Zentralasien gewinnt für Unternehmen an Bedeutung, die nach neuen Handels- und Transportverbindungen zwischen Europa und Asien suchen. Kasachstan könnte von dieser Entwicklung profitieren. Das Land investiert in seine Verkehrs- und Logistikinfrastruktur und unterstützt den Ausbau von Verbindungen, über die Waren zwischen China und Europa transportiert werden können.
Wie Unternehmen aus Polen und Deutschland auf diese Veränderungen reagieren können, stand im Mittelpunkt des zweiten deutsch-polnischen Unternehmertreffens. Mehr als 100 Vertreter aus Unternehmen und Institutionen nahmen teil. Zu den vertretenen Bereichen zählten unter anderem Logistik, Maschinen- und Anlagenbau, Verteidigung sowie Technologie.

Kasachstan als Bindeglied zwischen Europa und Asien
Die Rolle Kasachstans im entstehenden Verkehrsnetz zwischen Europa und Asien nahm bei dem Treffen breiten Raum ein. Auch Yerlan Sekhay, Vertreter der Botschaft der Republik Kasachstan in Polen, beteiligte sich an den Gesprächen.
Die wachsende Bedeutung des Landes ergibt sich sowohl aus seiner geografischen Lage als auch aus Investitionen in Infrastruktur und Verkehrsverbindungen, die den Handel zwischen Asien und Europa erleichtern sollen.
Janusz Piechociński, Präsident der Polish-Asian Chamber of Industry and Commerce, sieht in den neuen Routen Chancen für eine engere Zusammenarbeit zwischen polnischen und deutschen Unternehmen.
Piechociński sagte:
Deutschland und Polen müssen gemeinsam vorangehen. Wir sind das Tor zur Europäischen Union. Zentralasien investiert in Logistik und Straßenverkehr. Gleichzeitig eröffnen neue Verbindungen zwischen Europa und Asien polnischen und deutschen Unternehmen die Möglichkeit, ihr Know-how zu bündeln und gemeinsam Projekte umzusetzen.
Das Interesse an Kasachstan beschränkt sich nach seiner Einschätzung nicht auf den Transportsektor. Die Modernisierung von Infrastruktur und Industrie könnte auch Anbietern von Logistik-, Produktions- und Technologielösungen neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen.
Gemeinsam auf Märkten außerhalb Europas
Das Treffen fand in Żarska Wieś statt, wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Im Mittelpunkt stand unter anderem die Frage, wie Unternehmen beiderseits der Grenze ihre Kompetenzen bündeln können, um gemeinsam Projekte auf weiteren Märkten umzusetzen.
Victor Kantelhardt, Vorsitzender der LAG Nachbarstaaten des Wirtschaftsrats der CDU e.V., verwies auf die große Bandbreite der vertretenen Branchen. Die Gespräche brachten Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Schwerindustrie, Technologie und Verteidigung zusammen.
Eine solche Zusammenarbeit könnte konkret darin bestehen, logistische und industrielle Kapazitäten mit technologischem Know-how für größere Infrastruktur- und Industrievorhaben zu verbinden.
Bislang wurden jedoch keine konkreten Verträge oder gemeinsamen Investitionen in Kasachstan angekündigt. Im Vordergrund stand vielmehr die Suche nach potenziellen Partnern und geeigneten Feldern für eine Kooperation zwischen Unternehmen aus beiden Ländern.
Logistik als zentrales Kooperationsfeld
Der Transportsektor spielte angesichts der neuen Korridore zwischen Europa und Asien eine zentrale Rolle. Kasachstan liegt an Verbindungen, über die Waren zwischen China und Europa transportiert werden können, ohne die traditionellen Routen durch Russland zu nutzen.
Für Transport- und Logistikunternehmen könnten sich dadurch Möglichkeiten in der Frachtabwicklung, im Terminalbetrieb und bei ergänzenden Logistikdienstleistungen ergeben. Die langfristige Tragfähigkeit dieser Verbindungen hängt unter anderem von weiteren Infrastrukturinvestitionen, den Kapazitäten auf den einzelnen Streckenabschnitten sowie effizienten Zoll- und Umschlagprozessen ab.
Darüber hinaus ging es um industrielle Kooperationen. In Gesprächen mit Vertretern von Rüstungsunternehmen wurde erörtert, wie Produktionskapazitäten in Europa ausgebaut und kleinere Betriebe stärker in umfangreiche Projekte eingebunden werden können.
Organisiert wurde das zweite deutsch-polnische Unternehmertreffen von der LAG Nachbarstaaten des Wirtschaftsrats der CDU e.V., der Hegelmann Group und der Polish-Asian Chamber of Industry and Commerce. Die Gespräche über eine Zusammenarbeit polnischer und deutscher Unternehmen sollen im kommenden Jahr in Warschau fortgesetzt werden.









