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Laut der aktuellen Mautstatistik des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) für das erste Halbjahr 2018 ist der Anteil der Flotten aus Litauen auf deutschen Straßen extrem gewachsen und weist ein Plus von 24,3 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 auf. Eine ähnliche Tendenz lässt sich auch in anderen westeuropäischen Ländern erkennen. Bedeutet das etwa, dass Litauen bald zur einer Supermacht auf dem internationalen Transportmarkt aufsteigen wird?

Was die Anzahl der beförderten Güter betrifft, brechen litauische Unternehmen seit einiger Zeit alle Rekorde. Transport und Transit sind die wichtigsten Sparten der Wirtschaft. Allein der Güterkraftverkehr erwirtschaftet derzeit 9 % des litauischen Bruttoinlandsprodukts, was den höchsten Wert der letzten zehn Jahre ausmacht. Somit hat Litauen quasi den Sprung nach oben geschafft und gehört von nun an zu den führenden EU-Ländern, denn in keinem anderen Land generiert der Güterkraftverkehr einen so großen Teil des BIP.

– Das Litauische Transportwesen verzeichnet rekordverdächtige Werte. Dies ist die Konsequenz von Investitionen, die wiederum die Wettbewerbsfähigkeit von einheimischen Unternehmern ankurbeln, sagt der litauische Verkehrsminister Rokas Masiulis.

Im Güterkraftverkehr wird mehr als die Hälfte der von litauischen Unternehmer beförderten Ladungen transportiert. Von großer Relevanz ist aber auch, dass die Mehrheit der Aufträge für litauische Firmen aus dem Ausland kommt – rund 90 % aller beförderten Tonnenkilometer sind  Beförderungen auf internationaler Ebene.

Immer mehr Investitionen

Die Zahl der  beförderten Tonnenkilometer ist in den letzten zehn Jahren doppelt so stark gestiegen wie das BIP des Landes. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres beförderten die Litauer 8,8 Millionen Tonnenkilometer , also 22 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2016. Davon waren 8,1 Millionen Tonnenkilometer internationale Beförderungen, was eine Steigerung von 25 %  bedeutet. Im Jahr 2016 stieg die Zahl der Tonnenkilometer, die von inländischen Frachtführern realisiert wurden, um 19%, im Jahr 2017 – um über 29%.

– Das Wirtschaftswachstum des Landes schafft gute Voraussetzungen für die Entwicklung von Transportunternehmen. 2017 war sogar rekordverdächtig in Bezug auf Leasing – unsere Kunden mieteten doppelt so viele LKW an  wie im Jahr zu 2016 – 1407 Sattelauflieger und 1258 Anhänger, so Vilius Juzikis, Direktor für Geschäftsbanking und Vorstandsmitglied der SEB Bankas.

Neue Zielmärkte

Große Unternehmen aus Litauen haben sich als Ziel gesetzt, das Streckennetz so zu erweitern, dass die LKW im Endeffekt immer längere Strecken zurücklegen. Vor der Handelskrise mit Russland dominierten die Litauer hauptsächlich in den GUS-Staaten. Heute ist ihre Beteiligung am westeuropäischen Transportmarkt signifikant gestiegen. So stieg beispielsweise im ersten Quartal 2018 die Zahl der von litauischen Lastkraftwagen auf deutschen Straßen zurückgelegten Kilometer um 23,7 % im Vergleich zum ersten Quartal 2017. Dies ist ein Anstieg von rund 20%. Intensiviert hat sich auch der LKW-Verkehr an den Grenzen zu Russland und Weißrussland. Nach Angaben der Bank Lietuvos Bankas hat sich der LKW-Verkehr im Jahr 2017  um 2,3% an der  Grenze in Medininkai, um 13,3 % in Lavoriskes und um  54 % in Szumsku im Vergleich zu 2016 intensiviert. Ein leichter Anstieg wurde auch in Kibarty (0,82%) , Ramoniszki (3,1%) und Nida (10,2%) verzeichnet.

Westeuropa bleibt jedoch weiterhin der wichtigste Zielmarkt der litauischen Güterbeförderungen – rund 80 % werden in westeuropäischen Länder realisiert. Vor zehn Jahren waren es „lediglich” 60 %.

– Die Wettbewerbsfähigkeit der litauischen Frachtführer verbessert sich auch dadurch , dass inländische Unternehmer häufiger in IT-Lösungen und moderne Methoden der Unternehmensverwaltung investieren. Wir sprechen selbstverständlich in erster Linie von großen Unternehmen, die reelen positiven Einfluss auf den nationalen Fuhrpark nehmen und gute Arbeitsbedingungen für Berufsfahrer schaffen, sagt Juzikis.

Laut Aussage des litauischen Transportministers Rokas Masiulis macht der Export von Transportdienstleistungen fast 60 % des gesamten Exportes von Dienstleistungen aus, was nicht ohne Relevanz für die ganze Wirtschaft ist. Der Exportwert von litauischen Transportdienstleistungen im Jahr 2017 belief sich auf 4,89 Milliarden Euro, was einen Anstieg von 26% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2016 bedeutet.

– Der Export von Transportdienstleistungen beläuft sich auf  fast 60 %, und deshalb ist es in unserem Interesse, dass litauische Frachtführer, die internationale Beförderungen realisieren, dies zu wettbewerbsfähigen und günstigen Konditionen machen können, so Masiulis.

Der größte Exportanstieg  von Dienstleistungen wurde im vergangenen Jahr  in Deutschland (+ 47%), Frankreich (+43%) sowie Österreich und Italien (je 37%) verzeichnet.

Foto:Trans.INFO

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