Branchenvertreter stellen auf der IAA Transportation 2026 Pläne für den Ausbau von Wasserstoff-Lkw und Tankinfrastruktur in Europa vor.

Deutschland wird zum Praxistest für Wasserstoff-Lkw in Europa

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Daimler Truck, Volvo Group und Toyota wollen gemeinsam mit Energie- und Technologieunternehmen Deutschland als europäischen Ausgangspunkt für den großflächigen Einsatz von Wasserstoff-Lkw etablieren. Die im deutschen NOW-Förderprogramm eingereichten Anträge umfassen bereits mehr als 800 schwere Fahrzeuge und über 70 leistungsstarke Tankstellen. Das Modell soll später auf weitere europäische Länder übertragen werden.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • Die im Rahmen des deutschen NOW-Förderprogramms eingereichten Anträge umfassen mehr als 800 Wasserstoff-Lkw und über 70 leistungsstarke Tankstellen.
  • An den geplanten Stationen sollen künftig bis zu 100 Lkw pro Tag betankt werden können.
  • Daimler Truck will ab Ende 2026 insgesamt 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation im Kundeneinsatz erproben.
  • Die Kombination aus Fahrzeugförderung, Unterstützung für Wasserstoff und Mautvorteilen für emissionsfreie Lkw soll als Vorbild für weitere europäische Länder dienen.

Die Pläne wurden auf der IAA Transportation in Hannover von Daimler Truck, Volvo Group, Toyota Motor Corporation, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy vorgestellt. Dabei geht es nicht nur um neue Fahrzeuge. Die Unternehmen wollen gleichzeitig die Erzeugung und Verteilung von Wasserstoff sowie die erforderliche Tankinfrastruktur aufbauen. Deutschland soll dafür als erster groß angelegter Markt für den Praxiseinsatz dienen.

Nach Angaben von Daimler Truck und Volvo Group waren die jüngsten Anträge im deutschen NOW-Programm deutlich überzeichnet. Industrieunternehmen beantragten Fördermittel für mehr als 800 schwere Wasserstoff-Lkw und über 70 leistungsstarke Tankstellen.

Parallel arbeiten die Partner an Wasserstofftankstellen, an denen bis zu 100 Lkw pro Tag betankt werden können.

Die abgestimmte Planung von Fahrzeugen und Tankstellen soll das bekannte Henne-Ei-Problem vermeiden: Transportunternehmen zögern beim Kauf von Wasserstoff-Lkw, solange das Tankstellennetz nicht ausreichend ausgebaut ist. Gleichzeitig scheuen Infrastrukturbetreiber Investitionen, wenn keine verlässliche Nachfrage nach den Fahrzeugen besteht.

Daimler bereitet 100 Brennstoffzellen-Lkw vor

Nach Angaben von Daimler Truck haben Kunden mit den Brennstoffzellen-Lkw des Herstellers bislang fast 600.000 Kilometer zurückgelegt. Ab Ende 2026 soll eine Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation bei Kunden zum Einsatz kommen. Darüber hinaus bereitet das Unternehmen Wasserstoff-Lkw mit Verbrennungsmotor für die Markteinführung im Jahr 2027 vor. Bis zum Ende des Jahrzehnts will Daimler Truck einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Wasserstoff-Lkw investieren.

Volvo Group entwickelt unterdessen sowohl Brennstoffzellen-Lkw als auch Fahrzeuge mit Wasserstoffverbrennung weiter. Die Markteinführung ist für die Zeit um 2030 vorgesehen. Toyota steuert seine Brennstoffzellentechnik bei. Bosch liefert Komponenten für Fahrzeuge mit gasförmigem Wasserstoff sowie Betankungssysteme für gasförmigen und flüssigen Wasserstoff. Nach Unternehmensangaben hat das Bosch-Brennstoffzellensystem im Straßenbetrieb bereits mehr als 30 Millionen Kilometer absolviert.

Drei Hebel sollen den Kostennachteil gegenüber Diesel verringern

Die beteiligten Unternehmen räumen ein, dass Wasserstoff-Lkw erst wirtschaftlich mit Diesel konkurrieren müssen, bevor sie sich im großen Maßstab durchsetzen können.

Das deutsche Modell setzt dafür auf drei zentrale Hebel: Fördermittel und die Serienproduktion sollen die Anschaffungskosten der Fahrzeuge senken. Eine verlässliche Wasserstoffversorgung und Treibhausgasquoten sollen die Tankkosten näher an das Kostenniveau des Dieselbetriebs heranführen. Hinzu kommen finanzielle Vorteile im laufenden Betrieb, etwa die deutsche Mautbefreiung für emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge.

Die Energieunternehmen Air Liquide, TotalEnergies und MB Energy arbeiten gemeinsam mit den Lkw-Herstellern an der Wasserstoffversorgung. MB Energy und TEAL Mobility – das Gemeinschaftsunternehmen von TotalEnergies und Air Liquide – sind zudem an der Tankinfrastruktur beteiligt.

Das Programm umfasst sowohl gasförmigen als auch flüssigen Wasserstoff.

Die beteiligten Unternehmen fordern nun weitere europäische Regierungen und die Europäische Kommission auf, dem deutschen Ansatz zu folgen. Vorgeschlagen werden unter anderem abgestimmte Förderungen für Lkw und Tankstellen, Quoten- und Gutschriftmodelle für erneuerbare Kraftstoffe sowie zusätzliche Anreize über die Maut. Außerdem sollen Investitionen entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette unterstützt werden.

Einen verbindlichen Zeitplan für den europaweiten Ausbau gibt es bislang nicht. Die Unternehmen präsentieren Deutschland vielmehr als mögliches Modell, mit dem Wasserstoff-Lkw bis 2030 im kommerziellen Maßstab eingesetzt werden könnten – vorausgesetzt, andere Länder schaffen vergleichbare politische Rahmenbedingungen.

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