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Quelle: Hochschule RheinMain

Flottenumbau in der Logistik: Wenn Verlader über Emissionen mitentscheiden

Lesezeit 3 Min.

Logistikunternehmen müssen ihre Fuhrparks klimafreundlicher umbauen, gleichzeitig unterscheiden sich die Anforderungen der Verlader stark. Ein neues Forschungsprojekt untersucht, wie Emissionen, Kosten und Lieferzeiten künftig gemeinsam in der Transportplanung berücksichtigt werden können.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Transformation der LKW-Flotten stellt Speditionen und Frachtführer vor neue Herausforderungen. Während Fuhrparks bislang überwiegend aus Diesel-LKWS bestehen, kommen zunehmend batterieelektrische Fahrzeuge oder andere alternative Antriebe hinzu. Dadurch entstehen technisch heterogene Flotten mit unterschiedlichen Reichweiten, Kostenstrukturen und Emissionswerten.

Wie Logistikunternehmen solche gemischten Flotten effizient einsetzen können, untersucht das Forschungsprojekt FloTUV der Hochschule RheinMain (HSRM) und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Das Vorhaben wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund 464.000 Euro gefördert.

Emissionen werden zur neuen Planungsgröße

Bisher stehen bei der Tourenplanung vor allem Kosten und Lieferzeiten im Vordergrund. In Zukunft könnten jedoch auch die Emissionen eines Transportprozesses stärker berücksichtigt werden.

„Bisher zählt in der Tourenplanung vor allem Wirtschaftlichkeit und Pünktlichkeit. In Zukunft werden auch die Emissionen eines Transportprozesses eine wichtige Zielgröße für Logistikunternehmen und deren Kund:innen darstellen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Kirschstein von der Wiesbaden Business School der Hochschule RheinMain.

Logistikunternehmen müssten Transporte künftig so organisieren, dass unterschiedliche Kundenanforderungen berücksichtigt werden – etwa hinsichtlich Kosten, Lieferzeit oder CO2-Emissionen.

Verlader mit unterschiedlichen Erwartungen

Ein zentraler Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass Verlader unterschiedliche Prioritäten setzen.

„Verlader:innen mit hohem Umweltanspruch sind gegebenenfalls bereit, auch höhere Preise zu zahlen, wenn ihre Sendung klimafreundlich transportiert wird“, so Kirschstein.

Kostenorientierte Kunden würden dagegen günstigere Transportpreise bevorzugen und höhere Emissionen eher akzeptieren.

Diese unterschiedlichen Präferenzen schaffen neue Anforderungen für Flottengestaltung und Disposition.

Plattform für heterogene Fahrzeugflotten

Im Projekt soll daher eine digitale Plattform entwickelt werden, mit der Logistikunternehmen technologisch gemischte Fahrzeugflotten planen können.

„Wir entwickeln eine Plattform zur Planung technisch heterogener Fahrzeugflotten, die die Präferenzen der Kunden in den Dimensionen Emission, Zeit und Kosten abbildet“, erklärt Prof. Dr. Christian Bierwirth von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Dabei sollen mehrere Transportaufträge zu sogenannten Koalitionen zusammengefasst werden. Mehrere Sendungen werden gemeinsam auf einer Tour gebündelt, wenn sich Kosten und Emissionen so verteilen lassen, dass alle Beteiligten profitieren.

Klimaetiketten für Transporte

Kernidee der Plattform ist ein Labeling-System für Logistikleistungen. Verlader wählen ein Ökolabel, das die Klimaeffizienz eines Transports beschreibt.

Frachtführer könnten diese Labels unterschiedlich bepreisen. Damit ließen sich laut den Forschern Zahlungsbereitschaften der Kunden nutzen, um Investitionen in emissionsärmere Fahrzeuge zu finanzieren.

Dynamische Anpassung an neue Technologien

Ein weiterer Ansatzpunkt sind dynamische Ökolabels, die sich an den technologischen Fortschritt der Fahrzeugflotten anpassen.

„Hierzu passen wir das Ökolabel dynamisch an den Technologiemix an, um mit der technologischen Entwicklung mitwachsen zu können“, sagt Bierwirth.

Parallel wollen die Forscher technische Daten zu Fahrzeugtypen, Ladeinfrastruktur sowie Investitionskosten analysieren, um die Plattform unter realistischen Bedingungen zu testen.

Bedeutung für Speditionen

Mit dem Projekt soll untersucht werden, wie Logistikunternehmen technisch unterschiedliche Fahrzeugflotten, etwa Diesel- und Elektro-LKW gemeinsam einsetzen und dabei Kundenanforderungen zu Emissionen, Kosten und Lieferzeit berücksichtigen können.

Die geplante Plattform soll zudem zeigen, wie Transportaufträge gebündelt und bepreist werden können, wenn Verlader unterschiedliche Umweltansprüche haben. Ziel ist es laut den Forschern, Investitionen in emissionsärmere Fahrzeuge stärker mit der Nachfrage nach klimafreundlichen Transporten zu verknüpfen.

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