Noch mitten in der medizinischen Herausforderung, die die Corona-Krise für viele Länder darstellt, rücken für unsere Branche die logistischen Aufgaben aufgrund des Neustarts der Produktionsversorgung und Güterdistribution verstärkt in den Fokus. Da Transportkapazitäten im Zuge der Nachholeffekte knapper werden dürften, profitiert eine effiziente Steuerung der Warenströme von digitalen Lösungen.

Die Volksrepublik China, als verlängerte Werkbank für nahezu alle relevanten Volkswirtschaften und als Wachstumsmotor der globalisierten Ökonomie von hoher Bedeutung, war zum Jahreswechsel der Ausgangsherd für den Corona-Virus. Nach dem dortigen Shutdown ist es in diesem Frühjahr ebenso der Startpunkt für erste Erholungseffekte, die noch nicht alle Bereiche betreffen, aber sich beispielsweise in der Industrieproduktion zeigen. So meldete das Pekinger Statistikamt für den April 2020 für diesen Sektor einen Zuwachs von 3,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch in anderen Nationen läuft die Produktion in vielen Industriezweigen wieder an, so zum Beispiel in der Herstellung von Fahrzeugen aller Art. Große Marktteilnehmer wie Volkswagen und BMW fuhren im April schrittweise ihre Kapazitäten wieder hoch. So tragisch die Corona-Krise ist, so hat sie doch nationale, internationale und interkontinentale Transportrouten nie vollständig gekappt. Auch die Rohstoffgewinnung, die Fertigungsstandorte und das dortige Equipment unterlagen keinen Zerstörungen, wie sie Kriege und Naturkatastrophen nach sich ziehen können. Ebenso ist ein brain drain nicht zu verzeichnen, eher im Gegenteil. Gerade in jenen Unternehmen, die die Digitalisierung als Chance und nicht als Risiko begreifen, wurden das vorhandene Know-how erweitert und auch neue Lösungsideen entwickelt.

Transparenz wichtig beim Neustart

Ein Mehr an Transparenz in der Logistikbranche ist im Zuge des Neustarts der globalen Warenströme dringend geboten, denn sie unterstützt die produzierende Wirtschaft und den Handel bei ihren Transportaufgaben. Nur wer weiß, wo die Verkehrsträger und die von ihnen beförderten Rohstoffe, Halbfertigmaterialien und Endprodukte sind, kann die jeweils nächsten Schritte für ein ressourcenschonendes und effizientes Supply Chain Management planen und umsetzen.

In der Wortbedeutung der sogenannten Nachholeffekte ist bereits die Herausforderung angelegt. Viele Waren, die während des Shutdowns zunächst am jeweiligen Fertigungsort verblieben oder dort noch gar nicht produziert, aber bereits beauftragt waren, drängen über kurz oder lang zu den parallel weiterlaufenden Gütertransporten auf den Markt für Frachtkapazitäten – es wird nachgeholt, was zuvor nicht möglich war. In der daraus resultierenden Konkurrenz wird es zu Transportlösungen für Verkehre kommen, die sich deutlich von den zuvor viel regelmäßiger ausgestalteten Abfahrten, sei es nun per See- oder Binnenschiff, Lkw, Eisenbahn, reinen Cargo-Flugzeugen oder als belly bei wiederaufgenommenen Passagierflügen, unterscheiden dürften. Über Rückstaus an Binnen- und Seehafenterminals und auf Zufahrtsstraßen zu Flughäfen sowie aufgrund von Verzögerungen durch wiedereingeführte oder verschärfte Grenzkontrollen kommt es zu Störungen in Abläufen, wie sie vor der Corona-Krise in diesem Maße lange nicht mehr zu sehen waren.

Digitalisierung bringt Licht ins Dunkel

In der Krise wurde deutlich, dass der Einsatz von digitalen Lösungen dazu beitragen kann, negative Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell zu verringern. Ebenso werden die Errungenschaften des Digitalzeitalters dazu beitragen, dass die Konjunktur schnell wieder auf das Vorkrisenniveau anwächst. Daher gilt es für jedes Unternehmen zu prüfen, welche modernen Hilfsmittel es einsetzen kann, um schnell(er) aus der Krise zu kommen. In der Logistikbranche können etwa Anwendungen zur Supply Chain Visibility, wie sie beispielsweise Synfioo anbietet, dabei unterstützen. Denn nur wer in Echtzeit Informationen über Transportprozesse erhält, beispielsweise zu den Standorten seiner Lkw-Flotte oder den Ankunftsprognosen von Verkehren, im Englischen auch als ETA (Estimated Time of Arrival) abgekürzt, kann ökonomisch sinnvolle Entscheidungen für den weiteren Fortgang der Abläufe treffen. Synfioo stellt seinen Kunden dafür die in Datenbanken vorhandenen Informationen zur Verfügung. So wird Prozessflexibilität beim Einsatz von Ressourcen im Einzelfall generiert, die auf Makroebene zu einer größeren Planungssicherheit führt. Maschinen und Personal stehen dann nämlich nicht lange still, wenn der digitale Datenfluss Auskunft darüber gibt, wo sie effizient als Nächstes eingesetzt werden können.

Die künftigen wirtschaftlichen Entwicklungen sind en détail zu diesem Zeitpunkt der Krisensituation sicher noch nicht abzusehen, aber fast alle Experten rechnen schon bald wieder mit Erholungsszenarien. Um für diese wieder ansteigenden Warenströme gerüstet zu sein, empfiehlt es sich die modernste IT zu nutzen, um den Faktor Zufall bei Planung und Realisierung der dafür notwendigen logistischen Aufgaben auf ein Minimum zu begrenzen.

Foto: Pixabay

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