Einerseits wollten Städte umweltfreundlicher sein und den Verkehr reduzieren, andererseits boomt der Lieferverkehr, weil man aufgrund der Pandemie Pakete direkt vor die Tür erhalten will. Dies führt dazu, dass städtische Behörden immer häufiger öffentliche Flächen neu verteilen müssen und nach neuen Lösungen suchen, weil es zu immer größeren Problemen wegen dem Parkplatzmangel kommt. Dies betrifft nicht nur Deutschland, sondern auch andere europäische Länder. Um Paketzustellern zu helfen, hat die spanische Stadt Valencia vor, das Management des Parkraums zu digitalisieren. Die ersten Tests des entsprechenden Systems gehen bereits an den Start.

In Deutschland wird in den letzten Monaten immer häufiger über fehlende Parkmöglichkeiten für Kurierunternehmen diskutiert.  Aufgrund der Corona-Krise parken viel mehr private Fahrzeuge tagsüber zuhause, was die Parkmöglichkeiten für den Lieferverkehr deutlich reduziert. Und das gerade zu einem Zeitpunkt, wo das Liefervolumen und die Lieferfrequenzen höher sind als sonst. Paketzusteller haben sogar darum gebeten, zu bestimmten Zeiten in Fußgängerzonen fahren zu dürfen.

Die StVO-Reform verschärfte noch das Problem. Der LBS forderte daher dringenden Handlungsbedarf seitens des Bundes in Form einer Aussetzung der StVO-Sanktionen gegen den Lieferverkehr solange bis für diesen ausreichend legaler Halteraum zur Verfügung stehen wird.

Mit einer interessanten und zukunftsorientierten Lösung, die besonders Kurierunternehmen helfen könnte, kommt die spanische Stadt Valencia, indem sie den öffentlichen Parkraum mithilfe spezieller Sensoren digitalisieren will. Dies sollte dazu beitragen, dass die Paketzusteller die verfügbaren Parkmöglichkeiten schneller finden werden.

Im Rahmen des Projekts „Smart City” werden die valencianischen Behörden mehr als 1.000 Parkplätze in der Stadt in „Smart Spots” umwandeln. Sie ermöglichen die Geolokalisierung entsprechender Haltemöglichkeiten und überprüfen ihre Verfügbarkeit in Echtzeit. Dazu kommen auch eine spezielle mobile App und mehrere nützliche Websites (València al Minute, Geoportal oder AppValència). Informationen darüber, wie oft die Parkplätze belegt werden, sollten ebenfalls von den Stadtbehörden analysiert werden und zur Verbesserung der Infrastruktur beitragen.

Insgesamt wird es 1060 solcher „intelligenten” Standorte geben. Dabei sollten auch Behindertenparkplätze, Lade und Entladestellen sowie Taxistände genutzt werden. Das System wird offiziell im ersten Quartal nächsten Jahres an den Start gehen. In diesem Sommer wurden Sensoren an 65 Punkten verschiedener Kategorien installiert und somit konnten auch die ersten Tests beginnen.

Die Stadt hofft, dass das System dabei helfen wird, die Schadstoffemissionen zu reduzieren und die Zeit zu verkürzen, die von den Fahrern benötigt wird, um einen Parkplatz zu finden, was für die innerstädtische Warenlieferung, die unter anderem aufgrund der Pandemie seit einigen Monaten boomt, von großer Bedeutung ist.

Foto: smartcity.valencia.es/

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