Derzeit sind nur 2300 LKW im Straßenverkehr in Europa emissionsfrei unterwegs. Damit die CO2-Grenzwerte der EU bis 2030 erreicht werden können, müsste sich die Zahl bis dahin hundertfach vergrößern.

Im Dezember hat die  Europäische Kommission ihre „Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität“ und einen Aktionsplan mit 82 Initiativen vorgelegt.  Damit hat die EU ein Fundament für den ökologischen und digitalen Umbruch im EU-Verkehrssystem gelegt. Wie im europäischen Grünen Deal dargelegt, sollen die verkehrsbedingten Emissionen bis 2050 durch ein intelligentes, wettbewerbsfähiges, sicheres, zugängliches und erschwingliches Verkehrssystem um 90 Prozent verringert werden.Doch die Erreichung der Ziel wird nicht einfach sein-vor allem im Straßenverkehr.

Laut einer Studie des europäischen Branchenverbands ACEA sind derzeit 6,2 Millionen mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge im Straßenverkehr in Europa unterwegs. Davon haben 98 Prozent einen klassischen Dieselmotor, lediglich 0,04 Prozent sind emissionsfreie LKW.

Schätzungen von europäischen LKW-Herstellern zufolge müssten bis zum Jahr 2030 rund 200.000 emissionsfreie LKW in Europa unterwegs sein, damit die von der EU geforderten Co2-Grenzwerte erreicht werden können. Das heißt, dass die Zahl der emissionsfreien LKW bis dahin hundertfach steigen müsste.

Doch Prognosen zufolge werden 2030 nur etwa 80.000 emissionsfreie LKW im Umlauf sein. Das ist weit unter dem geforderten Niveau.

Europäische LKW-Hersteller sind bestrebt, emissionsfreie LKW auf den Markt zu bringen, und werden in den nächsten Jahren ihr Angebot an emissionsfreien Fahrzeugen rasch erweitern.Aber alleine können sie eine so radikale und beispiellose Wende nicht schaffen, betont Eric-Mark Huitema, Generaldirektor von ACEA.

Der Verband sieht daher dringenden Handlungsbedarf seitens der EU und der einzelnen Mitgliedstaaten und plädiert für die Einführung folgender Maßnahmen: Festlegung von CO2-basierten Straßengebühren, Besteuerung von Energie auf Grundlage des Kohlenstoff- und Energiegehalts von Kraftstoffen, ein solides Preissystem für CO2-Emissionen und vor allem eine solide Ladeinfrastruktur für Lastkraftwagen.

Polen verfügt über die größte LKW-Flotte

Der Verband hat in seinem Bericht auch die LKW- Flotten nach Ländern analysiert. Die Analyse hat ergeben, dass Polen über die größte LKW-Flotte in der EU verfügt. Dortzulande wurden rund 1,2 Millionen LKW zugelassen. Platz zwei wurde von Deutschland belegt mit mehr als 1 Million Einheiten,  dicht gefolgt von Italien mit 946.393 LKW.

Die kleinsten Flotten in der EU haben hingegen: Estland (weniger als 40.000 Einheiten ), Lettland (27.900 Einheiten) und Luxemburg (12.300 LKW).

Griechenland hat die älteste Flotte in der EU – das Durchschnittsalter der LKW liegt bei über 21 Jahren! Ganz anders sieht das in Österreich aus, wo das Durchschnittsalter 6,4 Jahre beträgt. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter schwerer Nutzfahrzeuge bei 9, 5 Jahren, was unter dem europäischen Durchschnitt von 13 Jahren ist. Im Fall von leichten Nutzfahrzeugen lag das Durchschnittsalter bei 8, 1 Jahren. Über die „jüngsten” Flotten verfügen Luxemburg und Österreich  ( im Schnitt 6,2 Jahre). Das Schlusslicht  bildet Griechenland, wo das Durchschnittsalter der Flotten 19,5 Jahre beträgt.

Foto: Pixabay/BarneyElo/public domain

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