Das Unternehmen bezeichnet 2025 als weiteres schwieriges Jahr für den europäischen Straßengüterverkehr. Weniger verfügbare Ladungen bei gleichzeitigem Überangebot an Kapazitäten hielten den Preisdruck hoch; die Margen blieben entsprechend niedrig. Girteka reagierte nach eigenen Angaben mit verschlankten Abläufen, einer besseren Auslastung der Flotte und einer stärkeren Fokussierung auf Segmente, in denen eigene Fahrzeuge den größten Mehrwert bringen – temperaturgeführte Transporte sowie hochwertige Güter.
Mit dem Ergebnis sind wir noch nicht dort, wo wir hinwollen. Aber die Richtung stimmt: Wir bauen ein effizienteres, disziplinierteres und profitableres Unternehmen“, sagt Konzern-CFO Marius Junda.
Aktuell steuert Girteka eine Flotte von rund 6.500 Sattelzugmaschinen und 8.000 Aufliegern. 2025 bestellte das Unternehmen 2.800 neue Sattelzugmaschinen; das durchschnittliche Fahrzeugalter beziffert Girteka auf 2,5 Jahre. Über das Jahr hinweg werden mit der Flotte demnach etwa 800.000 Komplettladungen abgewickelt.
Die bessere EBIT-Entwicklung zeigt, dass unsere Effizienzmaßnahmen Wirkung entfalten. Für uns zählt nicht nur der Umsatz – entscheidend ist auch, wie gut wir unsere Assets nutzen und wie konsequent wir Kosten steuern“, ergänzt Junda.

Marius Junda / Foto: Girteka
Digitalisierung: weniger Handarbeit, schnellere Abläufe
Ein zentraler Baustein der Neuausrichtung ist die Digitalisierung. Girteka arbeitet seit 2020 an einem Programm zur digitalen Transformation und will dafür nach eigenen Angaben bis 2028 rund 120 Millionen Euro bereitstellen.
Technologie ist für uns dann relevant, wenn sie den Betrieb messbar verbessert – wenn wir schneller entscheiden, Transporte besser planen und das Fehlerrisiko senken“, so Junda.
Mehr als 100 Kunden sind an die digitalen Tools des Unternehmens angebunden; rund 40 Prozent der Aufträge werden über digitale Kanäle angelegt. 2025 sparte Girteka durch Automatisierung nach eigenen Angaben etwa 32.000 Stunden manueller Arbeit ein.
Intermodal wächst um rund 50 Prozent pro Jahr
Parallel zum Straßengeschäft baut Girteka den intermodalen Bereich weiter aus. 2025 wurden nach Unternehmensangaben mehr als 27.000 Auflieger per Bahn transportiert. Partner im intermodalen Netzwerk legten dabei zusammen nahezu 25,2 Millionen Kilometer zurück.
Laut Girteka führte das zu einer Einsparung von fast 29.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Zudem betont das Unternehmen, dass die intermodalen Mengen jährlich um etwa 50 % zulegen. 2025 wurden 718 Ganzzugverkehre organisiert.
Steuern und Ausbaupläne
Girteka verweist außerdem auf den Beitrag zur Wirtschaft in Litauen. 2025 zahlte das Unternehmen 64,5 Millionen Euro an Steuern (nach 62 Millionen Euro 2024). Für den Zeitraum 2023 bis 2025 lag die Summe nach Unternehmensangaben bei über 250 Millionen Euro.
Gleichzeitig erwartet Girteka, dass die in Litauen registrierte Flotte angesichts aktueller Vorgaben und begrenzter Möglichkeiten, Fahrer nach Litauen zu bringen, in ihrer Größe stabil bleibt. Zusätzliches Flottenwachstum ist in Polen und Lettland geplant, wo das Unternehmen schrittweise operative Kapazitäten aufbaut. Litauen soll jedoch das zentrale Management-Drehkreuz der Gruppe bleiben.
Insgesamt beschäftigt Girteka fast 15.000 Menschen, darunter rund 10.000 Berufskraftfahrer. Das Unternehmen kündigt an, weiter in Schulungen, Sicherheit und operative Prozesse zu investieren.

Girteka-Standort Sady (Polen) / Foto: Girteka
Mehr Kostendisziplin – und Blick auf die nächste Marktphase
Girteka sieht sich für eine mögliche nächste Wachstumsphase gerüstet, sobald sich der europäische Transportmarkt erholt. Für 2026 nennt der Carrier als Schwerpunkte, die Effizienz weiter zu erhöhen und die Profitabilität zu verbessern.
Wir haben eine klare Richtung, eine moderne Flotte, eine starke Kundenbasis und ein Team, das die nötigen Veränderungen umsetzen kann“, sagt Junda.









