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DSLV-Kostenindex: Stückgut wird 4,7 Prozent teurer – Diesel und Personal treiben den Index

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Der Kostendruck in den deutschen Stückgutnetzen nimmt wieder zu. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die Abwicklungskosten je Sendung 4,73 Prozent über dem Vorjahresniveau. Personal verursacht inzwischen mehr als die Hälfte der Kosten, während sich Treibstoff mit einem Plus von 10,66 Prozent deutlich stärker verteuerte als zuletzt. Auch der Palettentausch wird spürbar teurer.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Kostenbelastung im deutschen Stückgutmarkt nimmt weiter zu. Nach dem am 10. September veröffentlichten DSLV-Kostenindex für systemgeführte Sammelgutverkehre lagen die Abwicklungskosten einer durchschnittlichen Sendung im ersten Halbjahr 2026 4,73 Prozent über dem Niveau des ersten Halbjahres 2025. Damit fällt der Anstieg stärker aus als in der vorangegangenen Erhebung: Für das zweite Halbjahr 2025 hatte der DSLV im jeweiligen Jahresvergleich ein Plus von 3,39 Prozent ausgewiesen.

Verändert hat sich auch die Zusammensetzung des Kostenanstiegs. Personal bleibt der mit Abstand größte Kostenblock und verteuerte sich nochmals deutlich. Hinzu kommt ein kräftiger Anstieg der Treibstoffkosten, während die Sachkosten wesentlich moderater zulegten und die Mautkosten leicht zurückgingen.

Der von FORLOGIC im Auftrag des DSLV Bundesverband Spedition und Logistik ausgewertete Index erfasst dabei nicht nur die Kosten des eigentlichen Transports. Abgebildet wird die gesamte Abwicklung einer Stückgutsendung – Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf, Ausgangs- und Eingangsumschlag sowie Administration. Unterschieden werden Personal-, Treibstoff-, Maut- und Sachkosten. Produktivitätsveränderungen in den beteiligten Stückgutnetzen fließen ebenfalls in die Berechnung ein. Das ausgewiesene Plus von 4,73 Prozent beschreibt damit die Entwicklung der Stückkosten beziehungsweise der „Produktionskosten“ einer durchschnittlichen Sendung und nicht die Entwicklung der Frachtraten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die gesamten Abwicklungskosten je Stückgutsendung stiegen gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 4,73 Prozent. In der vorherigen Erhebung für das zweite Halbjahr 2025 waren es im jeweiligen Jahresvergleich 3,39 Prozent.
  • Personalkosten erhöhten sich um 6,22 Prozent und machen inzwischen 51,43 Prozent der gesamten Abwicklungskosten aus.
  • Treibstoffkosten stiegen um 10,66 Prozent und zeigen damit die stärkste Zunahme der vier Hauptkostenblöcke.
  • Sachkosten legten um 1,77 Prozent zu.
  • Mautkosten gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,23 Prozent zurück.
  • Ohne Treibstoff und Maut lagen die übrigen Abwicklungskosten noch immer 4,46 Prozent über dem Vorjahresniveau.
  • Der Palettentausch verteuerte sich bei durchschnittlichen Anforderungen um 8,6 Prozent auf 5,93 Euro je Umlauf.
  • Gegenüber der Indexbasis im zweiten Halbjahr 2014 liegen die gesamten Abwicklungskosten inzwischen 65,7 Prozent höher.

Personal bleibt der größte Kostenblock

Die Personalkosten erhöhten sich laut DSLV gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 6,22 Prozent. Ihr Anteil an den gesamten Abwicklungskosten einer durchschnittlichen Sammelgutsendung beträgt inzwischen 51,43 Prozent. Damit entfällt mehr als jeder zweite Euro der im Index erfassten Produktionskosten auf Personal.

Die Bedeutung dieses Kostenblocks zeigt sich in der Berechnung des Gesamtindex. Auf Basis der Kostenstruktur des ersten Halbjahres 2025 trug der Anstieg der Personalkosten 3,15 Prozentpunkte zum gesamten Kostenplus von 4,73 Prozent bei.

Zum Vergleich: Im zweiten Halbjahr 2025 waren die Personalkosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,66 Prozent gestiegen. Im aktuellen Berichtszeitraum hat sich der Anstieg damit deutlich verstärkt.

Nach Angaben des DSLV sind dafür vor allem hohe Tarif- und Gehaltsabschlüsse verantwortlich.

Treibstoffkosten steigen um 10,66 Prozent

Die stärkste prozentuale Veränderung zeigt sich beim Kraftstoff. Die Treibstoffkosten lagen im ersten Halbjahr 2026 um 10,66 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im zweiten Halbjahr 2025 hatte der entsprechende Anstieg lediglich 0,88 Prozent betragen.

Der DSLV führt die Entwicklung insbesondere auf den sprunghaften Anstieg der Kraftstoffpreise im März 2026 infolge des militärischen Konflikts an der Straße von Hormus zurück.

Treibstoff macht mit 10,60 Prozent zwar einen deutlich kleineren Teil der aktuellen Abwicklungskosten aus als Personal. Aufgrund des starken Preisanstiegs steuerte dieser Kostenblock aber rund 1,07 Prozentpunkte zum Gesamtanstieg bei.

Die Sachkosten erhöhten sich dagegen um 1,77 Prozent und haben aktuell einen Anteil von 32,03 Prozent. Die Mautkosten gingen im Jahresvergleich um 1,23 Prozent zurück; ihr Anteil beträgt 5,94 Prozent.

Damit unterscheidet sich die Entwicklung deutlich von der zweiten Jahreshälfte 2025. Damals waren die Sachkosten mit einem Plus von 4,20 Prozent einer der wesentlichen Treiber, während Kraftstoff und Maut mit jeweils weniger als einem Prozent vergleichsweise stabil geblieben waren.

Auch ohne Diesel und Maut: Kostenplus von 4,46 Prozent

Wie stark die strukturellen Kosten der Stückgutnetze gestiegen sind, zeigt eine zusätzliche Berechnung von FORLOGIC. Werden Treibstoff und Maut aus der Betrachtung herausgenommen, erhöhten sich die übrigen Abwicklungskosten gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 immer noch um 4,46 Prozent.

Davon entfallen rechnerisch 3,77 Prozentpunkte auf das Personal und 0,70 Prozentpunkte auf Sachkosten.

Der Anstieg lässt sich damit nicht allein auf die seit März deutlich höheren Kraftstoffpreise zurückführen. Ein erheblicher Teil entsteht in den personalintensiven Prozessen der Stückgutnetze – im Transport, beim Umschlag und in der Administration.

Stückgutkosten liegen 65,7 Prozent über dem Basisniveau von 2014

Auch der längerfristige Vergleich zeigt, wie stark sich die Kostenbasis verändert hat. Das zweite Halbjahr 2014 bildet im DSLV-Index den Ausgangswert 100. Im ersten Halbjahr 2026 erreicht der Index der gesamten Abwicklungskosten 165,7 Punkte.

Die im Index erfassten Produktionskosten einer durchschnittlichen Stückgutsendung liegen damit 65,7 Prozent über dem Basisniveau von 2014.

Besonders stark fällt die langfristige Entwicklung bei der Maut aus. Der entsprechende Teilindex erreicht 391,5 Punkte. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2023, vor der Einführung der CO2-Komponente der deutschen Lkw-Maut, waren es 209,5 Punkte.

Bei den Personalkosten steht der Index inzwischen bei 172,3 Punkten, bei Treibstoff bei 136,5 und bei den Sachkosten bei 150,8 Punkten.

Palettentausch verteuert sich um 8,6 Prozent

Zusätzlichen Kostendruck gibt es beim Palettentausch. Für einen im Stückgut üblichen gewichteten Mix aus Neu-, A-, B- und C-Paletten errechnet FORLOGIC im ersten Halbjahr 2026 5,93 Euro Kosten je Palettentausch.

Ein Jahr zuvor waren es 5,46 Euro. Damit verteuerte sich das Palettenhandling innerhalb eines Jahres um 8,6 Prozent. Der zugrunde gelegte Durchschnittspreis der Paletten stieg laut Bericht sogar um 27,3 Prozent.

Bei Sonderanforderungen mit Neupaletten lagen die Kosten bei 6,72 Euro, 7,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der Preis der Neupaletten erhöhte sich im selben Zeitraum um 14,7 Prozent.

Der Unterschied zwischen Palettenpreis und gesamten Handlingkosten ist für die Kalkulation relevant: Zum Palettentausch gehören neben dem Wert des Ladungsträgers auch Prozesskosten für Verwaltung und Abwicklung. Deshalb schlägt ein Preissprung bei Paletten nicht im gleichen Umfang auf die gesamten Tauschkosten durch.

Datenbasis ist kleiner als in der vorherigen Erhebung

Der aktuelle Kostenindex basiert auf Daten von zwölf Stückgutnetzwerken und Systemlogistikern, darunter 24plus, CargoLine, Emons, Hellmann, IDS, Rhenus und VTL. Insgesamt wurden 85 Depots einbezogen. Erfasst wurden rund 6,5 Millionen Ausgangs- und 5,9 Millionen Eingangssendungen. Das durchschnittliche Sendungsgewicht betrug rund 310 Kilogramm, die durchschnittliche Hauptlaufentfernung 347 Kilometer.

Die Stichprobe ist damit kleiner als zuletzt. Im ersten Halbjahr 2025 waren 128 Depots beteiligt. Aus dem Rückgang der aktuell erfassten absoluten Sendungsmengen lässt sich deshalb kein entsprechender Rückgang des deutschen Stückgutmarktes ableiten.

Der DSLV-Index misst ohnehin nicht die Marktentwicklung oder Frachtraten, sondern die durchschnittlichen Kosten der Leistungserstellung je Sendung. Neben steigenden Faktorpreisen berücksichtigt die Berechnung auch Produktivitätsveränderungen in den beteiligten Netzwerken. Das ausgewiesene Plus von 4,73 Prozent ist somit der Nettoeffekt auf Stückkostenebene.

Für Verlader ist diese Abgrenzung ebenfalls wichtig: 4,73 Prozent höhere Produktionskosten bedeuten nicht automatisch 4,73 Prozent höhere Stückguttarife. Wie weit Speditionen die gestiegenen Kosten über Frachtraten weitergeben können, bildet der DSLV-Index nicht ab.

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