Nach Einschätzung von MORA bräuchte die Region rund 11 tausend Stellplätze, tatsächlich stehen aber nur etwa 3,7 tausend zur Verfügung. Damit fehlt mehr als das Dreifache der vorhandenen Kapazität.
Wenn nichts frei ist, wird dort geparkt, wo es verboten ist
Die Folge: Viele Fahrer weichen immer häufiger auf Orte aus, die nicht fürs Parken gedacht sind – etwa auf Standstreifen, Zu- und Abfahrten oder in die Nähe von Wohngebieten.
MORA beschreibt die Auswirkungen als unmittelbar: mehr Gefahrensituationen im Verkehr, schlechtere Rahmenbedingungen für die Fahrer und zusätzliche Belastungen für Anwohner.
Ein Dauerproblem – aber niemand fühlt sich zuständig
Obwohl der Bedarf steigt, werde das Thema weiterhin nicht grundlegend gelöst, kritisiert der Rat. Als Hauptursache nennt MORA zersplitterte Zuständigkeiten und fehlende Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen.
„Das Problem bleibt strukturell ungelöst – wegen geteilter Kompetenzen, wechselnder Verantwortung und unterschiedlicher Parkbedarfe, die jeweils eigene Ansätze erfordern. Derzeit übernimmt niemand die Initiative“, so MORA.
Die flämischen Behörden sollen das Thema aus Sicht des Rats zentral steuern und Lkw-Parkflächen als Bestandteil einer strategischen Verkehrsinfrastruktur behandeln.
MORAs Vorschläge: kurzfristig optimieren, langfristig ausbauen
MORA setzt auf zwei Ebenen. Kurzfristig gehe es darum, die vorhandenen Anlagen besser auszuschöpfen – etwa durch eine Überarbeitung der Flächenaufteilung und effizientere Nutzung. Zusätzlich sollen digitale Lösungen und Telematik helfen, Fahrer gezielt zu freien Stellplätzen zu leiten.
Parallel fordert der Rat eine konsequentere Kontrolle der Tachograf– und Ruhezeiten – einschließlich des Verbots, die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit in der Fahrerkabine zu verbringen. Auf längere Sicht seien neue Standorte nötig, auch abseits des Autobahnnetzes. Außerdem solle Lkw-Parken frühzeitig in die Planung von Industrie- und Gewerbegebieten einbezogen werden.
Auch in Deutschland fehlt Platz – rund 40 tausend Stellflächen
MORA verweist darauf, dass der Mangel kein flämisches Einzelproblem ist. In vielen Teilen Europas wächst der Güterverkehr schneller als die Parkinfrastruktur. In Deutschland etwa – einem deutlich größeren Land (mehr als 357 tausend Quadratkilometer gegenüber 13,6 tausend Quadratkilometern) – wird die Lücke auf rund 40 tausend Lkw-Stellplätze geschätzt.
Branchenverbände berichten dort, dass die Parkplatzsuche vielerorts schon am Nachmittag beginnt und zahlreiche Anlagen noch vor Einbruch der Nacht voll sind.
Nach Angaben des Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) geraten Transportunternehmen dadurch zunehmend in ein Dilemma: Entweder Regeln werden verletzt – oder es wird an Orten gehalten, die nicht als Parkflächen ausgelegt sind.








