Bartosz Wawryszuk

Lkw-Markt wächst wieder – Deutschland hinkt hinterher

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Der europäische Lkw-Markt erholt sich, doch Deutschland wächst deutlich langsamer als viele andere Länder. Während die Neuzulassungen schwerer Lkw in der EU in den ersten neun Monaten 2026 um 8,5 Prozent zulegten, kam Deutschland lediglich auf 3,9 Prozent. Polen und Litauen verzeichneten zweistellige Zuwächse. Bei schweren Lkw mit externer Lademöglichkeit gehört Deutschland dagegen zu den wichtigsten Wachstumsmärkten.

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Die wichtigsten Zahlen:

  • Deutschland: 41.275 neu zugelassene schwere Lkw, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
  • EU-Gesamtmarkt: 205.857 schwere Lkw ab 16 Tonnen, ein Zuwachs von 8,5 Prozent.
  • Polen und Litauen: Die Neuzulassungen schwerer Lkw stiegen um 19,5 beziehungsweise 24,9 Prozent.
  • Schwere Lkw mit externer Lademöglichkeit: Deutschland registrierte 1.722 Fahrzeuge, 91,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Diesel bleibt dominant: 91,7 Prozent aller in der EU neu zugelassenen Lkw über 3,5 Tonnen hatten einen Dieselantrieb.

Deutschland wächst deutlich langsamer als der EU-Markt

Nach Angaben des europäischen Automobilherstellerverbands ACEA wurden zwischen Januar und September 2026 in der Europäischen Union insgesamt 205.857 neue schwere Lkw ab 16 Tonnen zugelassen. Das entspricht einem Anstieg von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 189.664 Fahrzeuge registriert wurden.

Deutschland bleibt mit 41.275 Neuzulassungen der größte Einzelmarkt innerhalb der EU. Das Wachstum fiel mit 3,9 Prozent allerdings deutlich schwächer aus als im europäischen Durchschnitt.

Auch im Vergleich zu anderen großen Märkten zeigt sich ein uneinheitliches Bild. Spanien legte bei schweren Lkw um 13,4 Prozent zu, Italien um 3,8 Prozent. Frankreich verzeichnete dagegen einen Rückgang von 1 Prozent.

Besonders stark wuchsen mehrere mittel- und osteuropäische Märkte. Polen erreichte mit 23.549 schweren Lkw ein Plus von 19,5 Prozent. In Litauen stiegen die Zulassungen sogar um 24,9 Prozent auf 10.963 Fahrzeuge.

Die Zahlen deuten damit auf eine Erholung des europäischen Lkw-Markts hin, die regional allerdings sehr unterschiedlich ausfällt. ACEA verweist zudem darauf, dass das Wachstum auf ein vergleichsweise schwaches Vorjahr folgt.

Lkw-Zulassungen: Deutschland, Polen und andere Märkte im Vergleich

Die Neuzulassungen von Lkw ab 16 Tonnen entwickelten sich in den ersten neun Monaten 2026 wie folgt:

Land Neuzulassungen Veränderung zum Vorjahr
Deutschland 41.275 +3,9 %
Frankreich 27.389 −1,0 %
Polen 23.549 +19,5 %
Spanien 19.884 +13,4 %
Italien 17.868 +3,8 %
Litauen 10.963 +24,9 %
Rumänien 6.851 +12,6 %
Ungarn 3.675 +5,9 %
Vereinigtes Königreich* 25.449 −2,3 %

Das Vereinigte Königreich gehört nicht zur EU, wird in der ACEA-Auswertung jedoch als zusätzlicher Markt berücksichtigt.

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim gesamten Lkw-Markt einschließlich mittelschwerer Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

EU-weit stiegen die Zulassungen um 7,5 Prozent auf 245.079 Fahrzeuge. Polen legte um 20,5 Prozent zu, Spanien um 13,2 Prozent. Deutschland erreichte lediglich ein Plus von 2,5 Prozent, während Frankreich einen Rückgang von 1,6 Prozent verzeichnete.

Bei schweren E-Lkw ist Deutschland einer der wichtigsten Märkte

Deutlich dynamischer entwickelt sich in Deutschland das Segment der schweren Lkw mit externer Lademöglichkeit.

Zwischen Januar und September 2026 wurden hierzulande 1.722 entsprechende Fahrzeuge ab 16 Tonnen zugelassen. Das waren 91,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Damit entfiel rund ein Drittel aller 5.120 EU-Neuzulassungen in dieser Antriebskategorie auf Deutschland.

EU-weit stieg die Zahl der schweren Lkw mit externer Lademöglichkeit um 59,9 Prozent. Ihr Anteil an sämtlichen Neuzulassungen schwerer Lkw erreichte damit rund 2,5 Prozent.

In Deutschland lag dieser Anteil mit etwa 4,2 Prozent höher.

Der Vergleich mit anderen europäischen Transportmärkten zeigt deutliche Unterschiede:

Land Schwere Lkw mit externer Lademöglichkeit
Deutschland 1.722
Frankreich 771
Italien 60
Spanien 54
Polen 46
Rumänien 23
Ungarn 15
Litauen 1

Während Deutschland bei schweren Lkw mit externer Lademöglichkeit zu den wichtigsten europäischen Märkten zählt, steckt deren Verbreitung in zahlreichen mittel- und osteuropäischen Ländern noch in den Anfängen.

In Polen lag ihr Anteil an den Neuzulassungen schwerer Lkw bei lediglich rund 0,2 Prozent. In Litauen wurde im gesamten Untersuchungszeitraum nur ein entsprechendes Fahrzeug registriert.

Auch ein wachsender Gesamtmarkt führt nicht automatisch zu steigenden Zulassungen alternativer Antriebe. So wuchs der spanische Markt für schwere Lkw insgesamt um 13,4 Prozent, während die Zulassungen extern aufladbarer schwerer Fahrzeuge von 106 auf 54 zurückgingen.

Drei Länder dominieren den Markt für extern aufladbare Lkw

Noch deutlicher wird die Konzentration, wenn sämtliche Lkw über 3,5 Tonnen berücksichtigt werden.

Nach Angaben der ACEA entfielen 74 Prozent aller EU-Neuzulassungen von Lkw mit externer Lademöglichkeit auf Deutschland, Frankreich und die Niederlande.

Insgesamt wuchs dieses Segment europaweit um 49,8 Prozent und erreichte einen Marktanteil von 5,3 Prozent.

Deutschland verzeichnete dabei ein Wachstum von 77,2 Prozent, Frankreich von 60,2 Prozent und die Niederlande von 57,5 Prozent.

Die Zahlen zeigen, dass die Elektrifizierung des Lkw-Verkehrs bislang stark auf einige wenige europäische Märkte konzentriert ist.

Trotz E-Lkw-Wachstum: Diesel bleibt klar dominierend

Ungeachtet der hohen Wachstumsraten bei extern aufladbaren Lkw bleibt der Dieselantrieb im europäischen Nutzfahrzeugmarkt bestimmend.

In den ersten neun Monaten 2026 entfielen 91,7 Prozent aller neu zugelassenen Lkw über 3,5 Tonnen in der EU auf Diesel. Die Zahl der Dieselzulassungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 6,6 Prozent.

Allein im Segment der schweren Lkw wurden 193.696 Dieselfahrzeuge neu zugelassen, 8,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Damit verläuft die Entwicklung zweigleisig: Während die Nachfrage nach Lkw mit externer Lademöglichkeit von einem niedrigen Niveau aus deutlich zunimmt, wächst zugleich die Zahl der neu zugelassenen Dieselfahrzeuge.

Die ACEA-Daten zeigen somit eine Erholung des europäischen Lkw-Markts, aber noch keinen flächendeckenden Umstieg auf alternative Antriebe.

Für Deutschland ergibt sich dabei ein besonders ausgeprägter Gegensatz: Der Gesamtmarkt wächst unterdurchschnittlich, während schwere Lkw mit externer Lademöglichkeit deutlich schneller zulegen als im EU-Durchschnitt.

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