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In der Speditions- und Logistikbranche bleiben auch dieses Jahr wieder zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt. Aus Sicht des LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. verschärft der Mangel an Berufseinsteigern den Fachkräftemangel in der Branche weiter.

Der spürbare Rückgang von Auszubildenden im Bereich „Berufskraftfahrer“ bereitet der Branche Sorgen.

Auch wenn unter den Berufseinsteigern, die in diesen Wochen bayernweit mit ihrer Ausbildung beginnen, wieder eine ganze Reihe junger Frauen und Männer ist, die künftig hinter dem Steuer eines Lkw zur Versorgung des Landes mit Waren und Gütern beitragen werden, so reicht der Zufluss beim Nachwuchs schon lange nicht mehr aus, um allein den Abfluss von Fachkräften in den Ruhestand auszugleichen, sagt Sabine Lehmann, Geschäftsführerin des LBS – Landesverband Bayerischer Spediteure e.V. Zwar liegen noch keinen genauen Zahlen vor, die Rückmeldungen aus den Unternehmen zeigen aber: Auch dieses Jahr bleiben wieder viele Ausbildungsplätze unbesetzt.

Nach wie vor seien die deutschen Verbraucher und Unternehmen darauf angewiesen, dass von Menschen geführte Fahrzeuge die Versorgung aufrechterhalten.

Bei aller Anerkennung für umfassende und vielleicht sogar vielversprechende Projekte, die sich mit autonom fahrenden Lkws befassen: Für die akute Mangelsituation lässt sich dadurch keine Abhilfe erwarten, so Lehmann. Wir befinden uns hier bestenfalls am Beginn einer Übergangsstrecke. Der Weg hin bis zu neuen Versorgungsmethoden und -strukturen ist lang. Und selbst dann ist fraglich, ob sich der Gütertransport in so großem Umfang autonomisieren und digitalisieren lässt, dass sich die Fachkräftefrage auflöst.

Welch große Rolle der digitale Wandel in der Speditions- und Logistikbranche gleichwohl schon spielt, zeigt sich an anderen Berufsbildern. Bei Berufsbildern wie „Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung“, beim „Kaufmann/-frau für Kurier-, Express- und Postdienstleistung“ sowie bei „Kaufleuten für Büromanagement“ mit ihrem enormen Organisations-, Koordinations- und internationalen Kommunikationsaufwand spielt die Digitalisierung von Arbeitsplätzen und Prozessen inzwischen eine Schlüsselrolle.

Wachsende Nachfrage im Bereich der Lagerlogistik

Die dort gelieferten Leistungen sind genauso ,hightech‘ wie die beförderten Produkte, sagt Lehmann und verweist auf die weitreichende globale Vernetzung der Branche.In die gleiche Richtung geht der wachsende Bedarf an Ausbildungsberufen wie „Fachinformatiker/innen der Fachrichtung Systemintegration“ oder „Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik“. Die Unternehmen der Branche investieren heute bewusst in eine leistungsfähige digitale Infrastruktur für alle Geschäftsebenen – und damit auch in qualifiziertes Personal, um diese Infrastruktur leistungsfähig zu halten und weiterzuentwickeln. Den Anteil von Auszubildenden in diesem Bereich in den Mitgliedsbetrieben schätzt der LBS auf noch unter 10 Prozent.

Weiterhin wachsende Nachfrage sieht der Verband im Bereich der Lagerlogistik. Die zunehmende Tendenz vieler Unternehmen, aktiv in den Internethandel einzusteigen, führt zu einer höheren Nachfrage über die klassischen Online-Versandhäuser hinaus.

Wir beobachten diesen Trend sowohl bei Konsumgütern wie auch bei Investitionsgütern, sagt Lehmann. Die Hersteller sehen in eigenen Online-Shops eine bessere Wertschöpfung, nicht zuletzt durch die Integration in die eigenen Geschäftsprozesse. Dies führt zu einem wachsenden Personalbedarf.

Teile davon würden auch durch Weiterbildung oder Zusatzqualifikationen bedient, wie die Belegungszahlen der LBS-eigenen Akademie zeigen.

Insgesamt beurteilt der LBS die aktuelle Lage bei den Ausbildungsplätzen als „unbefriedigend“.

Foto: Trans.INFO

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