Jeff Bezos hat in ein britisches Start-up investiert, das mithilfe digitaler Technologien die globale Logistikindustrie gravierend verändern will. Das digitale Speditionsunternehmen Beacon hat vor, den Import und Export von Waren radikal zu vereinfachen.

Wie die Financial Times berichtet, hat das britische Logistikunternehmen Beacon 15 Millionen US-Dollar von so wichtigen Investoren wie Bezos, dem reichsten Mann der Welt, und der Risikokapitalgesellschaft 8VC aufgebracht.

Fokus wird auf Digitalisierung gelegt

Das britische Start-up befasst sich mit den weltweiten See-, Luft- und Lkw-Frachten. Im Mittelpunkt seiner Geschäftstätigkeit steht Digitalisierung der Logistikindustrie, indem Technologie und Supply-Chain-Finanzierung kombiniert werden.

Vor allem nutzte Beacon Data Science und maschinelles Lernen, um eine Plattform zu schaffen, die einen Überblick über die weltweite Lieferungsmöglichkeiten sowie Versandkosten und Frachtpreise in Echtzeit bietet. Dadurch können Versandwege und Prozesse optimiert werden, um Kosten, Geschwindigkeit und Transparenz zu verbessern.

Fragmentierter Logistikmarkt und unzufriedene Versender

Nach Angaben des Nachrichtenportals cips.org weist Beacon auch darauf hin, dass der globale Logistikmarkt stark fragmentiert sei und von Top-10-Speditionsunternehmen nur in 43 Prozent kontrolliert werde. Überdies liege er weit weg von der Digitalisierung. Dies führt dazu, dass gegenwärtig weniger als 30 Prozent der Versender mit Speditionsservice zufrieden seien.

„Das traditionelle Speditionsmodell bleibt überraschend analog und verwendet Systeme und Prozesse, die langsam und ineffizient sind, mit undurchsichtigen Preisen und begrenztem Einsatz von Technologie”, so Francis Robinson Becaon CEO.

Nichtsdestotrotz prognostiziert Robinson, dass sich die Digitalisierung infolge der gravierenden Auswirkungen der Pandemie auf die globale Logistik beschleunigen wird und die Zukunft von traditionellen Speditionen eher schwierig sein wird.

„Da sich die Digitalisierung aufgrund von Covid-19 weltweit beschleunigt, glauben wir, dass die Zukunft des traditionellen Spediteurs prekärer ist als je zuvor”, fügt Robinson hinzu.

Er behauptet nämlich, dass weltweite Hersteller direkt über ihr Netzwerk von Lieferanten versuchen werden, Kosten zu senken und Transparenz zu erhöhen.

Optimierung von Cashflow notwendig

Eine weitere, gegenwärtige Herausforderung für die Logistikindustrie sei auch, laut Beacon, die Optimierung von Cashflow der Importeure. Aus diesem Grund stehe auf dem Plan des Unternehmens, qualifizierten Kunden Supply-Chain-Finanzierung anzubieten.

„Lieferanten verlangen häufig die Zahlung vor dem Versand der Waren, und bei monatelangen Versandzeiten benötigen Importeure eine flexible Finanzierung, um ihren Bedarf an Betriebskapital zu decken“, zitiert cips.org das Start-up.

Beacon wurde 2018 von Fraser Robinson und Dmitri Izmailov, den ehemaligen Führungskräften von Uber Technologies Inc ins Leben gerufen. Zur Zeit wird das Unternehmen von dem ehemaligen Google-CEO Eric Schmidt sowie Uber-Gründern Travis Kalanick und Garrett Camp unterstützt.

Die gesammelten Finanzmittel sollen nach Angaben des Unternehmens für die Erweiterung des bisherigen Teams, technologische Entwicklung und Marktexpansion bestimmt werden.

Foto: Wikimedia

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