Was sind die Lehren aus der aktuellen Krise? Bernhard Simon, CEO von DACHSER, über die Zukunft der globalen Warenströme.

Führt die Corona-Pandemie zu einer dauerhaften Veränderung der globalen Warenströme? Entscheider in Unternehmen und staatlichen Organisationen müssen jetzt genau prüfen, inwiefern ihre bislang weit verzweigten Wertschöpfungsketten Risiken bergen, und wie sie sie auf die neuen Bedingungen anpassen können.

Wellenbewegungen wie diese sind bestimmt nichts Neues im weltweiten Supply Chain Management. Das war schon nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise vor über 10 Jahren so. Im Grunde geht es um die Entscheidung, ob die Lieferketten möglichst robust oder möglichst effizient gestaltet sein sollen. In den letzten Jahren dominierte Letzteres: Logistik wurde in erster Linie als Kostenfaktor im Einkauf gesehen, der optimiert werden musste. Unter dem Eindruck der Corona-Krise wird nun das strategische Management mehr Einfluss nehmen. Dieses verortet die Logistik als ganzheitliche Disziplin im Vorstand. Im Sinne einer robusten Versorgungssicherheit baut sie dann Alternativen auf, die sich gegenseitig ersetzen können.

Die richtigen Lehren aus der Krise ziehen

Es geht dabei nicht um Regionalisierung oder Globalisierung, sondern um das bewusste Steuern von Risiken: Eine komplette Nationalisierung oder Regionalisierung der Lieferkette, z.B. im Bereich der medizinischen Schutzausrüstung, ist genauso suboptimal und risikoreich wie sämtliche Produkte aus einem Land zu beziehen. Die Kunst liegt darin, robuste Versorgungsnetze aufzubauen, die lokale Lieferanten ebenso wie Quellen aus China, den USA und Europa intelligent einbeziehen. Wenn die Supply Chains damit an Agilität, Flexibilität und Resilienz gewinnen, dann sind mit Sicherheit die richtigen Lehren aus der aktuellen Krise gezogen.

Foto: DACHSER CEO Bernhard Simon

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