CTV FUTURO. Bild: Creating Trailer Values.

Doppelstock-Auflieger von CTV verdoppelt Palettenkapazität

Lesezeit 5 Min.

Das deutsche Trailer-Start-up CTV hat mit dem FUTURO einen Curtainsider-Auflieger mit zwei Ladeebenen vorgestellt. Der Auflieger bietet Platz für bis zu 66 Europaletten. Bei leichten, nicht stapelbaren Gütern könnte er damit die Ladekapazität von zwei herkömmlichen Trailern in einem Fahrzeug bündeln.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Kurz zusammengefasst:

  • Auf zwei Ebenen finden bis zu 66 Europaletten Platz.
  • Die elektrisch verstellbare obere Ladeebene lässt sich in 50-Millimeter-Schritten positionieren.
  • Die Beladung von hinten und von der Seite ist weiterhin ohne spezielle Laderampe möglich.
  • Der Serienstart ist für das erste Quartal 2027 geplant.

Der CTV FUTURO richtet sich vor allem an palettierte Güter, die nicht übereinandergestapelt werden können. Bei solchen Transporten ist ein herkömmlicher Curtainsider häufig bereits bei der verfügbaren Stellplatz- oder Laderaumkapazität ausgelastet, obwohl das zulässige Gesamtgewicht noch nicht erreicht ist.

Unter geeigneten Bedingungen stehen 66 Palettenstellplätze statt der üblichen 33 zur Verfügung. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich auch die zulässige Nutzlast verdoppelt.

CTV präsentierte den FUTURO am 2. September am Unternehmenssitz in Heek. Nach Angaben des Herstellers soll das Konzept die Auslastung der Fahrzeuge verbessern und bei geeigneten Komplettladungen zusätzliche Fahrten überflüssig machen.

Zweite Ladeebene lässt sich elektrisch verstellen

Die zweite Ladeebene ist halbautomatisch aufgebaut und besteht aus mehreren unabhängig voneinander beweglichen Segmenten. Anders als bei einem durchgehenden Hubboden lässt sich jeder Abschnitt separat an die Höhe der darunter stehenden Paletten anpassen.

Angetrieben wird das System über eine eigene 24-Volt-Batterie im Trailer. Die einzelnen Segmente lassen sich elektrisch verstellen und in 50-Millimeter-Schritten arretieren.

Eine Person kann die Ladebereiche laut CTV per Fernbedienung in wenigen Minuten einrichten. Zusätzlich ist eine manuelle Bedienung möglich.

Wird die zweite Ebene nicht benötigt, lassen sich ihre Bauteile unter dem Dach des Aufliegers verstauen. Der Trailer kann dann ähnlich wie ein gewöhnlicher Curtainsider genutzt werden.

Im Gegensatz zu einigen anderen Doppelstocklösungen kann der FUTURO weiterhin von hinten oder von der Seite beladen werden. Eine spezielle Laderampe ist nach Angaben von CTV nicht erforderlich.

Bis zu 1.250 mm Ladehöhe pro Ebene

Wird der FUTURO mit nur einer Ladeebene und 33 Paletten eingesetzt, stehen bis zu 2.700 mm lichte Ladehöhe zur Verfügung. Bei voller Belegung mit 66 Europaletten lassen sich auf jeder Ebene Ladungen von etwa 1.250 mm Höhe unterbringen, sofern die Paletten gleichmäßig verteilt sind.

Die obere Ladeebene ist technisch für 350 kg je Europalette ausgelegt. Insgesamt ergibt sich dort eine Kapazität von 11.550 kg. Die untere Ladeebene kann bis zu 24 Tonnen aufnehmen.

Der Auflieger selbst wiegt rund 7,2 Tonnen. Die Kupplungshöhe liegt zwischen 1.050 und 1.150 mm. Laut CTV kann der FUTURO daher mit einer herkömmlichen Sattelzugmaschine eingesetzt werden. Der Aufbau erfüllt die Anforderungen der Norm DIN EN 12642 XL.

Für beide Ladeebenen hat CTV außerdem Lösungen zur Ladungssicherung entwickelt. Auf der unteren Ebene lässt sich die Ladung am außen liegenden Lochrahmen sichern. Für die obere Ebene sind entsprechende Schlaufen in die Planen integriert.

Kann ein Auflieger zwei ersetzen?

Das größte Potenzial sieht CTV bei Komplettladungen mit vergleichsweise leichten Paletten, die nicht stapelbar sind.

Wenn Gewicht und Höhe die Nutzung aller 66 Stellplätze erlauben, könnte ein FUTURO theoretisch zwei Fahrten mit herkömmlichen Aufliegern mit jeweils 33 Paletten ersetzen.

Dadurch könnten weniger Zugmaschinen und Fahrer erforderlich sein. Auch Kraftstoff-, Maut– und Ladekosten könnten sinken. CTV spricht zudem von deutlichen CO2-Einsparungen. Diese Vorteile würden allerdings nur eintreten, wenn der Trailer tatsächlich eine zweite Fahrt ersetzt und nicht lediglich zusätzliche, ungenutzte Kapazität bereitstellt.

Der Hersteller erwartet außerdem, dass das halbautomatische System die körperliche Belastung der Fahrer im Vergleich zu manuell verstellbaren Doppelstocklösungen verringert.

Serienfertigung ab Anfang 2027 geplant

CTV will den FUTURO nicht vollständig selbst bauen, sondern als zerlegten, modularen Bausatz an Fertigungspartner liefern. Als erster Montagepartner wurde System Trailers Fahrzeugbau aus Twist in Niedersachsen benannt. Den Vertrieb zum Marktstart übernimmt axxcelerate.

Später soll das Vertriebsnetz über internationale Franchise-Partner erweitert werden. Zudem sind Leasing, Mietkauf und Mietmodelle vorgesehen. Die Serienfertigung und die ersten Auslieferungen an Kunden sollen im ersten Quartal 2027 beginnen.

Tags:

Auch lesen