Der Ladeinfrastrukturbetreiber Aral pulse hat erstmals Megawatt-Ladetechnologie für E-LKW an deutschen Autobahnen in Betrieb genommen. Die Ladeparks befinden sich an wichtigen Transitachsen für den Fernverkehr.
Die Standorte im Überblick:
| Standort | Autobahn | Status |
|---|---|---|
| Schwarmstedt | A7 | in Betrieb |
| Hannover | A2 | in Betrieb |
| Schnaittach | A9 | in Betrieb |
| Rastow | A24 | in Betrieb |
| Königs Wusterhausen | A10 | Inbetriebnahme angekündigt |
Jeder Standort verfügt über bis zu sechs Durchfahrtsladebuchten, sodass auch lange Sattelzüge ohne Rangieren laden können.
Ladeleistung bis zu 1.000 kW
Zum Einsatz kommt das Megawatt-Ladesystem HYC1000 des Herstellers Alpitronic. Die Technik kombiniert die beiden Standards MCS (Megawatt Charging System) und CCS. Die maximale Ladeleistung liegt bei bis zu 1.000 Kilowatt. Laut Hersteller können kompatible Elektro-LKW damit von 20 auf 80 Prozent in etwa 30 Minuten geladen werden.
„Ladezeiten von nur 30 bis 40 Minuten passen ideal zu den gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeitunterbrechungen“, erklärte Philipp Senoner, CEO von Alpitronic.
Infrastruktur speziell für LKW-Fahrer
Die Ladeparks sind als eigenständiges Netz für Nutzfahrzeuge konzipiert. Fahrer finden vor Ort typische Autohof-Infrastruktur:
- Sanitäranlagen und Duschen
- Ruhebereiche
- Beleuchtung und Parkflächen
- Shop- und Gastronomieangebote
Alle Ladepunkte sind 24 Stunden zugänglich.
Preis auf Display sichtbar
Auf einem Pressefoto der Anlage ist ein Ladepreis von 0,79 Euro pro Kilowattstunde zu sehen. Offizielle Angaben zu den Kosten nennt das Unternehmen in der Mitteilung jedoch nicht.

Quelle: Aral
Für Speditionen sind die Energiekosten ein wichtiger Faktor: Bei einem Verbrauch von rund 0,9 bis 1,1 kWh pro Kilometer liegen die Stromkosten damit rechnerisch bei etwa 0,70 bis 0,85 Euro pro Kilometer, abhängig vom Fahrzeug und Einsatzprofil.
Strom teilweise aus Solarenergie
Am Standort Schwarmstedt wird ein Teil des Stroms aus einem nahegelegenen Solarpark bezogen. Die Anlage hat laut Betreiber eine Leistung von 4,6 Megawatt und befindet sich direkt neben dem Ladepark.
Ausbau entlang europäischer Transportachsen geplant
Die neuen Ladeparks sind Teil eines Projekts, das über die EU-Förderinitiative Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF) unterstützt wird. Aral pulse betreibt nach eigenen Angaben bereits mehr als 30 öffentliche Schnellladestandorte für E-LKW in Deutschland und plant weitere Megawatt-Ladestationen entlang wichtiger Logistikkorridore.









