Das Wichtigste in Kürze
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Investitionsvolumen: DHL plant bis 2030 Ausgaben von mehr als 400 Millionen Euro in vier mittel- und osteuropäischen Ländern.
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Schwerpunktländer: Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien stehen im Mittelpunkt des Programms.
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Infrastruktur: Geplant sind unter anderem ein neues Express-Luftfrachtterminal in Katowice sowie zusätzliche Lager- und Distributionskapazitäten.
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Geschäftsfelder: DHL Express, DHL Supply Chain, DHL Freight, DHL eCommerce und DHL Global Forwarding sollen vom Ausbau profitieren.
DHL baut Logistiknetzwerke in vier Ländern aus
Mit dem Investitionsprogramm setzt die DHL Group ihre Wachstumsstrategie für Mittel- und Osteuropa fort. Die zusätzlichen Mittel sollen in mehrere Unternehmensbereiche fließen. Vorgesehen sind Investitionen in die Kontraktlogistik, die Lagerinfrastruktur, internationale Expressdienste sowie in Transport- und Frachtkapazitäten für Geschäftskunden.
Darüber hinaus will DHL technologiegestützte Lösungen zur Steuerung internationaler Lieferketten ausbauen. Dazu gehören sogenannte Supply-Chain-Control-Tower-Systeme, mit denen Unternehmen ihre Warenströme über verschiedene Transport- und Lagerstandorte hinweg überwachen und koordinieren können.
Die Investitionen sind Teil der DHL-Strategie 2030, mit der der Konzern seine Position in ausgewählten Wachstumsmärkten stärken will. Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien profitieren aus Unternehmenssicht von ihrer geografischen Lage und der zunehmenden Einbindung in europäische Produktions- und Lieferketten.
„Mittel- und Osteuropa gewinnt für globale Handelsströme und Lieferkettennetzwerke zunehmend an Bedeutung“, erklärt John Pearson, CEO von DHL Express. Insbesondere Polen entwickle sich zu einem der dynamischsten europäischen Logistik- und Produktionsstandorte. Die Kunden benötigten zunehmend grenzüberschreitende Netzwerke, die eine flexible Steuerung von Produktion, Beständen und Warenströmen ermöglichten.
Neues Luftfrachtterminal in Katowice geplant
Ein konkretes Infrastrukturprojekt ist der geplante Bau eines neuen Express-Luftfrachtterminals am Standort Katowice in Polen. DHL Express will damit seine Kapazitäten im internationalen Expressgeschäft erweitern und die Anbindung der Region an globale Transportnetzwerke verbessern.
Weitere Investitionen sind bei DHL Supply Chain, DHL Freight, DHL eCommerce und DHL Global Forwarding vorgesehen. Sie betreffen unter anderem Lagerstandorte, Distributionsstrukturen und den Einsatz neuer Technologien.
Die angekündigten Vorhaben verdeutlichen, dass DHL den Ausbau nicht auf einzelne Transportarten beschränkt. Vielmehr sollen die unterschiedlichen Geschäftsbereiche enger ineinandergreifen. Für Industriekunden und Handelsunternehmen könnte dies insbesondere bei grenzüberschreitenden Lieferungen, der Bestandssteuerung und der regionalen Distribution zusätzliche Möglichkeiten eröffnen.
Wie sich die mehr als 400 Millionen Euro auf die vier Länder und die einzelnen Geschäftsbereiche verteilen, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor. Auch konkrete Kapazitätsdaten und ein Inbetriebnahmetermin für das Terminal in Katowice wurden nicht genannt.
Kontraktlogistik profitiert von veränderten Lieferketten
DHL begründet das Investitionsprogramm auch mit Veränderungen in der europäischen Produktions- und Beschaffungsstruktur. Unternehmen suchen verstärkt nach Möglichkeiten, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten und Produktions- sowie Distributionsstandorte näher an ihre Absatzmärkte zu verlagern.
Davon profitieren mittel- und osteuropäische Länder, die sowohl Produktionskapazitäten als auch Verbindungen zu den großen Absatzmärkten Westeuropas bieten.
Hendrik Venter, CEO von DHL Supply Chain, sieht die Region zunehmend als Standort für Produktion, Distribution und regionale Auftragsabwicklung. Neben internationalen Unternehmen gebe es dort zahlreiche wachstumsstarke Firmen, die ihre Aktivitäten ausweiteten und neue Auslandsmärkte erschließen wollten.
Ein Beispiel für die Expansion ist das Engagement von DHL Supply Chain in Rumänien. Im Zuge einer erweiterten Zusammenarbeit mit dem polnischen Einzelhändler Pepco ist der Geschäftsbereich nach Unternehmensangaben kürzlich in den rumänischen Markt eingetreten.
Mit zusätzlichen Lagerkapazitäten, Transportleistungen und digitalen Steuerungssystemen will DHL seinen Kunden eine flexiblere Reaktion auf Nachfrageschwankungen und Veränderungen in den Lieferketten ermöglichen.
Polen bleibt Schwerpunkt der DHL-Investitionen
Innerhalb des Investitionsprogramms nimmt Polen eine besondere Stellung ein. Der Konzern hat dort bereits in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel in seine Logistikinfrastruktur investiert. Dazu zählen Fulfillment-Zentren sowie ein wachsendes Netz aus Packstationen und Paketabholpunkten.
Insbesondere im Onlinehandel hat DHL seine Präsenz ausgebaut. Ziel ist es, polnische Handelsplattformen besser an nationale und internationale Versandnetze anzubinden.
Pablo Ciano, CEO von DHL eCommerce, verweist auf die bisherige Entwicklung des Geschäfts in Polen. DHL habe bereits erheblich in Fulfillment-Kapazitäten und die Infrastruktur für die Paketzustellung investiert. Auch künftig wolle der Konzern polnische Unternehmen beim Zugang zu internationalen Märkten unterstützen.
Polen zählt gemessen an der Beschäftigtenzahl zu den zehn größten Märkten der DHL Group weltweit. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten dort mehr als 10.000 Menschen für den Konzern.
Diese bestehende Infrastruktur bietet DHL eine Grundlage für weitere Investitionen. Mit dem neuen Express-Terminal in Katowice soll nun insbesondere die internationale Luftfrachtanbindung gestärkt werden.
Wettbewerb um Logistikstandorte nimmt zu
Der Ausbau in Mittel- und Osteuropa ist auch vor dem Hintergrund veränderter Anforderungen an europäische Lieferketten zu sehen. Für Logistikdienstleister gewinnen Standorte an Bedeutung, von denen aus sich mehrere Absatzmärkte bedienen und unterschiedliche Verkehrsträger miteinander verbinden lassen.
Für Verlader können zusätzliche Lager- und Transportkapazitäten die Auswahl an Logistikdienstleistungen vergrößern. Ob sich dadurch auch Transportkosten und Lieferzeiten verbessern, hängt allerdings von der konkreten Ausgestaltung der neuen Netzwerke und ihrer Auslastung ab.
Mit dem angekündigten Programm will DHL seine Marktposition in vier Ländern ausbauen, die der Konzern als langfristige Wachstumsstandorte einstuft. Mehr als 400 Millionen Euro sollen bis 2030 in Infrastruktur, Transportnetze und digitale Lieferkettenlösungen fließen. Polen steht dabei mit dem geplanten Luftfrachtterminal in Katowice und der bereits umfangreichen DHL-Präsenz besonders im Fokus.









