kostengünstige Lösungen. Sie basieren in der Regel allein auf der Fahrzeugüberwachung und verwenden auf der Fahrerseite GPS / GPRS-Recorder und beispielsweise Kraftstoffsonden. Seitens der Zentrale werden Apps zur Überwachung des Fahrzeugstandorts und seines Zustands verwendet.

Größere Unternehmen in der TSL-Branche verwenden mehr fortschritttene Lösungen, die alleine den Funktionsumfang der Überwachung erweitern, z.B. um: – die GPS-Navigation, – die Kommunikation (Sprachkommunikation oder Chat) zwischen dem Fahrer und dem Dispatcher, – die Planung und Übermittlung von Routen von der Zentrale an den Fahrer (mit der Möglichkeit ihre Entgegennahme zu bestätigen), – Benachrichtigungen über die Überschreitung der festgelegten Parameter (z. B. Verlassen des angewiesenen Verkehrskorridors), – die Identifizierung des Fahrstils des Fahrers, – Temperatursensoren oder Sensoren der Klappenöffnung (alle in Echtzeit verfügbar).

Telematik hilft, Ersparnisse zu erzielen

Die Telematik hat auch den Vorsprung, dass durch die Verbesserung der Fahrzeugverwaltung (Kenntnis des Standorts, der Orte und der Länge der Pausen usw.), die Umsetzung der Regeln von Ecodriving und niedrigieren Schadenquoten Einsparungen im Betrieb der Flotte erzielt werden können.

Krzysztof Drabczyński, Direktor der Telematik-Abteilung bei der polnischen Firma Drabpol, bemerkt, dass das beliebteste Kommunikationssystem eine Web-Software und ein multifunktionales Tablet in der Fahrerkabine ist. Es wird als eine bequeme Lösung angesehen, da das Tablet neben den reinen Kommunikationsfunktionen auch die Möglichkeit bietet, vorgefertigte Karten mit Routen, eine an LKW angepasste Navigation oder den Zeitplan der zugewiesenen Aufgaben entgegenzunehmen. Telematiklösungen ermöglichen die Archivierung des Datenflusses sowie die Statusverfolgung der Auftragsabwicklung in jeder einzelnen Phase. Abgesehen von den Kontrollfunktionen unterstützen sie den Fahrer, indem sie ihn bei der Ausführung des Auftrags begleiten.

Es geht auch zweifellos um Geld, denn Telematik wirkt sich auf die Senkung der Flottenbetriebskosten aus. Um jedoch Einsparungen zu finden, muss zuerst vernünftig investiert werden. Je mehr Möglichkeiten uns ein System bietet, desto größer können die Einsparungen sein. Einer der offensichtlichsten Bereiche, in denen nach Einsparungen gesucht werden muss, ist die Routenoptimierung.

Bartosz Budzałek, Business Development Manager bei Axell Logistics, betont, dass ein effektives Unternehmensmanagement ohne fortgeschrittene IT-Systeme, die die Routenoptimierung unterstützen, immer schwieriger wird.

In diesem Jahr werden wir das neue Transportmanagementsystem Road Runner implementieren.Optimale Routenplanung, Beförderungsverbindung, Umladung und viele andere Funktionen machen dieses System zu einem sehr nützlichen Werkzeug. Es ermöglicht Ihnen, Aufstellungen und Berichte zu erstellen zum Beispiel im Bezug auf: die Arbeitszeit der Fahrer, die Verspätungen auf den Routen, das Ausmaβ der Beladung von Transportmitteln oder die Rentabilität der Aufträge – zähltBartosz Budzałek auf.

Reduktion von Leerfahrten

Grzegorz Janaś, Marketingleiter bei frameLOGIC, gibt zu, dass spezialisierte IT-Systeme zur Optimierung von Geschäftsprozessen, wie z.B. zur Einschränkung von Leerfahrten, beitragen.

Aktuell sehen wir das größte Interesse im Bereich TMS, der mit Telematik und den mobilen Lösungen für Fahrer integriert ist. All dies läuft auf die Verbindung von wichtigsten Daten und deren reibungslosen Umlauf auf der Ebene Kunde – Börse (optional) – Dispatcher – Fahrer – hinaus -erklärt Grzegorz Janaś. Weitere wichtige Trends sind: die Möglichkeit der visuellen Planung und der Auftragsverwaltung.

„Es macht die Arbeit der Dispatcher einfacher, ebenso wie die Einschätzung der Rentabilität der Route und des Auftrags bereits in der Phase ihrer Erstellung, was wiederum die Effizienz erhöht” – betont der Experte.

Ein weiterer Bereich, in dem signifikante Einsparungen erzielt werden können, ist die Möglichkeit, Mauttabellen zu implementieren. Ihre Komplexität und Vielfalt macht es schwierig, sie mit einfachen Routenberechnungssystemen zu verarbeiten.

Die Spezialisten sind sich darin einig, dass sich die finanziellen Vorteile der Verwendung von Telematiklösungen ausrechnen lassen können. Zu den empfindlichsten Bereichen, in denen materielle Einsparungen von 20 bis 30 Prozent nachgewiesen werden, gehören:

– die Arbeitszeit der Fahrer, – der Kraftstoffverbrauch, – der Kilometerstand von Fahrzeugen.

Bei der 2017 durchgeführten Umfrage unter den Nutzern der Telematiksysteme GBOX Light und GBOX Assist, haben etwa 20 Prozent der Kunden angegeben, dass die Implementierung von Telematik es ermöglicht hat, mehr als die Hälfte der Leerfahrten zu reduzieren – sagt Kamil Korbuszewski, Sales Director von Viaon.

Fot: pixabay.com

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