Das Wichtigste in Kürze
- Von Januar bis September 2026 wurden in der Schweiz und Liechtenstein 28.431 Nutzfahrzeuge neu zugelassen – 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
- Mit 847 Neuzulassungen erreichen Elektro-Lkw über 3,5 Tonnen einen Marktanteil von 27,4 Prozent.
- Im Gewichtssegment zwischen 3,5 und 16 Tonnen beträgt der Elektroanteil sogar 40,8 Prozent.
- Der Absatz schwerer Nutzfahrzeuge sinkt leicht um 0,4 Prozent, während Busse und Reisebusse um 35 Prozent zulegen.
Elektro-Lkw gewinnen trotz schwacher Marktentwicklung an Boden
Der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt entwickelt sich 2026 insgesamt verhalten. Nach Angaben des Branchenverbands auto-schweiz wurden in den ersten drei Quartalen 28.431 leichte und schwere Nutzfahrzeuge sowie Personentransportfahrzeuge neu immatrikuliert. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Zuwachs von lediglich 0,9 Prozent.
Deutlich stärker verändert sich dagegen die Antriebsstruktur im Straßengüterverkehr. Von Januar bis Ende September wurden 847 batterieelektrische Lastwagen über 3,5 Tonnen neu zugelassen. Bei insgesamt 3.094 Neuzulassungen in dieser Gewichtsklasse entspricht dies einem Elektroanteil von 27,4 Prozent.
Besonders ausgeprägt ist die Elektrifizierung im Segment zwischen 3,5 und 16 Tonnen Gesamtgewicht. Dort verfügen bereits 40,8 Prozent der neu immatrikulierten Fahrzeuge über einen rein elektrischen Antrieb. Auch die jüngsten Monatszahlen bestätigen die Entwicklung: Im September überschritt der Elektroanteil bei den schweren Nutzfahrzeugen die Marke von 30 Prozent.
Schwere Nutzfahrzeuge mit leichtem Absatzrückgang
Der Markt für Nutzfahrzeuge über 3,5 Tonnen bleibt trotz des steigenden Elektroanteils unter Druck. In den ersten neun Monaten wurden 3.094 Fahrzeuge neu zugelassen, 0,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Innerhalb der einzelnen Gewichtsklassen verläuft die Entwicklung unterschiedlich. Während die Neuzulassungen von Lastwagen zwischen 16 und 32 Tonnen um 2,8 Prozent zulegten, verzeichnete das Segment zwischen 3,5 und 16 Tonnen einen Rückgang von 12 Prozent.
Bei den leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen blieb die Nachfrage dagegen weitgehend stabil. Mit 20.741 Neuzulassungen lag das Ergebnis um 0,8 Prozent über dem Vorjahreswert.
Die Zahlen zeigen damit zwei gegenläufige Entwicklungen: Der Gesamtmarkt stagniert weitgehend, während batterieelektrische Antriebe deutlich an Bedeutung gewinnen. Der technologische Wandel vollzieht sich somit unabhängig von einem breiten Wachstum des Nutzfahrzeugabsatzes.
LSVA-Regelung soll Investitionen in Elektro-Lkw absichern
Der Branchenverband auto-schweiz führt die zunehmende Verbreitung elektrischer Lastwagen unter anderem auf das wachsende Fahrzeugangebot und die verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurück.
„Die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugmarktes gewinnt sichtbar an Fahrt und Bedeutung. Viele Unternehmen finden heute für immer mehr Transportaufgaben passende elektrische Fahrzeuge“, erklärt Thomas Rücker, Direktor von auto-schweiz.
Positive Auswirkungen erwartet der Verband insbesondere von den politischen Entscheidungen zur leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Nach Einschätzung Rückers verbessert der Beschluss des Schweizer Bundesparlaments die Planungssicherheit für Transportunternehmen, die in emissionsfreie Fahrzeuge investieren wollen.
Für Flottenbetreiber ist die Ausgestaltung der LSVA ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsrechnung. Neben Anschaffungskosten, Energiepreisen und Ladeinfrastruktur beeinflussen die laufenden Straßenbenutzungsgebühren die Gesamtkosten eines Lastwagens. Verlässliche Regelungen zur LSVA können deshalb Investitionsentscheidungen zugunsten elektrischer Fahrzeuge begünstigen.
Andere alternative Antriebstechnologien bleiben im Schweizer Schwerverkehr bislang eine Randerscheinung. Seit Jahresbeginn wurden lediglich fünf Brennstoffzellenfahrzeuge und ein gasbetriebenes Nutzfahrzeug über 3,5 Tonnen neu zugelassen.
Busse und Reisebusse verzeichnen kräftiges Wachstum
Während sich der Gütertransportmarkt nur geringfügig bewegt, entwickelt sich der Bereich der Personentransportfahrzeuge etwas dynamischer. In den ersten neun Monaten wurden 4.596 Fahrzeuge neu immatrikuliert. Das entspricht einem Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders deutlich fiel das Wachstum bei Bussen und Reisebussen aus. In diesem Segment stiegen die Neuzulassungen um 35 Prozent auf 559 Fahrzeuge.
Die Kategorie der Personentransportfahrzeuge umfasst neben Bussen und Reisebussen auch Kleinbusse und Wohnmobile. Angaben dazu, welchen Anteil elektrische Antriebe an den Neuzulassungen dieses Fahrzeugsegments haben, liegen in den veröffentlichten Zahlen nicht vor.
Insgesamt knapp 202.000 Neuzulassungen
Über alle Fahrzeugkategorien hinweg wurden zwischen Januar und September 2026 in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 201.968 Personenwagen und Nutzfahrzeuge neu zugelassen.
Auf Personenwagen entfielen 173.537 Neuzulassungen. Das waren 2,7 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Nutzfahrzeugmarkt entwickelte sich mit einem Plus von 0,9 Prozent deutlich schwächer.
Für die Transportwirtschaft ist vor allem die Entwicklung der Antriebsarten bemerkenswert. Trotz weitgehend stagnierender Neuzulassungen erreicht der batterieelektrische Antrieb im Schweizer Lkw-Markt bereits einen erheblichen Anteil. Die Zahlen belegen allerdings zunächst den Wandel bei den Neufahrzeugen. Wie schnell sich die Elektrifizierung im gesamten Fahrzeugbestand durchsetzt, hängt weiterhin von den Ersatzzyklen der Flotten und den betrieblichen Einsatzbedingungen ab.
Tags: Nutzfahrzeugmarkt Schweiz, Elektro-Lkw, Lkw-Neuzulassungen, Elektromobilität









