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LKW-Diebstahl in Deutschland erreicht Rekordniveau. „Planenschlitzer“ verursachen Verluste in Millionenhöhe

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Obwohl die Zahl der Fälle zurückgegangen ist, haben die durch sogenannte Planenschlitzer in Niedersachsen verursachten Schäden den bislang höchsten Stand erreicht. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von rund neun Millionen Euro beschädigt oder gestohlen.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Polizei in Niedersachsen hat die Schäden infolge von Ladungsdiebstahl zusammengefasst. Die meisten Vorfälle mit sogenannten Planenschlitzern ereigneten sich entlang der Autobahnen A2 und A7 nahe Hannover,  am Knotenpunkt wichtiger Transportkorridore. Trotz eines Rückgangs der gemeldeten Straftaten ist das wirtschaftliche Ausmaß der Schäden deutlich gestiegen, was in der Transportbranche zunehmend Besorgnis auslöst. Im vergangenen Jahr beschädigten oder stahlen „Planenschlitzer“ in Niedersachsen Waren im Wert von rund 9 Millionen Euro.

Das ist der bislang höchste erfasste Wert, wie das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen mitteilte. Zum Vergleich: Der Gesamtwert solcher Schäden lag 2024 bei 5,58 Mio. Euro und 2023 bei 4,81 Mio. Euro.

Niedersachsen – eine besonders anfällige Region

Nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) gehört Niedersachsen zu den am stärksten betroffenen Regionen in Deutschland. Mit Seehäfen, wichtigen Autobahnkorridoren und zahlreichen Verteilzentren ist das Gebiet ein bedeutender Transit- und Logistik-Hub.

Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik betont, dass das Problem nicht nur einzelne Unternehmen oder bestimmte Warengruppen betrifft. Täter agieren zunehmend organisiert, häufig in internationalen Netzwerken. Besonders gefährdet sind hochwertige Güter, Elektronik, Lebensmittel und industrielle Halbfertigprodukte.

Wie gehen die „Schlitzer“ vor?

Ein Beispiel aus der Spedition Schütz in Langenhagen zeigt das Ausmaß der Bedrohung. Jedes Jahr gibt es dort sechs bis zehn Fälle, in denen die Plane einer Sattelaufliegern aufgeschlitzt wird.

„Zunächst machen sie nur einen Schnitt, um zu sehen, ob der Sattelauflieger beladen ist und was sich darin befindet. Ist die Ladung wertvoll, holen sie sie über die Hecktüren heraus“, sagt Sebastian Henze, ein Speditionsleiter, zitiert vom deutschen Nachrichtenportal NDR.de.

Die Reparatur einer beschädigten Plane kostet rund 200 Euro, was sich schnell auf mehr als 1.000 Euro pro Jahr summiert, um Sattelauflieger wieder in einen einsatzfähigen Zustand zu versetzen.

Die größten Verluste des Unternehmens beliefen sich auf mehrere Zehntausend Euro, als Diebe Kabeltrommeln stahlen, indem sie diese über die hinteren Querträger des Sattelaufliegers nach hinten herausgleiten ließen.

Branche fordert mehr sichere Parkflächen

Unternehmen investieren in verstärkte Planen, GPS und weitere zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen – doch das senkt das Risiko lediglich. Sowohl die Branche als auch die Polizei betonen den Bedarf an mehr überwachten und bewachten LKW-Parkplätzen entlang der wichtigsten Transportkorridore.

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